Mesut Özil

Wenn Fußballer „Fottos“ machen lassen …

Lieber Herr Özil,

es gibt wesentlich wichtigere Dinge, die die Welt, die Internet-Konsumenten, die Fußball-Interessierten, vor allem die Politiker, die klatschsüchtigen Medien und die Wirtschaftshaie interessieren sollten.

Tun sie aber nicht.

Stattdessen beschäftigen Ihre 3 Postings nun jede miefige deutsche Redaktion und jeden Politiker, mit und ohne Amtswürden. Und natürlich die „Sportwelt“, wobei ich denen am ehesten zugestehen möchte, Ihre (?) Äußerungen zu begackern.

Was hätte ich mich gefreut, wen Sie etwas Kritisches zu Hartz IV geschrieben hätten!

Nein, natürlich nicht. Denn, unter anderem, ihr Kontostand und ihre mittlerweile erreichte gesellschaftliche Stellung verhindern es, sich zu dieser staatlich organisierten Drangsalierung von ganz normalen Menschen in Deutschland öffentlich und kritisch zu äußern.

* * *

Sei’s drum, Sie haben es vorgezogen, sich zu Ihrer Person zu äußern, zum persönlich empfundenen Unbill, das Ihnen seit der Veröffentlichung des „Fottos“ mit dem türkischen Diktator-Präsidenten Erdogan, persönlich widerfuhr.

Sie sind mittlerweile 29 Jahre alt, dürften also schon etwas „Lebenserfahrung“ mitbekommen haben.

Zumal Sie seit wenigstens 10 Jahren, als Sie 2008 zu Werder Bremen wechselten / gewechselt wurden, durch den Profifußball mit den Launen der deutschen und internationalen (spanischen/englischen) Medien vertraut sein müssten.

Sie selbst und Ihre Freundin nutzen ausgiebig Ihre weltweite Bekanntheit mittels Ihrer „social-media-accounts“.

* * *

Sie und Ilkay Gündogan haben mit einem sehr umstrittenen Politiker ein Photo machen lassen, vielleicht tatsächlich nicht ahnend, was sie sich damit selbst antun könnten. In einer gewissen, nicht völlig unsympathischen, Naivität haben Sie beide die politische Wirkung ausgeblendet, nicht beachtet, nicht für möglich gehalten.

Obwohl Sie beide es hätten ahnen können. Denn Sie stehen seit Jahren in der medial gestalteten „Öffentlichkeit“ und sollten mittlerweile wissen, wie schnell man „nach oben geschrieben“ wird und ebenso schnell wieder „nach unten geschrieben werden“ kann.

Emre Can, beim FC Liverpool spielend, soll der damaligen Einladung nicht nachgekommen sein! Herr Can hat aber wohl auch nicht den selben „Berater“ wie Sie und Herr Gündogan!

Denn Recep Erdogan ist nicht „Irgendwer“, sondern ein, nicht nur in Europa, äußerst umstrittener und unbeliebter Politiker.

Zumindest hätten Sie Ihren teuren und gemeinsamen „Berater“ im Vorfeld ansprechen können, darüber diskutieren können, ob es für Sie beide wirklich ratsam ist, sich wieder bei einem öffentlichen Termin mit dem türkischen Präsidenten zu zeigen. Vor allem, um sich selbst zu schützen.

Herr Özil, Sie sind kein „unbegleiteter Minderjähriger“ mehr, der völlig alleine „durch das Leben fliegt“ und sind daher ganz allein für Ihre Handlungen verantwortlich.

Wenn Sie Ihrem juristischen „Spieler-Berater“ neben Ihren Finanzen und Verträgen Ihr komplettes Leben anvertrauen, solche Leute zu Ihren engsten Freunden machen, dann sind trotzdem am Ende immer nur Sie selbst verantwortlich.

Ihr Berater und Freund (?) scheint Ihre persönlichen Abneigungen gegen gewisse Vorkommnisse und negative Erfahrungen, die Sie immer wieder in Deutschland gemacht haben/hatten, geschickt für seine eigenen Pläne ausgenuzt zu haben.

