NSU, Trump in Europa und Geld

Mal wieder Eintopf mit den Resten von letzter Woche

Der sogenannte „NSU-Prozess“ wurde vor dem 6. Strafsenat des Münchner Oberlandesgerichtes verhandelt.

Er begann am 6. Mai 2013 und endete mit der Verkündung des Urteils gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und 4 weitere Angeklagte wegen Beihilfehandlungen zu den vom NSU begangenen Straftaten am 11. Juli 2018.

Zschäpe erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe (vermutlich 15 Jahre Haft), da das Gericht sie wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung für schuldig befand und wegen Mittäterschaft in 9 Mordfällen an Zivilpersonen, einem Mord an einer Polizistin, 2 Sprengstoffanschlägen und 15 Raubüberfällen. Das Gericht bescheinigte ihr darüber hinaus eine besondere Schwere der Schuld.

4 Bundesanwälte und 95 Nebenkläger, vertreten durch 60 Anwälte, bildeten die Klägerseite.

Das Gericht musste Ereignisse bewerten, die einen Zeitraum von 14 Jahren umfasste, dabei eine hohe Zahl von unterschiedlichen Akteuren und Beteiligten berücksichtigen.

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Das Verfahren wurde von Anfang an durch die Ankläger der Bundesanwaltschaft, durch ihre Anklageschrift und die vorgelegten Beweise in eine, vermutlich durch im Vorfeld erfolgte starke politische Einflussnahmen, Richtung gedrängt, die suggerieren sollte, das es sich beim „NSU“ nur um eine Gruppierung von 3 Personen gehandelt habe, die keineswegs zu bundesweit agierenden, gewaltbereiten und terroristisch ausgerichteten Neonazi-Netzwerken Verbindung hatten, sondern „dann und wann“ Unterstützung durch die Mitangeklagten Helfershelfer gehabt hätten.

Frau Merkel selbst hatte zu den NSU-Straftaten mehrfach erklärt, unter anderem auch als Rednerin bei der Trauerfeier für die neun ausländischen Mordopfer, das „alles dafür getan werden müsse, um diese Verbrechen aufzuklären, um die Helfershelfer und Hintermänner vollständig aufzudecken.“

Die Rolle des Verfassungsschutzes, seiner Landesämter, seiner Präsidenten, seiner V-Mann-Führer bleibt dagegen weiterhin unaufgeklärt. Hessens Verfassungsschutzamt hat seine diesbezüglichen Akten für 120 Jahre unter Verschluss gebracht.

Im Prozess wurden 774 Ladungen ausgesprochen.

Nur 13 Mitarbeiter des Verfassungsschutzes wurden befragt, die meisten aus Thüringen und Hessen. Nur 8 V-Leute des Verf.-Schutzes wurden einvernommen.

Die Initiativen zu diesen Ladungen gingen allesamt nicht von der Bundesanwaltschaft, als Haupt-Anklagevertretung aus.

Und nur ein sogenannter V-Mann, nämlich Tino Brandt, bereits seit 2014 wegen sexuellen Missbrauches von Kindern und Jugendlichen, Beihilfe zum Missbrauch und Förderung von Prostitution, zu nur 5.1/2 Jahren Haft verurteilt, wurde von der Bundesanwaltschaft als Zeuge geladen.

Zwar ließ der vorsitzende Richter es schließlich im 3. Verhandlungsjahr dann zu, das die Rolle der Verfassungsschutzämter im Prozess doch noch etwas beleuchtet wurde. Was die Bundesanwaltschaft eigentlich verhindern wollte und sollte.

Daraus ergaben sich aber keine weiteren juristischen Konsequenzen für verantwortliche Bundes- und Landespolitiker oder Beamte und Mitarbeiter.

Solche Konsequenzen sind jedoch notwendig, wenn dieser Staat noch als Rechtsstaat erkannt werden will.

Diese Konsequenzen konnten auch nicht im Strafverfahren gegen Zschäpe erfolgen.

