Frieden schaffen ohne Waffen

Der einzig richtige Weg, oder doch nur eine Illusion?

Viele kennen diesen Slogan, der gar kein Slogan ist, sondern der Titel des Berliner Appells vom 25. Januar 1982, verfasst von Robert Havemann und Rainer Eppelmann.

Lange ist das her. Der Aufruf hat dagegen an Aktualität und Dringlichkeit nichts eingebüßt.

Die Autoren forderten die Menschen dazu auf, sich zu besinnen, um die dauerhafte Grundlage für eine dauerhafte Friedensordnung zu schaffen, anstatt weiterhin zu akzeptieren, das Frieden nur als „Abwesenheit des Krieges“ begriffen wird.

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Die westdeutsche Friedensbewegung der späten 70er und frühen 80er Jahre, eine nicht homogene Sammlung von vielen Gruppierungen der Kriegs- und Rüstungsgegner, die insbesondere gegen den „NATO-Doppelbeschluss“ eine breite Öffentlichkeit mobilisieren konnte, nutzte die o.e. Worte als Slogan, schuf ebenso das weltweit bekannte Symbol der weißen Friedenstaube auf hellblauem Grund.

In der damaligen DDR erlangte der Slogan der dortigen Friedensbewegung(en), nämlich „Schwerter zu Pflugscharen“ einen hohen Bekanntheitsgrad, der auch die Aktivisten in der Bundesrepublik ansprach.

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Im Bonner Hofgarten erreichten die Organisatoren der Friedensdemonstrationen am 10.10.81 die beeindruckende Menge von 300.000 Menschen, die es alle für wichtig befanden, ihre Ablehnung gegenüber der damals dramatisch angestiegenen Weltkriegsgefahr durch atomare Aufrüstung, öffentlich Ausdruck zu verleihen.

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Heute,am 18.04.2018, rufen wiederum einige verantwortungsbewusste Menschen zu einer Demonstration gegen Krieg und für Frieden auf.

Diesmal wird der Pariser Platz am Brandenburger Tor (dort ist auch die US-Botschaft in einem Riesenbau untergebracht) der Versammlungsort sein.

Um 18:00 Uhr, nach der Arbeit.

Denn. Besonders in diesen Zeiten gilt für den Michel immer noch: „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.

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Spiegel online (gehört zur Bertelsmanngruppe) veröffentlichte eine „Umfrage“ zu den völkerrechtswidrigen Angriffen der Terror-Troika (USA, GB & F) vom letzten Samstag.

Sie können die „Ergebnisse“ dort abfragen, wenn sie ihren Ad-Blocker ausschalten.

Der, ganz grob zusammengefasste, Tenor der „Umfrage“ ergab:

59,9% der Bundesbürger seien gegen Krieg.

Die „Umfrage“ war allerdings durch mehrere und vielschichtigere Fragen gebildet worden.

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Frage:

Brauchen die Bürger immer erst „repräsentative Umfragen“, von denen keiner genau weiß, wie sie zustande kamen, um sich gegen Krieg auszusprechen?

Benötigen die Bürger „Umfragen“, um sich zu artikulieren?

Benötigen die Bürger „Umfrageergebnisse“ um sich zu positionieren?

Wenn 60% dagegen sind, dann bin ich auch dagegen.“

Sie glauben, niemand sei so blöd, sich eine „eigene Meinung“ aufgrund von Umfrageergebnissen zu bilden? Ich schon. Leider halte ich das für sehr wahrscheinlich.

Meinungsumfragen und deren „Ergebnisse“, die ganz leicht durch die Auswahl der Befragten und die Fragestellungen beeinflusst werden, sind ein wesentlicher Bestandteil zur Beeinflussung von Wahlen und des Wählerverhaltens.

Ein Beispiel: 9 Monate vor der letzten BTW war Schulz der Messias, vor Merkel, die spd angeblich bei über 30% „Marktanteil“.

Je näher die Wahl kam, desto mehr verschoben sich die angeblichen „Zustimmungen“ in Richtung Merkel, vor allem aber in Richtung AfD. Und so sah dann auch das „Wahlergebnis“ aus.

Das ist VT, keine Beweise!

Stimmt, Beweise habe ich nicht, aber ich darf Vermutungen äußern!

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Wieso nur 60% für Frieden?

