Was wollen die Wähler eigentlich?

Da müsste man eigentlich mal was gegen machen…

Gegen was?“

Ja, gegen all die Ungerechtigkeit, gegen die Armut, gegen Hunger, gegen Sexismus, gegen Frauenfeindlichkeit, gegen Feminismus, gegen Waffenexporte, gegen Krieg, gegen die NATO, gegen die ganzen Ausländer bei uns, gegen die Flüchtlinge, gegen Sozialschmarotzer, gegen die Ausbeutung, gegen Hartz IV, gegen die Finanzhaie, die Banken, die Gebühren, die GEZ, die Immobilienmakler, die Börsen, die Politiker, die Parteien, die Parlamente, die Stiftungen, die Berater, die Korruption, die Medien, die Beeinflussung, die Scheiß-Zeitumstellung, gegen Facebook, Twitter, Cambridge Analytics, das Fernsehen, die Öffis und die Privaten sowieso, gegen die CIA, den MI6, die hohen Preise, die Bahnverspätungen, die schlechten Straßen, die Penner in der U-Bahn, die ganzen aggressiven Bettler und Obdachlosen, ich trau mich gar nicht mehr auf die Straße, gegen meinen arroganten Chef, meine niederträchtigen Kollegen, meine hochnäsigen Kunden, die Kita-Tante von meinem Sohn, der Sozialkundelehrer von meiner Tochter, die links-grün-versifften Gutmenschen, die Faschisten, die Nazis, die Antisemiten, die Verschwörer, die Verschwörungstheoretiker, gegen den Trump, den Putin, den Macron, die May, den Netanjahu, den Xi, die Merkel, den Seehofer, den Gauland, den Höcke, das Spahn, den Scholz, den Maas, die Barley, gegen die Afrikaner, die Iraner, die Saudis, die Moslems, die Verbrecher, die Mafia, die Kirche, die Oligarchen….“ [holt Luft] –

Ja, stimmt. Da müsste man eigentlich mal was gegen machen… – is noch genug Bier da und von dem guten Roten für 1,99?“

* * * * *

Für etwas“ sich selbst direkt einzusetzen, scheint eine immer selten werdendere Option zu sein.

Gelegentlich, meist nur nach unangenehmen Erlebnissen oder „Nachrichten“ den Satz zu bemühen: „Dagegen müsste man eigentlich mal etwas machen“ ist bei weitem die bequemere Alternative, leicht gesagt und bleibt meist folgenlos.

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Heute etwas länger ausgefallen, weil Ostern ist.

Was wollen die Wähler, die Bürger denn wirklich?

Sicher, bestimmt wollen sie Ruhe und Ordnung, überschaubare, unkomplizierte Lebensverhältnisse, sichere Einkommen, 2 Autos (das kleinere für die Frau zum Einkaufen und für die Kinder, das größere für den Hausherrn, wegen der weiteren Strecken), das Haus in Ruhe abbezahlen, eine sichere und ausreichende Rente, gute medizinische Versorgung, sichere und gut befahrbare Straßen, saubere Parks, günstige Preise (is ja eh schon alles so teuer geworden!).

Bestimmt wollen sie auch „weniger Stress, mehr Lohn, weniger Sozialabgaben, weniger Steuern, mehr Zeit für die Familie, morgens eine Stunde länger schlafen…“

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Was erwarten die Bürger, was verlangen sie von der Politik?

Ist etwa doch alles gut so, wie es seit 1949/1990 ist?

Das deutsche Wählerverhalten könnte diese Annahme bestätigen.

Weil eigentlich zu 80 bis 90% rechte, vermehrt wieder rechtsextreme Politik, in jedem Fall aber marktradikale Politik gewählt wird.

Der separat kreisende Planet „Politik“ lässt alle 4 Jahre das Andocken des separat kreisenden Sub-Planeten „Bürger“ für die bekannte „betreute Stimmenabgabe“ zu. Unter eingehender, nicht zu entkommender Medienbegleitung, die monatelang darüber aufklärt, das „Wählen“ alleine nicht reicht, sondern der Bürger auch „richtig wählen“ muss.

Danach abdocken und weiter geht das „betreute Entscheiden“ der „gewählten Politik“ durch die ständige, massive Einflussnahmen der Wirtschaftsverbände, teuren „Beratern“ und Lobbyisten.

Dazwischen werden noch Wahlen für Kommunalparlamente und Landesparlamente abgehalten.

Vermutlich, damit die Übung „Wahl = Demokratie“ nicht vollends beim Bürger der Vergessenheit anheim fällt?

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Fällt den „Wählenden“ eigentlich nicht auf, das ihre Wünsche, ihr Wille fast nie mit den Vorhaben und Plänen der Politik übereingestimmt haben?

