Fußball

Auch davon hat er keine Ahnung, nur wieder eine Meinung

Genau. Und die soll jetzt auch ihren Weg ins Internet finden. Dafür ist es ja auch da. Nicht nur für die anderen, auch für mich.

Wem geht das Gemecker, Gegacker und Gelaber der deutschen „Sport“-Presse ebenso auf den Wecker wie mir?

Ich müsste es ja eigentlich gewohnt sein.

Wie viele Europa- und Weltmeisterschaften habe ich schon mit verfolgen können? So viele. Immer am Fernseher, ganz früher auch mal am Radio, immer verbal begleitet durch Generationen von „Experten“ aus den Medien und dem Sport selbst.

Und ja, es gab „früüüher“ bessere, klügere, wortgewandtere Experten. Leute mit viel mehr Sachverstand und Hintergrundwissen.

Ob im privaten oder öffentlich-unrechten TV, ob in den Printmedien, die heutzutage auch im Sportteil ihren freien Platz mit unbearbeiteten dpa-Meldungen füllen. Kostet weniger, steigert dafür die Gewinne für die Medienfamilien.

Selbst „Fachblätter“ steigerten sich nach dem Spiel der DFB-Auswahl gegen das mexikanische Team in die, mittlerweile normal und üblich gewordenen Weltuntergangsszenarien.

Was war passiert?

Nach dem Titelgewinn in Rio de Janeiro, Anno 2014, war die „deutsche Welt“ heile.

Egal, wie beschissen die Politik der Bundesregierung damals auch schon war und heute immer noch ist.

Deutschlaaaand war wieder, zum vierten Male (wurde ja auch Zeit, verdammt nochmal) wieder Fußball-Weltmeister.

Nein, nur die Auswahl des Deutschen Fußballbundes wurde wieder Fußball-Weltmeister.

Mir geht nämlich dieses übersteigerte Nationalgetue der Medien und vieler „Fans“ immer mehr auf die Nerven. Gerade der Fußballsport (?) und seine organisierten Großveranstaltungen eigneten sich schon immer hervorragend dazu, die „WIR-Gefühle“, die die Politik fast nie zustande brachte, für eine gewisse Zeit hoch zu pushen.

* * *

Bereits im Vorfeld der WM, den Vorbereitungsspielen (Testspielen) und dem Trainingslager in Südtirol ging die harsche, oft auch ungerechtfertigte Kritik an Spielern und Trainer Löw los. Die „Gegner“ in den Testspielen wurden nicht „hinweg gefegt“, mit „Schimpf und Schande“ aus den jeweiligen Stadien gejagt.

Man verlor sogar und der Sieg gegen Saudi-Arabien wurde in eine Niederlage umgeschrieben.

Dann das verlorene Spiel gegen das mexikanische Team. Ein Team, das bereits länger zusammenspielt. Clever agierte, die Taktik ihres Trainers umzusetzen wusste und das richtige Spiel gegen die DFB-Auswahl fand.

Es machte mir Freude, das beherzte und schnelle Spiel der Mexikaner zu beobachten. Es machte mir keine Freude, das Tor von Hirving Lozano ansehen zu müssen. Aber es war ein tolles Tor. Keine Frage und schön heraus gespielt.

Der Sieg des mexikanischen Teams war verdient, denn sein deutscher Gegner war nicht optimal besetzt (der Einsatz von Mesut Özil und Sami Khedira war auch mir tatsächlich ein Rätsel).

Trotzdem kämpften die meisten Spieler des DFB und wollten das Spiel gewinnen. Daran hatte ich während des gesamten Spiels keine Zweifel. Nur, der Gegner war eben auch nicht „ohne“.

Kritik an Löws Aufstellungsentscheidungen sind bestimmt nicht unangebracht gewesen. Und ich bin mir sicher, das auch Mesut Özil und Sami Khedira eingesehen haben, das ihre Leistungen nicht mehr annähernd den Leistungen von vor 8 Jahren in Südafrika entsprachen.

Die Startelf hat Löw beim 2en Gruppenspiel, gegen das schwedische Team, dann auch korrigiert.

Zumal er wissen musste, das Schwedens Team, die bereits in der WM-Qualifikation Italien und die Niederlande mit ihrem unsäglichen „Catenaccio“, dem äußerst defensiven „Türriegel“-Spiel-System, das jedes Spiel unansehnlich werden lässt (zumindest für mich), die Teilnahme an der Endrunde in Russland versagt hatte.

Auch hier, im Vorfeld und im Nachgang zum Spiel, mussten große Teile der deutschen Presse und nicht wenige „Experten“ ihre unangebrachten, teils überzogenen negativen Äußerungen wieder anbringen.

Vor allem Toni Kroos stand, für mich völlig zu Unrecht, unter massiver Kritik. Den wahren Grund für dieses „Niederschreiben“ kenne ich allerdings nicht. Das wird wohl ein Geheimnis der „Zunft“ bleiben.