Die Rolle deutscher Geheimdienste und anderer Behörden, nicht nur im Lichte der Vorgänge um den NSU, sondern im Zusammenhang mit deren gesamter „Arbeit“ gegen den Rechtsextremismus in Deutschland muss definitiv in anderen, noch zu eröffnenden Verfahren aufgeklärt werden und juristisch gewürdigt werden.

Dazu bedarf es aber zunächst einmal Anzeigen oder mutigen Staatsanwälten und nach umfangreichen Ermittlungen, die nötigen Anklageerhebungen und abschließenden Prozesse.

Dazu fehlt den involvierten Politikern der Mut, den Justizbehörden „die Eier“ und den meisten Bürgern das Interesse.

Der „NSU“ hat eine Türe aufgestoßen, die erschreckende Einblicke in einen widerlichen kriminellen und menschenverachtenden Sumpf von außerordentlich gut organisiertem und weit vernetztem Rechtsextremismus in Deutschland gewährte, als das vorher allgemein angenommen wurde.

Weil Politiker und Behörden immer wieder, über Jahrzehnte hinweg, beteuerten, der „Rechtsextremismus“ sei in Deutschland ein völlig überbewertetes Problem.

Das Problem war niemals überbewertet, die unglaubliche Rolle der Verfassungsschutzämter, der übergeordneten Behörden, von belogenen Kontrollinstanzen wurde tatsächlich wenigstens immer heruntergespielt, ganz sicher aber immer wieder vertuscht.

Und letztlich wurde geltendes Recht durch Dienste, Behörden und Politiker gebrochen, bei den zahllosen Versuchen, diese jahrelangen staatlichen Straftaten „unter der Decke zu halten“.

Selbst parlamentarische Kontrollinstanzen und Untersuchungskommissionen wurden immer wieder dreist belogen oder mit „Geheim“ abgespeist. Von außen, wie auch von innen.

Ob diese „marktkonforme Demokratie“ den Willen und Mut zur Aufklärung hat?

Nein!

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Donald in Europa.

Jeder hat ihn lieb, keiner ist ihm böse.

Sagt der Donald, weil er es ja am besten wissen muss. Schließlich ist er ja immer selbst dabei, bei all den Empfängen, Sitzungen, Arbeitsessen, Galadinners, 4-Augen-Gesprächen.

In Brüssel, in und um London, auf seinen Latifundien in Schottland, dann bald auch in Helsinki.

Der Spiegel, also sein Online-Ableger SPON, kann dazu sogar Humor. Am 13. oder 14. Juli veröffentlichte man eine „humorige“, fast schon satirisch gehaltene Zwischenbilanz der bisherigen Trump-Heimsuchungen von Großbritannien.

Da war der Donald schon in Schottland, golfen. Das kann er, glaubt weiß er.

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Die deutschen Medien versuchen immer noch, Trump als politisch und mental komplett orientierungslosen Vollpfosten hinzustellen, der sich mit 70 Jahren noch irgendwie in die Weltpolitik hinein gepfuscht hat.

Weil sie alle nur von den US-Medien, die Trump nicht mögen dürfen, abschreiben (müssen).

Ab und zu ist der Donald auch noch als „Agent Moskaus“ hinzustellen, wie es bereits 2016 medial verbreitet und ausgewalzt wurde. „Dossiers“ über Trump in den Händen von Putin! Verfasser dieser Fake news: ein dubioser (zweifelhafter) britischer Ex-MI6-Mitarbeiter, namens Christopher Steele. Und so weiter.

Trump ist nicht nur ein Medienfuchs. Seine ausgiebige Nutzung von Twitter als eigenes Sprachrohr, ohne lästige Fragen und Zwischenrufe von Pressevertretern, ist eigentlich schon genial. Andere Regierenden folgen diesem Beispiel mittlerweile

Er legt die Musik auf, zu dem die anderen (Regierungschefs) tanzen.