Weil man als Wähler mit nichtssagenden, dümmsten Parolen und primitiv gestalteten Plakaten zufrieden ist? „Is eben so, war doch nie anders.“

Wähler dürfen und können ihre Themen und Anliegen gar nicht zur Abstimmung stellen, sondern nur Personen und Parteien ankreuzen, die man meist nicht kennt und nicht weiß, was sie machen werden.

Außer natürlich die berechtigte Vermutung hegen, das die direkt und indirekt (Zweitstimme) Erwählten das Gegenteil von dem umsetzen, was sie vor der Wahl mal in Werbespots angesprochen hatten. Und auch diese Äußerungen waren immer irgendwie nebulös, verschleiernd formuliert. Nichts Greifbares, Konkretes.

Außerdem, es ist nicht fair, Politiker auf die Umsetzung von „Wahlversprechen“ festzunageln zu wollen (F. Müntefering, spd). Gehört sich nicht!

Nach 5, 10, 15 oder 20 Jahren fragen sich einige Bürger, was für ein Schweinesystem ihr Land kaputt gemacht hat. Wie konnte das bloß passieren?

Im Internet, der elektronischen Plattform für den Pöbel, können sich einige durch Beschimpfungen und Drohungen „Luft machen“, oder auch endlos im Kreisverkehr wohlfeiler Thesen diskutieren ohne die Ausfahrt zu finden, oder unabhängig erstellte Aufklärungen, Erklärungen suchen.

Bis es dem neuem Hochadel und seinen meinungsbildenden Medien zu viel wurde.

Und zur Wiederherstellung der Meinungshoheit im Netz so was wie ein Netzwerk DG aus dem Paragraphen-Dschungel springt.

Oder die gesetzlich nicht verankerte Schöpfung des „Gefährders“, oder ein neues Polizeigesetz in Bayern, das zum Vorbild für alle anderen Landesparlamente werden wird.

Vorher operierte der Hochadel mit dem Maulkorb der „political correctness“, bis immer mehr Bürger bemerkten, das ein Maulkorb eben nur ein Maulkorb ist. Denn man sich überhaupt nicht, schon gar nicht freiwillig, selbst umbinden muss.

Auch der bis zum Erbrechen genutzte Vorwurf des (im Hirn nicht ganz einwandfrei funktionierenden) „Verschwörungstheoretikers“ funktioniert nicht mehr immer und überall.

Der, seit einiger Zeit gerne vermehrt von „Links“ (wer und was immer das ist) benutzte Vorwurf des „Antisemiten“ wird sich nach einiger Zeit ebenso „totlaufen“, wirkungsloser werden.

Danach wird es neue Wortschöpfungen geben, mit denen der Versuch unternommen wird, andere Leute, Andersdenkende, mundtot zu machen, zu diskreditieren, der Lächerlichkeit preiszugeben.

Selbst die endlos bemühte „Eigenverantwortung“, ein propagandistischer Dauerbrenner der Marktradikalen, verliert nach gut 20 Jahren seinen „Zauber“, weil immer mehr Sklaven merken, das sie gar keine Möglichkeit haben, „Eigenverantwortung“ in diesem kapitalistischen Regelwerk des gnadenlosen Wettbewerb-Terrors selbst ausüben und wahrnehmen können.

* * *

Das kommt dabei heraus, wenn man als Bürger und Wähler an eine Herrschaft des Volkes (Demokratie) glaubt, bei der es dem Einzelnen nur erlaubt wird, 2 Kreuze im Abstand von 4 bis 5 Jahren auf ein Blatt Papier zu setzen.

Weil man nichts dagegen einzuwenden hat, das man noch nicht einmal den Kanzler direkt wählen kann.

Sogar die Direktwahl des Bundes-Grüß-Onkels traut man den Bürgern nicht zu.

Das muss die Bundesversammlung richten, also die Vollversammlung von BT und BR mit geladenen, sortierten Gästen aus dem Kreis der Schönen, Reichen und Intelligenten der Republik.

Die „Herrscher aus dem Volk“ bestehen auch nicht auf die Durchführung von Plebisziten, also Volksabstimmungen (Vorbild: Schweiz) zu bestimmten wichtigen und richtungsweisenden Fragen, die die ganze Gesellschaft betreffen.

Der neue deutsche Hochadel aus Wirtschaft und Politik misstraut seinen „Herrschern“.

Aus Tradition.

Und Angst um die geschaffenen Pfründe.

Und vor dem Verlust der Macht, die auf der fast unbegrenzten Gestaltung der „Regeln“ basiert.

* * *

Sehr vielen Nichtwählern, bei BTWen fast immer um die 25%, bei anderen Wahlen deutlich höhere Nichtbeteiligung, scheint all das aufgefallen zu sein.

Auch deshalb haben sie sich vom „Wählen“ abgewendet.

