Die nationalen Sicherheitsinteressen

Real threads to national security

Trump sieht ja bekanntermaßen in allem und jedem eine „Bedrohung der vitalen nationalen Sicherheitsinteressen der USA“.

  • Nuklearwaffenbesitz anderer Staaten, als den USA selbst

  • Exporte in die USA (kommt darauf an, wer was exportiert und gerade „ins Knie gefickt“ werden soll – sprich: dazu überredet werden soll, US-amerikanische Interessen zu übernehmen)

  • sozialistische“ (hierbei ist es egal, welche politische Form da tatsächlich regiert, wenn es nicht marktradikal ist, dann ist es „sozialistisch/kommunistisch – der Pöbel hat sich an diese Wortwahl seit 1945 gewöhnt) Regierungen, wie zur Zeit Venezuela oder Nordkorea, oder Syrien, oder der Irak, oder Afghanistan und bald sicher südostasiatische Nationen wie Burma (Bodenschätze) und Malaysia, Indonesien (islamische Regierungen).

  • Terrorismus, Islamismus, Kanadier und Mexikaner, Araber, Chinesen, Asiaten, Europäer, Afrikaner, mittel- und südamerikanische „Illegale“ also Migranten, die ihre Familien ernähren müssen und dazu in die USA kommen müssen (weil es im eigenen Land nichts zu verdienen gibt)

Wie schon im letzten Text „The sound of silence“ erwähnt, sollten wir uns jetzt alle mittlerweile an Trumps ständig übertreibenden Sprachstil gewöhnt haben und im Kopf immer eine „Rückübersetzung“ vornehmen, um die Aussagen Trumps unter einem „normalen Licht“ einordnen zu können und nicht unter dem Eindruck von Trumps „verbalem Flutlicht“.

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„Nationale Sicherheitsinteressen“

sind das Totschlagargument eines jeden Schwätzers und Rechtsbrechers. Insbesondere Geheimdienste nutzen dieses „Argument“ ausgiebig, weil es die letzte und sicherste Möglichkeit ist, begangene Gesetzesbrüche – also Verbrechen – „unter der Decke zu halten“. Ging ja um die „nationale Sicherheit“! Basta!!

Dabei sekundiert die Politik fast ausnahmslos immer fleißig, meist die „verantwortlichen“ Ministerien, denn auch die in der „politischen Verantwortung Stehenden“ wollen unbehelligt und unbefleckt den „Sauereien“ ihrer Dienste entkommen.

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Es gibt, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, tatsächlich „massive Bedrohungen der nationalen und internationalen Sicherheit“.

Eine immense Bedrohungen die fast jeden Menschen betrifft, die bereits mehr als die Hälfte der Menschheit in Armut und Ausweglosigkeit gepresst hat.

Ich rede vom marktradikalen Wirtschaftsfaschismus, oft und falsch und verharmlosend als „neoliberale Wirtschaftsordnung“ betitelt.

Dieser Bedrohung sind sich nicht besonders viele Menschen bewusst, sonst würden sie, z.B. in Deutschland ganz anders wählen. Jetzt ist es zu spät, denn es gibt nur noch „marktradikale Parteien“ in allen „Farben“ und eine völlig kastrierte PdL.

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Die in Deutschland, von Schröder übernommene und eingeführte, Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA, welche schon von Margret Thatcher in den 1980er Jahren zum Wohle für Britanniens Reiche dort verankert wurde, konnte dank idiotischen Wählerverhaltens durch die „Regierungen Merkel I, II, III und IV“ noch „verfeinert werden“.

Marktradikale Politik ist nichts anderes als die massive, uneingeschränkte Bevorteilung der Reichen, der Besitzenden, der Banken, der Investmentjongleure, der Anteilseigner von anonymisierten Kapitalgesellschaften.

Die Bildung von Konzernen (und deren Agieren) wurde erleichtert, diese Konzerne wiederum versuchen unter den marktradikalen Gegebenheiten vom Status der Oligopole in den Status des (alles vorschreibenden und kontrollierenden) Monopolisten zu gelangen.

„Man“ ist mittlerweile auf einem „guten“ Weg.

Die ungehindert fortschreitende Zerstörung der Umwelt, vor allem der Böden, des Trinkwassers, der Luft und der Meere (hier mal besonders hervorgehoben) ist ein Ergebnis des Marktradikalismus.

Die „Casino-Mentalität“ der gesamten Banken- und Finanzbranchen sind ein unmittelbarer Faktor für die immer schneller fortschreitende Verarmung immer mehr Menschen.

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Am 16.Juni 2018 veröffentlichten die NachDenkSeiten eine Streitschrift von Dr. Werner Rügemer, betitelt mit: „Fake: Es gibt kein Handelsdefizit der USA gegenüber der EU

Wie erwartet, führte dieser Aufsatz zu Unmutsbekundungen, vor allem bei Heiner Flassbeck (Ökonom, Herausgeber der Internetseite „Makroskop“, ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium unter Oskar Lafontaine, die Mehrheit der VWL-Zunft wirft ihm vor „Keynesianer“ zu sein) und anderen Ökonomen und Volkswirtschaftlern.

Daraufhin ergriff Albrecht Müller, selbst Ökonom und Herausgeber der NDS, am 19. Juni 2018 das Wort und brachte selbst ein paar nachdenkenswerte Aspekte, unter dem Titel: „Eine ziemlich belanglose Debatte um Leistungsbilanzüberschüsse, Trump und die Deutschen mit ihren Exportweltmeister-Allüren“ ein.