Ob Zölle, Waffenverkäufe, Finanzierungsforderungen an Verbündete (tributpflichtige Vasallen), einseitige Aufkündigungen internationaler Verträge, Einmischung in die Angelegenheiten „souveräner, verbündeter“ Nationen (immer noch tributpflichtige Vasallen).

America first“ – ein Spruch, unter dem jeder etwas anderes verstehen kann, weil er nie ausgiebig erklärt wurde. Mit Absicht.

Obamas „Yes, we can“ war auch so eine Sprechblase, wie Merkels: „Wir schaffen das!“ Un niemand fragte Frau Merkel damals: „Was, wann, wie?“

Aber die meisten lassen sich, völlig grundlos, von solchen verbalen Illusionen doch immer wieder euphorisieren. Genau aus diesem Grund werden solche Sprüche ja auch in die Welt gesetzt.

Mit dem bald 72 Jahre alten New Yorker Asphaltcowboy kommt doch im Grunde keiner wirklich mit. Weil sie alle seinen „Stil“ verachten und ablehnen, aber bis jetzt auch keine wirksame Antwort gefunden haben.

Der Mann geht doch nicht aus der NATO raus. Eher werde ich durch ein Börsengeschäft mit 200 Euro Einsatz „über Nacht“ zum Milliardär.

Der will in erster Linie amerikanische Waffen verkaufen. Und Amerikas Machtansprüche weiter vertreten und durchsetzen.

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Für den gab es zeit seines Lebens immer nur zwei Sorten von Menschen, solche die ihm dienen und Kunden, die ihn reich machen. Andere Menschen hat der Mann nie an sich heran gelassen.

Die ihm dienen, behandelt er eben auch so, wie es zu Zeiten des alten ostpreußischen Landadels üblich war, wie man Knechte und Mägde gemeinhin behandelte.

Und „gute“ Kunden werden umworben. Siehe den saudischen Kronprinzen. Kaufst Du beim Donald für Milliarden Dollar Waffensysteme, bist Du ein „great friend“.

Der Mann hat 4 grandiose Pleiten hingelegt, ist trotzdem (oder vielleicht deshalb) immer noch Milliardär. Ist mit 70 noch Präsident der USA geworden, weil er es wollte.

Der hat mit Immobilien Geld gemacht, dann verloren, dann wieder gemacht, wieder verloren, wieder gemacht, wieder verloren, nochmal gemacht, nochmal verloren und wieder gemacht.

Der hat immer nur eins wirklich gut gekonnt, nämlich Menschen benutzen, ausnutzen und dann wegwerfen.

Der hat nie etwas etwas anderes gemacht und gekonnt, als er es jetzt, als Präsident auch wieder macht.

Der Mann mischt sich nirgendwo ein, der gibt nur (für die USA hilfreiche) wichtige Ratschläge an Verbündete (Vasallen), die gefälligst befolgt werden müssen.

Er erzählt May, sie soll gefälligst die EU in einem „harten“ Brexit verlassen, also alle Bande und Verbindungen mit einem Schlag zu Kontinentaleuropa durchschlagen. Die EU zu verklagen, hat er auch „vorgeschlagen“. Mit Gerichtsklagen wird er sich auskennen.

Dann darf Britannien auch mit den USA eigene Handelsabkommen abschließen (a „great new deal“, „fantastic“ usw.)

Wir kennen ja alle mittlerweile seine diesbezüglichen, üblichen Übertreibungen.

Die EU scheint zumindest als empfindlich störender wirtschaftlicher Machtfaktor in den USA wahrgenommen zu werden.

Trump handelt hier nur nach der alten römischen Macht-Maxime: „Divide et impera“ („zerteile und herrsche“). Du kannst halt eben viel besser deine eigenen Machtansprüche und Pläne in zähen und langen Verhandlungen gegen viele, aber kleinere „Gegner“ durchsetzen. Durch „Weichkochen“.

Wenn Du es dagegen mit einem großen Gegner zu tun hast, sind die Chancen viel geringer, mehr Vorteile für dich selbst herauszuschlagen. Auch das ist „America first“.