Sie haben danach, als das „Kind in den medialen Brunnen gefallen war“, es vorgezogen, im Gegensatz zu Gündogan, den schweigenden „Trotzkopf“ zu geben.

Auch wieder auf „Anraten“ Ihres Beraters, Ihres engsten persönlichen Umfeldes?

So zu handeln ist selbstverständlich ihr gutes Recht.

Nur, das es die Medien nicht interessiert, was ihr „gutes Recht“ ist. Die interessieren nur Clicks und Aufmerksamkeit.

Joachim Löw und Oliver Bierhoff hatten danach versucht, die „politische“ Seite ihres Verhaltens öffentlich zu negieren, wenigstens aber „klein zu reden“ und die sportinteressierte Öffentlichkeit wieder auf den Fußball zu fokussieren.

Vor allem Löw stellte sich mit öffentlichen Statements vor Sie beide, wobei es Herr Gündogan Löw und Bierhoff leichter machte, weil er versuchte, von sich aus, öffentliche Schadensbegrenzung zu betreiben und „bedauerte“.

Ich persönlich vermute, das Ihre schlechten fußballerischen Leistungen der letzten Monate im DFB-Team, vor allem ihre Ursache im Umgang mit Ihrer Person hatten. Wie Sie beim FC Arsenal spielten, wie Ihre Leistungen dort bewertet werden, habe ich nie verfolgt, kann dies also nicht beurteilen.

Sie gelten als zurückhaltend, scheu und sensibel. Dinge die Ihre Person angehen, haben und hatten anscheinend auch immer direkte Auswirkungen auf ihre spielerischen Leistungen. Das ist Teil ihrer Persönlichkeit und für mich nicht kritikwürdig.

Auch wenn viele „Fans“ und „Sport-Offizielle“ immer wieder Spitzenleistungen fordern, das „Ausblenden persönlicher Befindlichkeiten aufm Platz“. Menschen sind eben keine Roboter.

Für mich haben Sie aber einen, nein zwei entscheidende Fehler gemacht, die ich Ihnen „ankreiden“ muss.

Erstens, das Foto, den öffentlichen Auftritt mit Erdogan hätten Sie umgehen, vermeiden müssen, denn Sie hätten wissen müssen, das Ihre Person und Popularität von Politikern ausgenutzt werden wird. Ebenso von Medien und den zahlreichen Gegnern dieses Politikers. Zu denen ich mich ganz gewiss auch zähle.

Das Treffen war niemals privater Natur, sondern durch die Kreise des Präsidenten auf Öffentlichkeitswirksamkeit ausgelegt. Das wird Ihr Berater gewußt haben und all den Treffen trotzdem (oder gerade deshalb?) zugestimmt. Sie vermutlich sogar mitarrangiert haben.

Wäre es ein privates Treffen gewesen, hätten alle Beteiligten darüber geschwiegen und die gemachten Photos ihren Enkeln später, irgendwann einmal, stolz gezeigt.

Auch wenn Ihr persönlicher Lebensmittelpunkt London geworden ist, Ihnen die politischen und sozial-gesellschaftlichen Geschehnisse in Deutschland nicht mehr viel bedeuten mögen, Sie mit Deutschland eher negative Erfahrungen verbinden.

Sie hatten trotzdem die Nominierung des DFB-Trainers Löw angenommen und haben es zugelassen, das dieser sich wenig später schützend vor Sie stellen wollte und ein Stück weit vor Sie stellen musste.

Denn Löw wird Sie kennen und er weiß, das Kritik an Ihrer Person sich negativ auf Ihr Fußballspiel auswirkt. Daher sein öffentlicher Versuch, Sie in Schutz zu nehmen.

Löw hatte mit Ihnen geplant und vermutlich auch ein Stück weit das „Spiel der DFB-Auswahl“ auf Sie zugeschnitten.

Da kommt ihr zweiter, noch viel größerer, persönlicher Fehler zum Tragen.

Sie bemerkten schon weit vor Südtirol, das Ihre Gegenwart beim DFB, den vielen „DFB-Offiziellen“, vor allem bei den zahlenden „Sponsoren“ aus der verlogenen Industrie (Mercedes), wenigstens „Unbehagen“ hervor rief.