Neben Jerome Boateng und Manuel Neuer (beide waren für lange Zeit vor der WM verletzt und konnten somit keine Spielpraxis sammeln) ist Toni Kroos für mich einer der wenigen Weltmeister aus dem 2014er-Team, die in beiden Spielen sehr gut agiert haben.

Selbstverständlich ist Marco Reus, der endlich ein großes Turnier bestreiten kann und nicht wieder durch langwierige Verletzungen gehindert wurde, der Maximalgewinn für das Spiel der DFB-Auswahl. Ich hoffe für ihn persönlich und für das Spiel der DFB-Mannschaft, das er seine Leistungen im weiteren Verlauf des Turniers halten und vllt. noch steigern kann. Ich sehe ihm gerne zu und er ist für mich, neben Kroos, der Motor des deutschen Spiels.

Auch Antonio Rüdiger, war, trotz einiger anfänglicher Unsicherheiten ein Gewinn. Ich fand seine Leistungen, gerade nach der zweiten gelben Karte für Boateng und seinem Einsatz, als alleiniger Innenverteidiger und „Ausputzer“ vor Neuer, gelungen. Rüdiger wird wohl gegen Südkorea nicht wieder eingesetzt werden, da Mats Hummels seine Halswirbelverletzung bereits erfolgreich auskurieren konnte.

Gegen Südkorea erwarte ich ebenfalls keine Himmelsstürme, sondern kampfbetonten Fußball mit viel nötigem Körpereinsatz.

Ich erwarte, das Mexiko auch Schweden verlieren lassen wird und die Gruppenphase als Tabellenerster abschließen wird.

Wenn das DFB-Team als Gruppenzweiter sich für das dann anstehende Achtelfinale in Samara am 2.7.18 qualifiziert, dann wird man vermutlich bereits gegen Brasilien, als mutmaßlicher Erster der Gruppe E, spielen müssen.

Es sei denn, der letzte Spieltag der Gruppenphase, mit den Paarungen Serbien : Brasilien und Schweiz : Costa Rica bringt noch Überraschungen, durch die der Schweizer „Nati“ zum Gruppensieg verholfen wird.

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Das gegenwärtige Team des DFB erscheint mir noch nicht ausreichend eingespielt, wie das Team, das 2014 den Weltmeistertitel gewinnen konnte. Und auch dieser Gewinn war zu keiner Zeit (außer vielleicht gegen das damals völlig desolate Brasilien) ein „Spaziergang“.

Auch die Gegner in der Gruppe „F“ sind heuer nicht von Pappe, Mexico schon mal gar nicht und das Spiel der schwedischen Auswahl ist alles andere, als leicht zu „knacken“.

Die Südkoreaner werden keine „leichten Gegner“ sein und haben im ersten ihrer Gruppenspiele, gegen Schweden, keine schlechte Leistung gegen die völlig destruktive Spielweise der schwedischen Elf gezeigt, obwohl ich dieses Spiel als eines der bisher unansehnlichsten Spiele der WM 2018 ansehe.

Das sprichwörtliche „Losglück“, das dem DFB eigentlich bei fast jedem früheren Turnier hold war, ist diesmal der englischen Gurkentruppe zugewandt. Panama und Tunesien wären bestimmt auch von der bislang noch nicht sonderlich gut eingespielten DFB-Elf „in Blitzkriegsmanier“ (Standforderung deutscher „Fans“ und Presse) aus den Stadien „gefegt“ worden.

Gegen das erwartungsgemäß gut spielende Team aus Belgien können die gegenwärtig völlig überbewerteten „Three Lions“ beweisen, ob die Hysterie der englischen Medien gerechtfertigt ist. Vermutlich eher nicht.

Das Argentinien nach dem 3en Spiel ausscheiden wird, verwundert mich nicht. Deren Trainer ist einfach nicht in der Lage, seine Spieler mit und für Lionel Messi (31) spielen zu lassen. Das Momentum „Messi“ sind die argentinischen Spieler einfach nicht in der Lage, zu nutzen und zu unterstützen.

Dieses Defizit schleppte auch Portugals Team über viele Jahre mit sich herum, bis es endlich gelang, 9 Spieler zu finden, die die Qualitäten von „CR7“, Christiano Ronaldo (33) endlich spielerisch unterstützen können und für das gesamte Team zu nutzen wissen. Deshalb konnte Portugals Team, nach vielen vorherigen und immer schlechten EM- und WM-Auftritten, 2016 doch noch den Gewinn der Fußballeuropameisterschaft eintüten. Und ihren Kapitän zusätzlich ehren.

Brasiliens Theatralik geht mir immer mehr auf „den Sack“. Die zum Standard mutierten Gesten von Spielern und Trainer sollte man sich in der „Selecao“ endlich verkneifen, wenigstens aber reduzieren und sich aufs Fußball spielen konzentrieren. Am und mit dem Ball „zaubern“, das wollen wirkliche Fans, auch außerhalb Brasiliens, sehen. Ich auch.

