#aufstehen

Eine Chance gegen die Macht des Marktradikalismus

Gestern, am 04. September 2018 stellte sich #aufstehen der Öffentlichkeit vor. Im Saal der Bundespressekonferenz sprachen Sahra Wagenknecht, Ludger Volmer, Simone Lange, Bernd Stegemann und Hans Albers über die Mitmach-Bewegung, die Ziele, die Zusammensetzung, die Organisation.

RT Deutsch berichtete darüber in diesem Artikel „Die Stunde der Hebammen..“

Bitte lesen Sie den Artikel selbst, schauen sie sich das Video selbst an, beides birgt eine Fülle von Informationen, der Bericht bleibt auf einer ziemlich sachlich gehaltenen Ebene.

* * *

Vor einem Monat, am 04.08.2018 ging #aufstehen mit seiner eigenen Webseite https://www.aufstehen.de/ an die Öffentlichkeit.

Die marktradikale Hofpresse widmete sich sofort dem Feind. Und kritisierte negativ, diffamierte, je nach „intellektueller Feinjustierung“ der zuständigen Chefredaktion.

„Linke“ aller „orthodoxen“ und „fundamentalistischen“ Schattierungen, dazu all die sich selbst links wähnenden Polit-Esoteriker gesellten sich schnell zum Kreis der Gegner, brachten ihre Befürchtungen und deutlichen Ablehnungen zum Ausdruck, in der Folgezeit dann immer wieder dankbar vom „Mainstream“ zitiert. Siehe die Ditfurth, die ein Lied von Lisa Fitz, bereits im Januar 2018 veröffentlicht, nutzen wollte, um auch #aufstehen mit ihrer mittlerweile bekannten Einseitigkeit (sie kennt entweder #querfront! oder #Antisemitismus!) zu touchieren.

Der damalige Inhalt („content“) der Webseite wurde kritisiert, bemängelt, belächelt, da sei ja außer ein paar Video-Clips nix richtiges zu sehen. Und einem Button, der zur Mitgliedsregistrierung weiterleitete.

  • Die Bewegung würde nur „spalten“, so Kipping, Riexinger und andere PdL-Granden, die zurecht um ihre Deutungshoheit innerhalb der PdL fürchten.

  • Es handele sich ja doch nur wieder um eine verordnete „Revolution von oben“, wussten andere „Linke“, die mit Marxens „Das Kapital“ einschlafen und aufwachen, aber nicht aufstehen.

„von Oben“?

Wo ist denn da bei #aufstehen „von oben“?

Frau Wagenknecht, weil sie MdB ist? Das ist für manche politischen Blinden schon ein Merkmal für „von oben“? Frau Lange, weil sie OB von Flensburg ist?

Oben“ das sind

  • die Anteilseigner und das Management von BlackRock,

  • das ist Soros,

  • die Rothschild-Familie,

  • das ist der Bilderberger-Kreis
  • das ist ein Typ wie Jeff Bezos, (Amazon und Washington Post)
  • der tiefe Staat der USA, McCain war bis vor kurzem einer „von Oben“, Kissinger gehört immer noch dazu, genau wie Killary Clinton.

Warum hat denn bis jetzt niemand der „von Oben“-Kritiker eine Sammlungsbewegung, eine Mitmach-Bewegung „von unten“ aufgezogen?

Wo und an was fehlt es solchen Leuten, die diese „Argumente“ anführen?

* * *

100.000 Mitglieder zählt die Mitmach-Bewegung bereits.

Das Ergebnis von einem Monat Web-Präsenz, mit „nix als nur ein paar Clips“, die ein paar „zu kurz gekommene Loser“ zu Worte kommen ließen. Und dem marktradikalen Medien-Schlachtgeschrei.

Das Grundsatzprogramm liest sich gut, allerdings ist es auch nichts wirklich Neues, es sind nur die normalen Forderungen, um Menschen eine normale, ausgeglichene und sichere Existenz zu gewährleisten.

Aber solche grundsätzlichen Selbstverständlichkeiten müssen den apathischen Bürgern eben leider doch immer wieder neu eingehämmert werden.

Das hat etwas von der „modernen Kommunikations-Arbeit“ (sprich Werbung):

  • „Willst Du dein Produkt millionenfach verkaufen, musst Du es dem Pöbel 24/7, rund um die Uhr, immer wieder in die hohle Birne einhämmern.“

Nach 20 Jahren marktradikaler Scheiße klingt der Aufruf „Gemeinsam für ein gerechtes und friedliches Land“ (Der Titel der Gründungserklärung) allerdings für viele als etwas völlig neues und revolutionäres, gar schon mit umstürzlerischen Tendenzen behaftet.

Das Programm umfasst Aussagen und Forderungen zu deutlichen Veränderungen in den Bereichen der Sozial-, Wirtschafts-, Umwelt- und Außenpolitik.