40% sind also für Krieg, befürworten den rechtswidrigen Raketenangriff auf Syrien, weil sie die Lügen und die Propaganda der marktradikalen Medien, ohne „Sinn und Verstand“ bereits „gefressen“ hatten?

Die Umfrage zeigt in allererster Linie den Atlantikern, den Kriegslobbyisten, den „councils“, den marktradikalen „Denkfabriken“, wie weit sie von einer Mehrheit für Krieg bei „der Masse“ noch entfernt sind.

Was sie noch tun müssen, um öffentliche Zustimmung zum Krieg zu erlangen. Welche Bevölkerungsgruppen wie getriggert werden müssen.

Meine Meinung:

60% Ablehnung sind, verdammt nochmal, viel zu wenig.

Was ist los, was geht in den pürierten Hirnen der 40% vor?

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Frieden schaffen ohne Waffen, generell Frieden, scheint sich immer weniger Beliebtheit zu erfreuen.

Entweder wissen die 40% nicht, das die USA und GB, nun auch Frankreich und große Teile der EU-Mitglieder Kriege führen, befürworten und weitere Ausweitungen von Kriegen planen, weil es um nichts anderes als die Wiederherstellung der UNIPOLAREN Weltordnung geht, die die USA (und auch GB) verloren haben.

Der Westen, vor allem die bestimmenden wirtschaftlichen und politischen Kreise der USA und GBs haben keine Antworten mehr auf den wirtschaftlichen, technologischen, politischen, diplomatischen und militärischen Fortschritt Russlands und der VR China.

Derv Westen ist bereits teilweise überholt worden.

Die multipolare Weltordnung ist mittlerweile ein Fakt. Ein Fakt, den die marktradikalen Wirtschaftsdiktaturen des Westens, vor allem die USA und GB nicht akzeptieren wollen.

Und deren einzige Antwort besteht in KRIEG, Zerstörung und Terror.

Manlio Dinucci, ein italienischer Journalist hat dazu diesen Text auf Voltairenet am 13. April 2018 veröffentlicht: Das westliche amerikanische Imperium in der Krise“.

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Oder die 40% wissen um die tatsächlichen Gründe für die Kriege des Westens und empfinden dieses Vorgehen als „absolut in Ordnung“.

Nein, ich bin fest davon überzeugt, das die allermeisten „Kriegsbefürworter“ sich durch die massive, jahrzehntelang andauernde Propaganda dauerhaft haben beeinflussen lassen.

Sie haben keine Ahnung, keinen blassen Schimmer davon, das die jetzigen und in Planung befindlichen Kriege einzig und allein nur das Ergebnis der marktradikalen, westlichen Wirtschaftsdiktaturen sind.

Das Ergebnis von unkontrollierbar gewordenen Finanzmärkten, der entfesselten Globalisierung und des billigen, aus dem Nichts geschaffenen Giralgeldes.

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Frieden schaffen ohne Waffen, das können nur Nationen und Staaten schaffen, nur verantwortungsvoll handelnde, kluge Politiker, die die Bereitschaft zur Anerkennung der friedlichen Koexistenz aller Völker untereinander haben.

Dafür müsste „der Westen“, die Bürger dieser Wirtschaftsdiktaturen sich erst einmal von all den Gestalten befreien, die nichts anderes können und wollen, als Geld, Macht, Vorherrschaft.

Das würde bedeuten: Sich nicht nur von kriminell handelnden Politikern befreien, entledigen wollen und diese politisch dauerhaft kaltstellen.

Die Macht der Konzerne, des großen Geldes, der Milliardäre und Multimillionäre, der Börsen, der Berater, der Lobbyisten, der Denkfabriken, der in jedem gesellschaftlich relevanten Kreis überall existierenden und beeinflussend wirkenden „Vereinigungen“ der obskuren NGO’s, der systemunterstützenden Medien muss dann ebenfalls dauerhaft gebrochen werden.

Wer kann das machen?

Wie soll das bewerkstelligt werden?

Wie kann dafür eine breite Zustimmung gefunden werden?

All die derzeit öffentlich und im Hintergrund agierenden Gestalten aus Politik, Wirtschaft und den vielen unterstützenden Kreisen werden sich nicht still und leise beiseite drängen lassen.

Sie werden nicht auf ihre Macht, ihr Geld verzichten und durch gutes Zureden ihr Denken und Handeln überdenken, gar ablegen.

Es sind Psychopathen, gewaltbereit und rücksichtslos.