Ich habe mir zwar seit langem eine gewisse Distanz zu jeder Meinungsäußerung, die in den Bereichen Volks- und Betriebswirtschaft, Ökonomie und Finanzwirtschaft, egal von wem getan wird, angewöhnt, weil hier zu oft „akademisches Weitpinkeln“ betrieben wird, auch von Gegnern der „neoliberalen“ Wirtschaftstheorien. Von den Befürwortern des Marktradikalismus (aka Neoliberalismus) halte ich per se überhaupt nichts. Es handelt sich hier meist nur um völlig angepasste „mit-dem-Strom-Schwimmer“, die sich meist aus Karrieregründen dem „Neoliberalismus“ zugewandt haben.

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In dem Zusammenhang, sie wissen, das es einen Nobelpreis für Wirtschaft gibt.

Der ist aber nicht von Alfred Nobel gestiftet worden, da dieser selbst zu Lebzeiten absolut nichts von Wirtschaftstheoretikern gehalten hatte.

Dieser Preis, der unter dem Logo „Nobelpreis“ mit segelt (wie einige andere auch), wurde seinerzeit, auf Drängen amerikanischer Kreise, von der schwedischen Reichsbank gestiftet.

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Beide Artikel sind lesenswert. Der von Dr. Rügemer sollte als erweiternde Information und als Antipode zu gängigen Meinungen der Volkswirtschaftler verstanden werden.

Der Artikel von Herrn Müller greift eine, von Ökonomen immer vernachlässigte, Betrachtungsweise auf.

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In Dr. Rügemers Aufsatz habe ich aber den „Anstoß“ zu diesem, für mich ungewöhnlich kurzen Text gefunden.

Rügemer weist auf die im Marktradikalismus immer weiter und bedrohliche Ausmaße annehmenden

  • Gewinn-Transfers von Konzernen

  • Gewinntransfers von Privatpersonen

  • Gewinn-Transfers von Aktionären

hin.

In seinem Text wird zwar „nur“ im Kontext zu den kritisierten „Handelsbilanzüberschüssen“ der EU und Chinas gegenüber der US-Wirtschaft, Stellung bezogen, die auch jetzt aktuell von Trump „werbe- und öffentlichkeitswirksam genutzt werden.

Ich sehe diese grassierende Umverteilung, mit meist noch zusätzlichen steuermindernden Faktoren, als eine, wenn nicht die Friedens- und Sicherheitsbedrohung schlechthin an.

Solche öffentlichen Diskussionen um „Handelsbilanzen“, um „Überschüsse und Defizite“, werden immer mehr zu populistischen Zwecken genutzt. Es geht darum, ein Freund/Feind-Bild aufzubauen.

Leider verstehen die meisten Menschen fast nichts von den Themen, aber sie behalten die simple „Botschaft“ im Kopf. Und darum geht es, um Meinungsmache.

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Ich möchte Herrn Rügemers Aufzählung noch um

  • Steuerhinterziehung (als Straftat)

  • gesetzlich geschaffene „Steuerschlupflöcher“ und

  • die Existenz und politische Akzeptanz von „Steueroasen“

erweitern.

Sodann möchte ich nur noch darauf hinweisen, das all die o.g. Punkte, die nur Reiche, Vermögende und Besitzende für sich nutzen können, die tatsächliche „Bedrohung jedes nationalen, des internationalen und jedem individuellen Sicherheitsbedürfnis(es)“ darstellen.

Von jeder Nation und jedem, dort lebenden „normalen Bewohner“.

So einfach ist das.

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Konzerne wie Nestle und Coca-Cola, die an der weltweiten, kompletten Privatisierung der Trinkwasservorkommen arbeiten und dazu jede Menge Zeit und Geld investieren, Beamte und Politiker bestechen überzeugen, internationale Foren sponsern, die Weltbank und UN-Organisationen einspannen und Gegner versuchen mundtot zu machen und zu diskreditieren sind ebenso eine große und ernstzunehmende Gefahr für die Menschheit.

Warum arbeiten Leute wie Peter Brabeck-Letmathe (der ehemalige Nestle-CEO) an solchen Plänen.

Weil sie es lieben, gehasst zu werden? Vielleicht.

Aber vor allem, weil sie es können, weil niemand sie ernsthaft über Jahre hinderte und weil es eben der „Job“ ist, durch „neue Geschäftsfelder Profite für die Anteileigner zu erwirtschaften (gängiges Marktradikalen- und BWL-Geschwurbel). Und um die eigenen Boni zu steigern.

Jetzt ist er ja nicht mehr bei Nestle, sondern er will die „weltweite Dürre“ (lt. eines unkritischen Zeit-Online-Geschwafels) bekämpfen. Mit Wasser hat er’s.

Nestle, Coca-Cola und die anderen Konzerne werden auch ohne Brabeck-Letmathe weitermachen. Keine Sorge.

Und den meiste Menschen scheint es völlig egal zu sein, wenn sie zukünftig Wasser für 5€ den Liter kaufen werden müssen.

Googeln sie mal: Wasserprivatisierung und Nestle. Auch die NDS hatten vor wenigen Monaten eine Reportage aus Südamerika, wo Nestle und Coca-Cola besonders aktiv sind (wegen der dortigen riesigen Trinkwasserreservoire) veröffentlicht.

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Bis die Tage, Servus

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