Aus vielen anderen Gründen vermutlich auch:

  • nichts Wählbares dabei,

  • Ablehnung des Systems,

  • einige sind zu bequem, am Wahltag vor die Türe zu gehen,

  • andere erwarten vom „Politzirkus“ nichts mehr und wollen ihrer Abscheu und Ablehnung Ausdruck verleihen.

Es ist nur eine kleine Auswahl an möglichen Gründen.

Und doch stützen sie alle das System, das sie ablehnen, weil ihre nicht abgegebene Stimme nicht erfasst wird und deshalb nicht bewertet werden muss.

Sie sind nicht im Parlament vertreten, z. B. als Nichtwähler-Gruppe in der Opposition, wie auch, man weiß ja nicht welche Politik sie haben wollen und welche Personen diese Politik machen sollen.

Sie konnten nicht einmal die Stimmanteile der im Parlament vertretenen Parteien auf das Maß herabsetzen, das diese tatsächlich erreicht haben, wenn die Nichtwähler ihre Stimmen irgendeiner Kleinst-Partei gegeben hätten, um so wenigstens den prozentualen Anteil der ins Parlament gerutschten Parteien gerade zu rücken.

Die heutigen 32,9% der CxU, die 20,5% der spd, die 12,9% der AfD sind nur das Ergebnis der abgegebenen Stimmen, nicht das Ergebnis des „Stimmverhaltens aller Wahlberechtigten.“ Und „Nichtwählen“ ist auch ein Stimmverhalten.

Nichtwähler sind besonders ein Geschenk für spd und AfD, für Grüne, FDP und die PdL, also die Parteien, die wenigstens unter 30% Stimmenanteil liegen.

Natürlich ändert es nichts an der Zusammensetzung des Parlamentes, an der erneuten Regierungsbildung von CxU und spd.

* * *

Ist vielleicht doch, zu meinem Entsetzen, „der Bürger und Wähler“, die „große schweigende Mehrheit“ mit genau diesen politischen Verhältnissen, im „Großen und Ganzen“ zufrieden und verlangt gar nicht mehr Eigengestaltung, mehr soziale Gerechtigkeit?

Zumindest eine wesentlich sozialere, die „Gesellschaft“ wieder mehr zusammenführende Politik?

Es wird gewählt was da ist.“

Ich wähle was ich immer schon gewählt habe.“

Mehr geht eben nicht und mehr will ich eigentlich auch gar nicht.“

Wieso, ich habe früher spd gewählt, jetzt wähle ich AfD, ist doch eine Alternative.“

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Ist das bereits genug Demokratie und politische Mitsprache, vor allem für die wieder verstärkt rechts und rechtsextrem wählende „deutsche Mitte“?

Haben Politiker, Parteien, die Macher aus Wirtschaft und Stiftungen doch Recht, wenn sie den „Pöbel“ nur alle 4 Jahre an die „Urnen“ peitschen lassen und danach aus allen weiteren politischen Entscheidungen heraus halten?

Ist dieses elitäre Denken, das so alt wie die Menschheit ist, doch die einzige Möglichkeit, halbwegs ungestört und „effizient“ (fragt sich, für wen), Regierungsarbeit und Politik zu betreiben?

Auch wenn dadurch sehr viele Menschen gesellschaftlich und sozial ausgegrenzt werden. „Hinten rüber fallen“, als „Kollateralschäden“?

Kollateralschäden“, bedauerlich aber unvermeidbar. „Wo gehobelt wird, da fallen nun mal Späne!“ (Leider nicht der Spahn)

War die Ansicht des Friedrich von Hayek, der sinngemäß gesagt haben soll, ihm „sei ein gemäßigter Diktator allemal genehmer, als jede Demokratie“, doch nicht unbegründet?

Von Hayek entstammte dem österreichischen niederen Beamtenadel, wurde kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts in die damals „heile Welt der KuK-Monarchie“ Wiens hinein geboren und dort „sozialisiert“.

Die Ablehnung des Ökonomen und Sozialphilosophen und sein Misstrauen gegenüber dem politischen Verstand und Willen und den gestalterischen, politischen Fähigkeiten des Volkes kommen daher nicht von ungefähr.

Nein, ich halte von Hayek und andere, die ähnlich denken, für arrogante und überhebliche Schnösel. Für Anhänger eines feudalen Eliten-Denkens, das keine Gesellschaft bis heute überwinden, abschaffen konnte.

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Nicht jeder Mensch und Bürger muss sich politisch betätigen wollen, aber wesentlich mehr Menschen müssten sich politisch interessieren, müssten sich über soziale und gesellschaftspolitische Themen informieren, müssten sich zumindest grundlegende Kenntnisse über marktradikale Wirtschaftspolitik aneignen wollen, um zu verstehen, was mit ihnen und ihrem Leben geschieht und zu welchem Zweck, warum es geschieht.