Deren Weltbild besteht nur aus Sieg oder Niederlage.

Kompromisse sind für diese Typen auch nur Niederlagen.

Diskussionen und Verhandlungen sind Mittel zum Zweck, dienen der Überbrückung von machtlosen Zuständen oder momentanen Schwächen.

Sie können nichts anderes und werden sich mit „Maulkörben“ nicht abfinden.

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Mao (ich bin kein Freund von dieser machtgierigen Gestalt) sagte: „Die Macht kommt aus den Gewehrläufen.“

Er hatte wohl leider Recht.

Denn die Millionen Tote, die seine Politik der gesellschaftlichen Veränderungen in China mehrmals als Ergebnis zeitigte, hatten als letzte Wahrnehmung einen Gewehrlauf vor den Augen und den Knall eines Schusses im Ohr.

Und die Massen schauten bei den „spontanen“ Hinrichtungen zu. Wie eigentlich immer in der Menschheitsgeschichte. Steinigungen, Hexenverbrennungen waren auch solche „Events“.

Und auch heute würden die Massen wieder zuschauen, aber mit ihren Smartphones noch sofort Videos online stellen. Und ein paar „Selfies“: „Ich war dabei – bitte teilen und liken.“

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Ich glaube nicht mehr daran, das im Westen eine Mehrheit der Bürger die Notwendigkeit zu tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen erkennen kann.

Das System und seine beeinflussende Propaganda haben bereits „ganze Arbeit“ geleistet und werden weiterhin „ganze Arbeit“ leisten können.

Weil niemand da ist, der bereits jetzt oder in naher Zukunft „das System“ mit friedlichen Mitteln stoppen will und kann.

Ich glaube nicht mehr daran, das friedliche Mittel das System noch stoppen können.

Ich glaube nicht mehr daran, das sich eine Mehrheit in den Bevölkerungen der westlichen Staaten finden wird, um das System mittels demokratischer Wahlen abzulösen und aufzulösen.

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Nach dem Ende des WK II überlebten jede Menge Nazis politisch, auch in der DDR. In der Bonner Republik übernahmen sie sehr schnell wieder Ämter und wirtschaftliche Führungspositionen, beeinflussten die Politik und das gesellschaftliche Geschehen.

Nach 1990 erstarkten die „Enkel der Altnazis“ und haben seit wenigstens 2015 sogar fast alle Parlamente der neuen „Berliner Republik“ „entern“ können.

Genau so wird es auch wieder geschehen, dann mit den Marktradikalen, den neo-cons, den Kriegstreibern, den psychopathischen Wirtschaftsfaschisten und ihren Wasserträgern.

Nur das ein solches Szenario in den westlichen Staaten in weiter Ferne liegt, denn es gibt weder deutliche Mehrheiten für tiefgreifende Veränderungen und ganz andere politische und wirtschaftliche Wege, noch gibt es Gruppen, die in der Lage wären, die notwendigen Veränderungen notfalls auch ohne „demokratische Legitimationen“ herbeizuführen.

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Der heute stattfindenden Friedens-Demo in Berlin wünsche ich friedliches Gelingen, eine beeindruckend hohe Teilnehmerzahl.

Es ist zwar nur „ein Flagge zeigen“. Es wird von Merkel und Konsorten nicht wahrgenommen. Niemand in der bestimmenden Wirtschaft und Politik wird sich beeindrucken lassen.

Aber trotz allem, weiter nichts tun, ist ganz bestimmt keine Option.

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Bis dann…

3 Kommentare

  1. Schwerter zu Pflugschare, war auch mal. In der heutigen Zeit werden eher aus Pflugschare Schwerter. Pflugschare braucht keiner mehr, das Gemüse kommt aus dem Supermarkt und den Begriff kennen auch nur noch die Alten und die sterben auch weg, entweder von allein oder im Gesundheitswesen oder im Hartz-IV-Urlaubsparadies.

  2. ich wollte nur anmerken, daß der neue Artikel nicht sichtbar ist, es kommt eine Fehlermeldung…

    1. Was diese Fehlermeldung auslöst, kann ich leider nicht erklären.
      meine Statistikdaten zeigen mir, das er bereits von anderen Lesern aufgerufen werden konnte.
      Ich habe nichts anders gemacht als sonst auch.
      Liegt an WordPress oder an „weiß der Geier“? Das tut mir jedenfalls sehr leid.

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