So etwas hatten auch mal spd und Grüne im Programm, bevor sich deren Vorturner vollständig dem Kapital verkauften und fortan Erinnerungslücken zu älteren Parteiprogrammen pflegten.

Auch Helmut Kohl sprach nach der „Wiedervereinigung“ von Frieden und freundschaftlich geprägter Zusammenarbeit mit Russland. Ein politischer Grundsatz, den seine „direkten Erben in den christlichen Parteien“ seit 2005 geflissentlich in ihrer „Regierungsarbeit“ ignorieren, weil sie alle ihren „Arsch und ihr Hirn“ dem amerikanischen Herrn verkauft haben.

Gerade die PdL hat solche Forderungen und Ziele im Programm, glaubt auch, sie zu verfolgen. Nur ist es leider so, das intellektuelle Linke viel lieber diskutieren als zu handeln und umzusetzen, es vorziehen in geschlossenen Debatten-Zirkeln ihre Feindschaften gegen andere Linke zu pflegen. Vermutlich auch ein Überbleibsel aus der Studentenzeit.

Meist geht es bei diesen „sozialistischen Grabenkämpfen“ um die „richtige“ Auslegung von Marx-Zitaten.

Die Mitglieder der alten KPD vor 1933 waren da pragmatischer. Der Grund ist simpel, die meisten KPDler waren vom damaligen Groß-Kapital hemmungslos ausgenutzte Malocher, für kargen Lohn hart schuftende Menschen, die wussten, das nur mit „reden“ absolut nichts erreicht werden würde, das ihre Lebenssituation verbessern würde.

* * *

Verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich lehne Marx und sein Schaffen nicht ab. Ich halte Marx für einen der bedeutendsten Philosophen der Geschichte, er war für mich aber kein Politiker und ganz sicher kein „politischer Religionsstifter“, das was viel zu viele denkfaule „Linke“ aus ihm gemacht haben.

Marx erkannte die Menschen und analysierte deren Handeln und Tun, er erkannte die Verlierer und Gewinner, er entwickelte Ideen zur gesellschaftlichen Ausgewogenheit.

Lenin (wie Stalin und Mao) war nur ein Faschist, ein besessener Autokrat, der sich auf Marx bezog und schon früh aussprach, das der Kommunismus nur durch eine starke, autoritär herrschende Führungsschicht durchgesetzt werden kann.

Wenn ich meine eigenen Texte manchmal durchlese, dann wundere ich mich über mich selbst, nämlich über manche Phrasen, Redewendungen und Sätze, die aus der Mottenkiste der alten sozialistischen Propagandarhetorik entstammen könnten.

Die ich vor 1998 nie genutzt hatte, eher mitleidig belächelt. Aber: „times are changing“.

Nur weiß ich bis heute immer noch nicht, wie ich die vielen gesellschaftlichen, sozialen und politischen Verschlechterungen, die der Neoliberalismus, der Marktradikalismus, der Wirtschaftsfaschismus den meisten Menschen heute gebracht hat, wirkungsvoll, kurz und prägnant beschreiben kann.

Und manchmal, vielleicht auch zu oft, bediene ich mich dann der Schlagworte und dem Vokabular früherer Zeiten, vermutlich auch wegen der immer noch gegebenen „Griffigkeit, Gültigkeit“ dieser altmodischen, manchen Lesern auch antiquiert erscheinenden Wortschöpfungen.

Vermutlich auch, weil dieses Vokabular durch den „Neoliberalismus“, der alles andere als „neo“ ist, deshalb wieder auflebt und genutzt werden kann, weil unsere „neue Zeit“ absolut nichts Neues ist, sondern nur

  • „Rom reloaded“,

  • „Mittelalter 2.0“,

  • die Wiederauferstehung der miserablen gesellschaftlichen und sozialen Missstände während der „Industrialisierung im 19. Jahrhundert“.

Da kann ich dann auch ab und zu mal die alten Sprüche aus der sozialistischen Mottenkiste nutzen, um zu verdeutlichen, um was es mir geht.

„Die Freiheit nehm‘ ich mir“.

* * *

#aufstehen und mitmachen, sich politisch einbringen lohnt sich für jeden Bürger, der von der Politik und den Besitzenden (wieder so ein „Ding“) in den „marktradikalen Sturm“ gestellt worden ist.

  • Hartz IV ist eine Bedrohung für jeden in Deutschland

  • Altersarmut ist das Ergebnis politisch gewollter, aber niemals notwendig gewordener, Rentenkürzungen

  • Pflegenotstand ist kein „Notstand“ sonder das Ergebnis krimineller Energien privater Investoren, durch „Privatisierungen“ ermöglicht

  • Die „Auslandseinsätze der Bundeswehr“ sind keine Auslandseinsätze, keine „Friedensmissionen“, keine „Polizeieinsätze“ sondern die bewusste deutsche Beteiligung an neo-kolonialen, marktradikalen Kriegen, zur Sicherung westlicher Machtansprüche.