Sie fühlten sich vermutlich „gemobbt und ein Stück weit ausgegrenzt“. Nicht völlig unberechtigt.

Zu diesem Zeitpunkt hätten Sie mit Löw und vielleicht auch mit Bierhoff sprechen müssen, ihren Rücktritt “im kleinen Kreis“ erklären müssen. Ihr eigenes Unbehagen, ihre negativ aufgeladene Gefühlwelt den beiden erklären müssen und dann entsprechend ehrlich handeln.

Sich dafür entschuldigen, das das alles durch Ihre unüberlegte Eselei, kurz vor der WM zustande kam, dann Löw und Bierhoff darum bitten, ihren Rücktritt aus der DFB-Auswahl medial so zu gestalten, das ein, für alle Beteiligten, möglichst „schadenfreies Verfahren“ gewährleistet wird.

Das haben Sie nicht getan, sondern sich trotz der, vor allem Sie selbst belastenden Atmosphäre, aufstellen lassen und zwei sehr schlechte WM-Spiele abgeliefert.

Dann sind Sie in den Urlaub gefahren, abgetaucht und brauchten angeblich Zeit zum „Nachdenken“, zum „Reflektieren“.

In dieser recht langen Zeit ist Ihnen und Ihrem Berater nicht viel Zündendes eingefallen. Von dem Herrn Doktor sollten Sie sich, in Ihrem eigenen Interesse, baldigst [zeitnah] trennen.

Ich habe nicht den Eindruck, auch aus der Ferne, das dieser Mann tatsächlich Ihre Interessen vertritt, eher seine eigenen.

* * *

Es reichte also nur zu einer Instagram-Trilogie der Marke „Billig-Drama“.

Sie haben, völlig zurecht, den oft völlig überzogenen Umgang innerhalb des DFB und seiner sich selbst immer schon viel zu wichtig nehmenden Funktionäre, mit Ihnen gerügt.

Sie haben den oft ungerechtfertigten und ungerecht gestalteten Umgang vieler Medien mit Ihnen angeprangert.

Und sie haben, völlig richtig, den Umgang der Sponsoren des DFB mit Ihnen kritisiert.

Vor allem Grindels bescheuerte und überzogene Aussagen (z. B. zur angeblich beschädigten  „Integrationsarbeit“ des DFB), die er zu Ihrem viertenTermin mit Erdogan, den Medien dann liebedienerisch servierte. Weil er, als kleiner Politprofi ahnte, was man von ihm erwartete.

Das alles ist aber nicht weiter verwunderlich bei solchen „Sportfunktionären mit politischem Migrationshintergrund“, denn der Mann ist CDU-Politiker (ehemaliger MdB) und zuallererst daran interessiert, sich selbst in ein „gutes Licht“ zu rücken.

Wobei es ihm völlig egal ist, da er Politiker ist, wer da gerade „die Lampe hält und zu welchem Zweck da gerade medial etwas ausgeleuchtet“ werden soll. Hauptsache, er steht dabei irgendwie positiv im Weg und es nutzt seiner Person.

Grindel hat beim DFB nichts zu suchen. Wie viele andere vor ihm auch. Der Typ ist und bleibt Berufspolitiker und soll den DFB für politische Zwecke missbrauchen, den DFB für eine nicht existente „Wohlfühlwelt“ im Sinne von Wirtschaft und Politik, zur Sedierung der deutschen Wähler die Fußball mögen, benutzen.

Solche „Funktionäre“ sind die „Brücke zwischen Verbänden und der Politik“, die der DFB auch glaubt zu benötigen, falls die deutsche Justiz sich doch noch dazu entschließen sollte, die „gekaufte WM von 2006“ von einem Gericht aufarbeiten zu lassen.

Grindel selbst ist sicher nicht dazu prädestiniert über „Integration und Integrationswillen“ zu schwafeln. Als MdB hat er mehr als einmal bewiesen, das er kein Freund von gelungener politischer Integrationsarbeit ist.

 * * *

Sie beklagen, auch wieder zurecht, das viele Medien ihr Treffen mit Erdogan für ihre eigenen Zwecke und zur politischen Meinungsmache ausgeschlachtet haben.