Der Mann erzählt dazu auch jede Menge Blödsinn in der Öffentlichkeit und sagt 5 Minuten später: „Das habe ich so nie gesagt. Alles okay! – Beste Freunde, forever.“

Das alles ist wohlüberlegtes Kalkül.

Wer will ihn denn hindern? Und wie?

Vielleicht müssen sich die Damen und Herren Regierungschefs der tributpflichtigen Vasallenstaaten Europas, der NATO-„Partner“ bezüglich der Konversation mit ihm doch öfter mal auf „sein Niveau“ herunterbegeben.

Doch doch, das können die alle, jede Wette.

Sie wollen es nur nicht, wegen der „Reputation in der Öffentlichkeit“. Außerdem hoffen alle, das Trump nur 4 Jahre wird machen können.

Die einzige Person, die Trump vielleicht noch beeindrucken könnte, wäre die schrullige alte Frau im Buckingham-Palast. Wenn die Trump erzählt, wie viel sie hat und was ihr alles gehört, könnte das den Donald eventuell beeindrucken.

Allerdings kann er sagen, das er sein Geld, bis auf die 2 Millionen Starthilfe von Dad damals, während seiner Lebenszeit zusammen gekratzt hat, incl. einer Scheidung.

Lizzies Vermögen ist ja doch eher durch eine Art „erweitertem Familienbetrieb, in jahrhundertelanger Seeräubertradition“ entstanden.

Allerdings hat „Quennie“ ihm ja schon erklärt, das der Brexit wirklich keine einfache Sache ist. Das hat der Donald auch verstanden und sofort brav „getwittert“, was ihm die schrullige alte Milliardärin erzählt hatte.

Geht halt eben doch nicht einfach so…“

Natürlich würde es auch „einfach so“ gehen, aber die wirtschaftlichen Nachteile für die Briten sind dann immens größer, als das damals die Brexit-Kampagnen-Befürworter einsehen wollten. Bzw. schlicht und einfach „drauf geschissen“ hatten.

May versucht, die wirtschaftlichen Nachteile, die ein „harter Brexit“ unweigerlich sofort mit sich bringen würde, für GB zu minimieren, möglichst auszuschalten. Die Zeiten sind endgültig vorbei, wo ein von Kontinentaleuropa isoliertes Britannien die Welt durch Mord und Raub beherrschen konnte.

Schließlich will das britische Establishment keinen „harten“ Volksaufstand riskieren.

Ich bin auf das Treffen mit Putin ehrlich gespannt. Vor allem, was die deutsche Presse daraus macht.

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Geld

Keine Angst, ich werde hier keinen akademisch gefärbten Monolog einstellen.

So etwas finden sie bereits millionenfach im Netz, Monologe, die als Bücher, Blogeinträge, Presseveröffentlichungen, als YT-Videos und als „Dokus“ existieren.

Meist handelt es sich dabei um Sichtweisen von Akademikern, die sich nur am Wettbewerb des „akademischen Weitpinkelns“ beteiligen, daher auch fast immer nur in unverständlicher „Zunft-Sprache“ gehalten, um sich selbst, die Zunftmitglieder und das Publikum zu beeindrucken.

Und die ausgiebige Nutzung dieser „Sprache der Eingeweihten“ lenkt auch oft von der Tatsache ab, das doch nur wieder „heiße Luft“ produziert wird.

Aber es hilft ungemein, dadurch dem Pöbel klar zu machen, wie blöd, doof und unwissend er doch ist und sich gerade in den wirklich wichtigen Sachen, wie „Politik, Wirtschaft, Geld, Finanzen“ und all den anderen Wichtigkeiten des öffentlichen Lebens besser der Stimme enthält und deshalb die „Profis“ machen lassen muss.

Wie solchen „Sub-Spezialisten“, wie Schäuble oder Scholz, Merkel und Schröder, dem Heimat-Horst Seehofer, Dobrindt, Söder, Gauland, „Bernd“ Höcke, Macron, Kurz, Orban, May, Erdogan, sogar einer Frau Nahles aka „Bätschi“, usw. das „Feld“ kritiklos zu überlassen.