Und keinen 220 Mio-Einkauf, wie Neymar, der alle 5 Minuten sich auf seinen Arsch fallen ließ, um Elfmetern zu provozieren. Dafür hätte er in seinem ersten WM-Einsatz bereits „Rot“ sehen müssen. Wenigstens nach dem 5en Mal.

Ich kann es mir auch nicht verkneifen, das destruktive Spiel, das Schwedens Trainer Janne Andersson seinen Spielern verordnet hat, ausreichend zu kritisieren.

Über den Trainer selbst fand ich sogar auf „kicker.de“ keine weiterführenden Infos, zum Beispiel im obligatorischen „Steckbrief“.

Das Schwedens Fußballfans nach langen internationalen Durststrecken einem Erfolg „ihres“ Teams entgegen fiebert, kann ich verstehen. Das viele schwedische „Fans“ dabei das nicht vorhandene „Fußball spielen“ ausblenden und nur auf das Ergebnis schielen, ist für mich auch nachvollziehbar.

Das Herr Andersson sich von Jubelgesten einiger Mitglieder der DFB-Bank provozieren lassen will und beleidigt fühlt, stellt für mich die geistige und sportliche Bankrotterklärung eines „C“-Klasse-Trainers dar, der endlich, leider sehr spät, die Erfahrung machen musste, das „mauern“ und „kontern“ auf die Dauer keinen Weltmeister machen.

Das mussten in den 70igern, nach anfänglichen Erfolgen, auch der italienische Vereins- und Nationalfußball feststellen.

Statt das der DFB Entschuldigungen twittert, die FIFA „Ermittlungen“ gegen 2 DFB-Mitarbeiter aufnimmt, sollte sich Herr Andersson für den grottenschlechten Fußball entschuldigen, den er seiner Mannschaft seit Jahren aufgezwungen hat und den nicht wenige Fußballanhänger weltweit strikt ablehnen.

Zumal ich davon überzeugt bin, das die Fußballer der aktuellen schwedischen Mannschaft wesentlich mehr können und wollen, als ihr Trainer kann und will.

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Ich wünsche mir etwas mehr Gelassenheit bei den deutschen „Fans“ und den Medien in Bezug auf das aktuelle DFB-Team.

Wir sehen eine in vielen Teilen, neue Mannschaft, die sich finden muss und wird. Da stehen keine Kasper auf dem Feld. Keiner von denen findet Gefallen am Verlieren oder schlechten Leistungen im Einzelbereich oder als Mannschaft.

Da sind neue Gesichter, die man nicht mit einem Philipp Lahm vegleichenn kann, der als rechter Außenverteidiger nicht nur diese Aufgabe fast immer perfekt meisterte, sondern die rechte Außenlinie rauf und runter rannte, und das Angriffsspiel oft positiv beeinflusste und aktiv mit gestaltete.

Özil und Khedira sind von ihrer früheren Form (Südafrika und Brasilien) weit entfernt. Vielleicht werden sie noch ein, zwei mal in diesem Turnier helfen können, aber für die zukünftige Team-Gestaltung werden sie vermutlich immer weniger gebraucht werden.

Das ist im Leben und auch im Fußball der Gang der Dinge.

Danke für das Geleistete, aber jetzt müssen andere ran.

Ob man Trainer Löw und seinem Stab anlasten soll, kann oder muss, das er seit 2014, dann 2016 bei der EM und nun für die jetzige WM noch keine hundertprozentig funktionierende „deutsche Spiel-, Kampf- und Siegesmaschine“ hinbekommen hat, das überlasse ich den zahlreichen „Experten“ und den bierbäuchigen „Fans“ zuhause und auf den „Fanmeilen“.

Ich traue mir nicht zu, eine Fußballmannschaft über 12 Jahre lang so erfolgreich zu trainieren, wie das Joachim Löw bislang, mit Höhen und ein paar Dellen, bis jetzt getan hat.

Auch wenn er am Mikro und bei öffentlichen Auftritten immer versucht, DFB-gerecht, gestanzte Worthülsen abzusondern. Aber vermutlich verlangt der DFB und seine sich selbst viel zu wichtig nehmenden Funktionäre ein solches Auftreten.

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Ich wünsche ihnen und mir weiterhin gute, spannende Spiele, fair und sauber, temporeich mit viel Ballzauber.

Zufriedene, friedliche und gut gelaunte Fans, keine verblödeten Hools auf den Straßen und „Fanmeilen“

Eine sich zurückhaltende Presse und eine faire, ausgewogene Berichterstattung über die sportlichen Ereignisse.

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Und diejenigen, die jetzt vielleicht enttäuscht sind, weil keine politischen Themen abgehandelt wurden, die bitte ich sich zu gedulden. Auch ich möchte mir mal eine politische „Auszeit“ gönnen.

Und Stoff genug werden diese Typen ja auch weiterhin produzieren.

Auch wenn mich die amerikanische Anti-Migrationspolitik, das unfassbar inhumane Vorgehen der Regierung und seiner Behörden und die mittlerweile beendete Trennung von Kindern von ihren Eltern in Wut und Rage versetzt haben.

Land of the free…

Das muss es sein.

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Servus, bis die Tage….