Lieber Herr Özil, Sie müssen das doch alles längst wissen und kennen! Diese Leute kennen kein Pardon, nur Auflagen, Clicks und ihre zahlenden Herren.

Sie beklagen, ebenfalls wieder zurecht, das die verlogenen Sponsoren, hier wohl an erster Stelle Mercedes, sie sofort von allen, mit dem DFB vereinbarten Werbeterminen und Auftritten ausgeladen hatten.

Sie nennen das, zu Unrecht, Rassismus.

Nein, ganz sicher kein Rassismus, sondern nur Werbestrategie.

Auch Sie kennen doch das verlogene Spiel der Werbefuzzis, das auch Ihren Kontostand hat anwachsen lassen.

Es geht hier nicht um den bösen, undankbaren Türken, der auf „Deutschland scheißt“, dem das „Nationaltrikot“ nichts bedeutet, sondern um eine Person, die in den Augen der PR-Lügner kein positiv besetztes Werbebild mehr abgibt, mit dem man die „Doofen da draußen“ zum konsumieren anregen kann.

* * *

Grindels Heucheleien anzuprangern, ist ok.

Die Methoden der Sponsoren zu kritisieren, ist es ein Stück weit auch, nur jemand der in der Vergangenheit selbst nicht unerheblich von Werbeeinnahmen profitiert hat, sollte da „den Ball etwas flacher halten“.

Siehe das Titelbild dieses Textes, entstanden in den „goldenen Tagen der trauten Zweisamkeit“ zwischen Ihnen und Mercedes.

Die „Rassismus-Keule“ auszupacken, ist selten dämlich und genauso unüberlegt, wie jedes ihrer unnützen Treffen mit Erdogan.

Ihr Berater verfolgt Pläne, die Ihnen ganz sicher nicht gut tun werden. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die Sie nicht zu interessieren braucht.

Sie bringen Politiker, Staatsführer wie May und Merkel ins Spiel, die sich ebenfalls mit Erdogan treffen und mit ihm suspekte „Geschäfte“ machen. Das ist deren „Job“, es sind marktradikale politische Vertreter, die sich mit einem politischen Geschäftspartner treffen wollen und müssen.

Der Unterschied zwischen Politikern und einem Fußballer sollte Ihnen mittlerweile geläufig sein.

Sie sind schlecht beraten worden, falls Ihr Berater Sie zu den Treffen ermuntert hatte und Ihnen nun auch noch das öffentliche Auftreten auf Instagram „verordnet“ hat, das Sie als Ihre eigene „Gefühlswelt“ ausgeben (sollen?).

Das dazu noch in einem perfekten Englisch verfasst wurde, das eigentlich nur „native speaker“ hinbekommen.

Leider muss ich da auch dem deutsch-türkischen Boxer recht geben, der bereits öffentlich ihre Aussagen über „Respekt gegenüber dem türkischen Präsidenten“ als das beschrieben hat, was sie sind. „Ein lächerlicher und dummer Versuch der Argumentation“.

Lassen Sie Ihre Mutter doch aus dem Spiel, lassen Sie Ihre, in der Türkei lebenden Verwandten und Familienmitglieder aus dem Spiel.

Weder ihre Mutter, noch einer Ihrer Verwandten hat sich von Erdogan instrumentalisieren lassen. Das waren Sie ganz alleine, auch wenn es auf den Ratschlag eines Dritten zurück zu führen ist.

Lassen Sie das dumme „Respekt“-Gequatsche, das genau immer jene minderbemittelten Ausländer von jedem Beteiligten und Unbeteiligten einfordern, wenn sie an die Grenze ihrer limitierten geistigen Gaben stoßen.

Sie tun damit sich und allen anderen, vernünftigen Menschen, egal ob Migrant oder Deutscher in Deutschland keinen Gefallen, im Gegenteil.

Das Gerede von und über „Respekt“ ist mittlerweile so unendlich unterirdisch „billig“.