Es ist nur zu Eurem besten!“

Das hat schon immer super funktioniert und ist vermutlich einer der Hauptgründe dafür, das die Welt sich gesellschaftspolitisch gesehen, immer nur im Kreis gedreht hat.

Der als Neoliberalismus getarnte Marktradikalismus ist doch nichts anderes als die Wiederauferstehung des Mittelalters, oder des alten Roms.

Ich spreche hier auch absichtlich nicht all die „technischen Neuerungen“ an, die die menschliche Gesellschaft auch immer wieder beeinflusst und verändert haben.

Bzw. die Menschen sich einfach nur den Neuerungen „immer wieder neu angepasst haben“.

Warum sage ich „Neuerungen“ und nutze nicht den allgemein genutzten Terminus „Fortschritt“.

Weil ich der Ansicht bin, das nicht jede Erfindung und Neuerung tatsächlich ein „Fortschritt“ für die Menschheit, ganz besonders für alle Menschen ist und war.

Auch auf diesem Gebiet gab es eigentlich immer nur wenige Sieger und viele Verlierer.

Wie es oft auch, von vorn herein, beabsichtigt war.

Denn eine unumstößliche Regel der Menschen, die nie wirklich umgestoßen und ersetzt wurde, lautet: „Wer schon viel hat, der wird auch noch mehr erhalten.“

Karl Marx war so einer, der diese Regel ersetzen wollte, seine Jünger Lenin, Stalin oder Mao et al versagten beider Umsetzung von der Theorie in die Praxis jämmerlich.

Geld ist ein wichtiger Teil dieser Regel.

Und für mich ist „Geld“, vor allem all die Thesen über die Finanzwirtschaft, auch die sogenannten „Wirtschaftswissenschaften“, nur weitere Religionen, eine andere Art von Theologie.

Ein Glaube, der Wissen ersetzen soll.

* * *

Mit dem Geld kamen die Schulden.

Das soll bereits vor etwa 5000 Jahren passiert sein. Der US-amerikanische Anthropologe David Graeber hat dies in seinem 2011 erschienen Buch „Schulden – Die ersten 5000 Jahre“ anschaulich und unterhaltsam beschrieben.

Graeber widerspricht darin einigen Grundsatzthesen sogenannter „ernstzunehmender Wirtschaftswissenschaftler“ und belegt seine Thesen auch.

Damit hat er, zumindest in Fachkreisen, eine bedeutende Säule der Geldreligion, wie sie in den akademischen Wolkenkuckucksheimen der Wirtschaftswissenschaften angebetet wird, bereits „abgeschossen“.

Der Link führt zu Wikipedia, wo das Buch kurz besprochen wird und hoffentlich „Appetit auf mehr“ bei einigen Lesern macht.

Für mich ist „Geld“ und alles was damit früher und heute zusammenhing, die einzig wirklich weltumspannende Religion, die vermutlich von fast jedem einzelnen Menschen geglaubt wird.

Wer Geld besitzt, kann damit Dinge kaufen, sein Leben finanzieren.

Wer viel oder sehr viel Geld besitzt, kann damit noch mehr kaufen, vor allem Produktionsmittel (Marx) und somit noch mehr Produkte / Dinge herstellen, bisher ( wg. Industrie 4.0!) hat er dadurch anderen Menschen auch Arbeit verschafft, für die er Geld bezahlt (Lohn) und im Regelfall (wenn er sich nicht ganz dösig anstellt) noch reicher wird, denn er bezahlt für die geleistete Arbeit viel weniger und behält den größten Teil des erwirtschafteten Umsatzes, als Gewinn, für sich ein.

Um das etwas zu regulieren, wurde einstmals auch die „Mehrwertsteuer“ als reine Unternehmenssteuer konzipiert.

Sie wurde schnell, auf Druck der Unternehmer, in eine reine Verbrauchssteuer für Jedermann geändert.