  • Und es geht weiter, lesen sie ältere Texte von mir, es sind mit diesem nur 110 Veröffentlichungen, manche mit (immer unvollständigen) Aufzählungen der marktradikalen Verbrechen an den Menschen.

Wer „liegen bleibt“, der ist entweder ein Gewinner im Spiel des marktradikalen Lebens und will auf keinen Fall durch „sozialistische Spinnereien“ seinen Reichtum gefährden lassen, oder einfach nur eines von viel zu vielen apolitischen, interessenlosen Schafen mit dem unbefriedigenden Lebenszweck: Fressen, Schur, Schlachtung.

Das sind die, die dem heutigen Wirtschaftsfaschismus, der marktkonformen Demokratie zum Sieg verholfen haben, durch still halten, durch Duldungsstarre und wählen, bzw. auch durch nicht wählen.

Zwei weitere Berichte von RT mögen eventuell dazu beitragen, die bisher gepflegte persönliche Duldungsstarre zu überdenken, ggf. sogar abzulegen:

  1. Wegen zu weniger Organspenden: Bundesgesundheitsminister will Widerspruchslösung einführen
  2. Willy Wimmer: 2018 wird uns wohl als letztes Friedensjahr in Europa in Erinnerung bleiben

Zu 1.: Der Spahn, eine Person die mir so widerwärtig ist und ekelhaft erscheint, das ich mit meiner Wortwahl immer aufpassen muss. Lesen sie bitte de Absichten, die Spahn angeblich mit seiner „Forderung“ verfolgt. Ich habe das auch getan und den neoliberalen Schwurbel ins Deutsche zurück übersetzt.

Das Bübchen will hier nichts Gutes für kranke Menschen tun, die für ihr weiteres Überleben auf ein neues gesundes Organ, eines als freiwilligem Organspender ausgewiesenen Verstorbenen, angewiesen sind.

Der will die Organverpflanzungsindustrie ankurbeln. Der will mit Organen verstorbener Menschen generell ein profitträchtiges Geschäft betreiben lassen. Der will den massenweisen privatisierten Organhandel erlauben, aufbauen und ausbauen.

Vergessen sie nicht, der hing vom Beginn seiner politischen Tätigkeit an, am Seil der Pharmaindustrie. Diese edlen Profitgeier haben den Typen mit viel Geld und Einflußnahme gesponsert und dahin gehievt, wo er ihnen am meisten nutzen kann, ins Bundesgesundheitsministerium.

Gegen den Kerl und seine Sponsoren lohnt das #aufstehen ganz sicher.

Zu 2.: Willy Wimmer hat wieder versucht, deutlich als Meinung durch die RT Redaktion gekennzeichnet, Deutschlands Bürger über einen immer möglicher werdenden Krieg der NATO gegen Russland zu informieren.

Der ehemalige Staatssekretär im BMVg unter Kohl beschreibt mögliche Konsequenzen für die Welt, je nachdem, welche Ergebnisse und daraus möglich werdende Weiterungen die bevorstehenden „mid-term“-Wahlen in den USA hervor bringen werden.

Jene Irren im „deep state“ der USA sind nicht nur viele rücksichtslose Irre, gut abgesichert und noch besser vernetzt, sie haben auch aktive Unterstützer in den meisten europäischen und anderen Regierungen. Und außerhalb der Politik sowieso, in Medien, der Wirtschaft, in Bildungseinrichtungen, „Stiftungen“, usw.

Was Herr Wimmer beschreibt ist ein sehr mögliches Szenario.

Ob #aufstehen es verhindern kann, bezweifle ich, da Frau Merkel und ihr „Kabinett“ eine Vorab-Absolution durch die Wähler bis 2021 erhalten hat.

Aber die Menschen, die sich jetzt und bald bei #aufstehen einbringen, mitmachen und sich engagieren, können immer noch „Sand ins Kriegs-Getriebe streuen“.

Je mehr Menschen sich beim „mehr Sand streuen“ beteiligen, umso besser für uns, für alle, für diese Welt.

Ich hege bei #aufstehen die berechtigte Hoffnung , das diesmal „der Strang an dem alle mitziehen können“ eben nicht, wie sonst üblich, mit dem anderen Ende um die Hälse der Ziehenden gelegt ist, sondern das mit #aufstehen diesmal das andere Ende des Stranges um die „Richtigen“ gelegt sein wird.

Wäre irgendwie toll, wenn meine Worte wenigstens ein paar Menschen #aufstehen lassen würde.

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Bis dann..

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