Was sie mit Ihren Instagram-Dramen, Teil I bis III erreicht haben, ist:

  • die Nazis von der PVV (Partei der völkischen Vogelschisse), auch bekannt als AfD, können nun Ihre Rassismusvorwürfe wieder mal ganz bequem für deren eigenen toitsch-national-völkischen Blut- und Boden-Scheiß instrumentalisieren,

  • damit schaden sie dem, in den letzten Jahren immer fragiler werdenden, friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher Menschen, in diesem teilweise „wieder erwachten“, Deutschland.

  • Sie haben tatsächlich den Feinden von Integration und friedlichem Zusammenleben eine selten dämliche Steilvorlage gegeben, die diese in viele hässliche „Tore“ verwandeln werden.

  • Sie haben einem „diplomierten Freigänger“ (3.1/2 Jahre) die Möglichkeit gegeben, seine völlig überzogene Kritik an Ihren sportlichen Leistungen der letzten 4 Jahre „rauszukotzen“. Auch ich bin nicht besonders angetan von Ihrer fußballerischen Performance im Dress des DFB, aber die extreme Wortwahl des „alten Mannes vom Tegernsee“ haben Sie nicht verdient.

* * *

Sie haben jahrelang die „Inszenierungen“ der Medien, der Politik, der zahlenden Sponsoren und Werbetypen mitgemacht.

Damit zusätzlich nicht wenig Geld verdient, sogar in Spanien (wissentlich oder unwissentlich) mehr als 2 Mio. Euro Steuern hinterzogen und gegen die verhängte Strafe Einspruch erhoben, die Steuern aber bereits nachgezahlt.

Sie haben sich mit der Entgegennahme eines lächerlichen „Integrationsbambis“ 2010 in Deutschland von Politik und Medien ausgiebigst instrumentalisieren, benutzen lassen.

Für eine leere Worthülse, die die meisten Deutschen nicht verstehen und die meisten „konservativen“ deutschen Politiker aus tiefster Überzeugung ablehnen.

Die deutsche Staatsbürgerschaft haben Sie angeblich beantragt und angenommen, weil Sie sich damals für das „Business“ entschieden haben sollen. Das wohl eher in Deutschland, mit einem deutschen Pass zu realisieren war, als mit einem türkischen Pass in der Türkei.

So wurde es medial dargestellt, ich kenne ihre damaligen Beweggründe nicht und kann auch niemanden das Recht absprechen, „seinen ganz persönlichen Weg des Lebens“ zu wählen.

Sie engagieren sich bei BigShoe und kommen für die Kosten von notwendigen Operationen kranker Kinder in Entwicklungsländern auf.

Dieses Engagement ehrt Sie gewaltig und richtet manche öffentlich ausgewalzte Dummheit, die sie gemacht haben, oder in die sie hinein gerutscht (worden) sind, wieder gerade.

Auch ich bin mit vielen politischen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland nicht einverstanden.

Ich sehe ähnliche Kritikpunkte wie Sie, Herr Özil, obwohl ich kein erfolgreicher Fußballer „mit Migrationshintergrund“ bin, sondern nur deutsche Wurzeln habe (wo immer die ihren Ursprung haben können).

Auch ich fühle mich in diesem marktradikalen Deutschland nicht mehr wohl, auch ich sehe den Rassismus und die Ausländerfeindlichkeit, war dem aber nie persönlich ausgesetzt. Ich war nur immer dagegen.

Ich halte bemüht korrekte Wortschöpfungen wie „Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund“ für genauso rassistisch, wie damals das beleidigende Wort „Ölauge“.

Einige Ihrer gemachten Aussagen sind völlig gerechtfertigt.

Ihre subjektive Wahrnehmung und Ihr engstes Umfeld drängen Sie in eine Opferrolle.

Diese Opferrolle steht Ihnen aber nur bedingt zu. Denn:

„It needs two to Tango“.

* * * * *

Vielleicht richten Sie Ihre nächste Kritik, weniger persönlich aufgeladen, öffentlichkeitswirksam auf die zahlreichen Missstände der marktradikalen Welt, in der wir alle leben müssen.

Ob wir wollen oder nicht.

* * *

Das war’s von meiner Seite, zu einem „eigentlich belanglosen Thema“, das keinesfalls nur belanglose Facetten aufweist.

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