Nahezu jeder Mensch glaubt an dieses augenscheinlich einfach konzipierte System des Geldes.

Ich habe nichts geerbt, habe nicht die mentale Veranlagung, um viel Geld in kurzer Zeit „zu machen“, also muss ich meinen Körper, mein Leben, meine Fähigkeiten als Arbeiter oder Angestellter (als Lohnabhängiger) anbieten.

Verfüge ich über besonderes Spezialwissen, kann ich mehr „verdienen“, als andere.

Habe ich „bescheidene, limitierte körperlich und oder geistige Anlagen“ werde ich nur wenig Geld für meine Arbeitskraft erzielen.

Wenn ich mehr kaufen will, als ich verdiene, muss ich Schulden machen, einen Kredit aufnehmen, um das zu konsumieren, zu kaufen, was ich glaube, kaufen zu müssen, obwohl es meine Einkommenssituation übersteigt.

Ich blende aus, das mich mein sofort befriedigter Konsumwunsch im Endeffekt noch mehr Geld durch Zinsen kosten wird, die auf den aufgenommen Kredit aufgeschlagen werden, als der normale Kaufpreis, den ich nach einer Zeit des Sparens hätte entrichten müssen.

Leben – Arbeit – Geld – Lebenshaltung – Konsum – Kredite – Schulden – Zinsen.

Die Masse der Menschen hat sich nie wirklich ernsthaft damit beschäftigt, eine Alternative zu „Geld – Schulden – Zinsen“ zu entwickeln, um ihr Leben zu gestalten.

Auch nicht zur „Lohnarbeit“.

Sie glauben, das alles muss so sein.

Sie glauben, das Schulden eine normale Begleiterscheinung des menschlichen Lebens ist.

Das Zinsen auf Kredite ein völlig berechtigter Vorgang sind.

Weil es ihnen immer wieder in den Denkapparat eingehämmert worden ist.

Von wem?

Von denen, die über viel Geld verfügen.

Über so viel Geld, das sie damit nicht nur ihr eigenes Leben auf einem exorbitant hohen Level bequem finanzieren können, sondern auch immer noch so viel übrig haben, das sie es, gegen Zinsen, verleihen können, dazu weitere Produktionsmittel erwerben können.

Die Abhängigkeit der Menschen vom „Geld“, der nicht im Ansatz hinterfragte Glaube an „Geld“, an das „System Geld“ hat die Menschheit immer wieder zu Sklaven werden lassen.

Hat die Menschheit immer in Kriege, Vernichtung und Elend geführt.

Nur, Geld alleine hat das alles nicht fertig gebracht.

Aber die Menschen, die Geld besaßen und besitzen, im Zusammengehen mit „Ökonomen“ den „Hohepriestern der Wirtschaftstheorien“ und gewissenlosen, korrupten Politikern, die Gesetze schufen, die immer nur die Gruppe der Besitzenden bevorteilte.

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Ich weiß, für die meisten Leute bin ich ein Spinner, ein Träumer, einer mit ungenügendem Halbwissen, einer der immer nur die bewährten Grundfeste und „Werte“ der Menschheit in Frage stellt.

Ja, weil ich seit so vielen Jahren sehe, das die „Systeme“ der Menschen nicht funktionieren, immer wieder kollabieren, immer mehr Menschen „die Luft zum Atmen“ nehmen.

Systeme, die immer mehr Ungerechtigkeit schaffen, statt einen Lebensraum zu kreieren, der dem eigenen Anspruch, „der Mensch sei die Krone der Schöpfung“ endlich mal etwas näher kommen würde.

* * * * *

Viele Menschen, denen es noch möglich ist zu konsumieren, konsumieren ohne Sinn und Verstand.

Sie kaufen überteuerte „Markenprodukte“, hergestellt von Konzernen, denen es nur um Profitsteigerungen, Marktanteile und Monopolstellungen geht.

Diese Produkte sind so überteuert, das neben den exorbitanten Gewinnen für die Anteilseigner noch wenigstens eine weitere Milliardenindustrie, nämlich die Werbung fett leben kann.

Mein Sohn hat sich ein Smartphone gekauft. Es läuft, wie viele andere Smartphones mit dem „kostenlosen“ Betriebssystem „Android“ von Google Inc.

Android“ ist eine Werbeschleuder allererster Güte. Sie öffnen den Google-eigenen Browser „Chrome“ und jede Website scheißt sie sofort mit „nur für sie exklusiv optimierten Verbraucherangeboten“ zu.

Die Installation des Google-fremden „Adblocker-Browsers“ führt zu Systemabstürzen, „black screens“, usw.

Jede von Google bereitgestellte zusätzliche „App“, früher hieß das mal „Programm“, scheißt den „User“, also den zum Konsum dressierten Vollhonk (aka Käufer eines Android-Smartphones) ebenfalls mit massenweise unützer Werbung zu. Sogar eine Kompass-App.

Aus Interesse (Neugier) rief ich eine Nachrichtenapp mit einzustellendem lokalem Wetterbericht auf.

Bekam fast sofort eine Auswahl an deutschen Nachrichten und öffnete mit dem „Chrome-Browser“ dann ein „Angebot“ vom „Locus-Nachrichtenmagazin“ (Focus).

Ich konnte nicht mehr unterscheiden, was Werbung und was „Nachrichten“ waren.

All diese Smartphone-Erfahrungen machte ich ja nur, weil ich auf meinem Notebook seit Jahren keine deutschen Zeitungsmedien mehr aufrufe, seit diese mich auffordern, meinen „Adblocker“ abzuschalten, um in den „Genuss“ von „Qualitätsnachrichten“ und „zielgerichteten, extra nur für mich optimierten, Verbraucherinformationen“ zu kommen.

Das Geld, um diese überbordende Scheiß-Reklame zu finanzieren, stammt aus den Verkäufen von komplett überteuerter „Markenware“.

Da könnte jeder von uns etwas tun, zum Beispiel überlegen, was man in den Einkaufswagen wirft.

* * *

Dazu kommt dann noch ein anderer Aspekt, der mit dem Umweltschutz, Naturschutz, Umweltverschmutzung und Plastikmüll zu tun hat.

Coca-Cola, natürlich auch alle anderen Konzerne, dürfen einfach mal so entscheiden, weil es die Profite steigen lässt, vermehrt ihr Gesöff (Produkte) in Plastikflaschen, statt Glasflaschen abzupacken.

Das ist nämlich unternehmerische Freiheit, sich aktiv an der Umweltzerstörung zu beteiligen, ihr Vorschub durch immer mehr Plastikverpackung zu leisten, weil Plastik die Gewinne steigen lässt.

Während der WM durfte ich vor und während der Pausen der angeschauten Spiele Zeuge von Werbung werden, die mir den Atem verschlug, mich teilweise auch wütend und zornig werden ließ.

Hintergrund:

2 thailändische Familien, die unter anderem auch Pay-TV-Sender in Konkurrenz zueinander betreiben, kauften gemeinsam die TV-Rechte der FIFA-WM. Die (Militär-)Regierung befand, das alle Spiele auch im Free-TV, für jedermann, frei und ohne zusätzliche Kosten, zu sehen sein müssen.

Daraufhin legten ein paar weitere Konzerne, auch halbstaatliche Konzerne, wie der einstmals komplett staatliche Mineralölkonzern PTT, zusammen und ermöglichten die Übertragung im Free-TV, auf den frei empfangbaren Kanälen von „True4You“, „Amarin-TV“ (die auch die verschlüsselten Pay-TV-Sender betreiben) und dem militär- eigenen Sender „Kanal 5“.

Jeder der vielleicht 6 oder 7 großen „Sponsoren“ für den „Free-TV“-Empfang, durfte nun in Endlos-Schleife, extra freigehaltene, bis zu 20 Minuten andauernde Werbeblöcke, mit fast immer den gleichen Spots beschicken. Das alleine nervte schon gewaltig.

Für mich „schoss den Vogel“ aber GC (Global Chemical) eine Tochter von PTT ab.

Deren Spots zeigte zwei Typen, einen „gebildeten Besserwisser“ und einen „dummen Hanswurst“, die die Vorzüge von Plastik und anderen chemischen Erzeugnissen des GC-Konzerns anzupreisen hatten.

Am Ende jeden Spots wurde das Logo von GC eingeblendet, darunter die frohe Botschaft: „Chemistry for better living“.

Chemische Erzeugnisse, vor allem Plastikverpackung, made in Thailand.

Dazu sollte man wissen, das Thailand jährlich 13 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer verklappt und damit in die TOP 6 Nationen der Ozean-Verschmutzer aufgestiegen ist.

Wer das macht, weiß ich nicht. Das es gemacht wird, wundert mich nicht. Das es mittlerweile 13 Mio. Tonnen pro Jahr sind, wundert mich auch nicht wirklich.

Die Zeitung „The Nation“ veröffentlichte vor ein paar Tagen einen Artikel, in dem eine Werbe-Aktion von adidas-Thailand besprochen wurde, die einen Strand in der Provinz Phetchaburi mit Hilfe von zwei Celebrities und mehreren Freiwilligen von Plastikmüll säuberten und dabei, quasi „im Vorbeigehen“ mitteilten, das auch eben Thailand einen beachtlichen Anteil an der Verschmutzung der Weltmeere hat.

Woher kommt das?

Weil der Dreck produziert wird, bedenkenlos gekauft wird, noch bedenkenloser entsorgt wird und dann von irgend jemandem aus Profitgründen (das sind viele) von „der Müllmafia“ dann im Meer verklappt wird.

Überall auf der Welt. Das passiert genauso in Deutschland, der EU, in jedem Land der Erde, nicht nur in Thailand.

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Zum Abschluss noch etwas.

Die EU resp. das EU-Parlament erdreistet sich, am 16. Juni eine Delegation von EU- Parlamentariern nach Thailand zu schicken.

Man will die „Fortschritte bei der Demokratisierung“ überprüfen. 2014 hatte ja eine Militärjunta die Regierungsgewalt in einem Putsch übernommen.

Generell bin ich ja davon überzeugt, das Soldaten in ihren Kasernen zu bleiben haben, sich, solange sie Soldaten sind, nicht in die Politik einzumischen haben, schon gar nicht mit Waffengewalt.

Die Unverschämtheit und bodenlose Arroganz dieser EU und des „EU-Parlamentes“ besteht meiner Meinung nach darin, das diese Vögel ihr System als „Demokratie“ und „demokratisch“ verkaufen wollen (nur weil „gewählt“ wurde), anderen Nationen „Kontrollbesuche“ abstatten, weil sie ihre tollen „Freihandelsverhandlungen“ solange einfrieren werden, bis man gefälligst wieder „wählen“ lässt.

Vielleicht sollte die Militärregierung ihre Wahlversprechung doch wieder kippen.

Zum Schutz der Bevölkerung vor EU-“Freihandelsabkommen“.

Wir wissen ja mittlerweile, das es bei den „Freihandelsabkommen“ nicht um freien Handel geht, sondern um die massive gesetzliche Bevorteilung von Konzernen zur Profitsteigerung für deren Anteilseigner.

Für die Menschen kommt da nix Gutes bei ‚rum.

Nur für die Besitzenden, hier, wie auch in der EU.

Außerdem, der thailändische Premier wurde vor wenigen Wochen noch von Macron und Frau May empfangen. Was wollen diese „Heinze“ aus Strasbourg? Regierungschefs reden mit der Junta, auch ohne „Demokratisierungsprozesse“.

Auch die Regierungen der USA haben nach „öffentlicher Empörung“ ganz schnell den Weg zur „Normalität“ im Umgang mit Thailands Militärregierung gefunden.

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Bis die Tage…

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