Um zu erkennen, was anders gemacht werden muss und wie es anders gemacht werden kann.

Um dann Gleichgesinnte zu finden, die bereit sind einen anderen, gangbaren politischen Weg zu schaffen und anzubieten.

Weil:

„Es ist eine Form des Wahnsinns, wenn man immer das Selbe macht und jedes Mal darauf hofft, ein anderes Ergebnis zu bekommen.“ Wer hat das, so ähnlich gesagt?

Frau Wagenknecht versucht zur Zeit, diesen Kreislauf des politischen Wahnsinns zu durchbrechen. Glaube und hoffe ich.

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Jeremy Corbyn hat in GB diesen Weg, sogar ziemlich erfolgreich und über enorme Widerstände hinweg, eingeschlagen.

In Portugal versucht eine sozialistische Minderheitsregierung seit 2015 die deutsche Austeritätsknute für die Mehrheit der armen Portugiesen zu entschärfen. Portugal hat auch nicht die EU-Vorverurteilung gegen Russland (Fall Skripal) unterzeichnet. Wie 9 andere Staaten der EU.

In Frankreich stehen die Gewerkschaften mit vermehrten Großstreiks (findet in dt. Medien nicht statt) dem frz. Präsidenten schon auf den Zehen, ob der französischen „Wirtschafts- und Arbeitsmarkt“-„Reformen“, die den deutschen „Reformen“, also Hartz IV, mit allem was dazugehört, entsprechen.

In Italien ist derzeit wieder mal alles möglich, noch wird die angestrebte Volksbefragung der stärksten Einzelpartei „5 Sterne Bewegung“ zu einem EU-Austritt hinten angestellt, weil die 3 Mitte-Rechts-Parteien um den politisch wieder tätigen Bunga-Bunga-Papst Berlusconi und die „M5S“ eine Koalition ausschließen. Die abgewählte PD, ein Mitte-Links-Konstrukt („sozialdemokratisch“ im Sinne von neoliberaler Sozialdemokratie) wird wohl zum „Zünglein an der Waage“ werden.

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Was erwarten die Bürger von Medien, der Presse, den Nachrichtensendungen (engl.: „news“, ein deutlich neutraleres Wort als das deutsche „Nachrichten“)

Alles gut, wie es seit Dekaden „angeboten“, aufbereitet und präsentiert wird?

Egal, was Geheimdienste und ähnlich zweifelhafte Gruppen im Windschatten „gewählter Regierungen“ an „Wahrheiten“ erfinden und von den Medien ungeprüft im „Katjuscha-Modus“ verbreitet wird?

Egal, welche und wie viel Beeinflussung, Propaganda zu „marktkonformer Demokratie“, zur „Eigenverantwortung“, zu der angeblich bestehenden „selbstreinigenden Kraft der Märkte“ an Lügen und Unsinn täglich verzapft wird?

Egal, über was alles NICHT berichtet wird, große Massenstreiks in Frankreich, die beängstigend schlechten Lebensumstände viel zu vieler Menschen, gehaltvolle Informationen über Russland, über Asien, die längst begonnenen politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen der EU und China?

Egal, das nur noch Freund-/Feind-Bilder veröffentlicht werden, um zu polarisieren, um eine geistige Wagenburg aufzubauen, um ein simples „WIR gegen Die“ zu schaffen?

Egal, was alles verzerrt, falsch oder mit halben Wahrheiten garniert, „berichtet“ wird?

Joh, ist mir egal, ich informiere mich nur noch bei Facebook, Twitter und ein paar ganz guten Blogs.“

RTL II, Pro 7 und Sat 1 sind ganz gut, da kann ich prima chillen und mich über die ganzen Doofen beömmeln. Unfassbar, was es alles für Bekloppte gibt!“

Und im Internet gibt’s auch noch jede Menge prima Games für umme. Da kann ich gut vom Stress abschalten.“

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Fällt der Mehrheit der Bürger immer noch nicht auf, das sie alle durch die meisten Medien ständig belogen werden, wenigstens aber falsch und unvollständig „informiert“ werden?

Die Wähler, Bürger gerade auch deshalb nicht mehr in der Lage sind, eine unverschleierte Sicht auf die kleinen und großen politischen Geschehnisse zu erlangen.

Den wenigsten Bürgern scheint die gewollte Indoktrination durch falsche, wenigstens aber unvollständige Medienarbeit aufzufallen.

Und deshalb suchen nur wenige Menschen nach mehr und weiterführenden Informationen.

Es macht sehr wenige Menschen vielleicht auch zornig, permanent für dumm verkauft zu werden. Mir geht es so.

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Das Internet bietet eine Fülle von Informationen an. Man muss aber suchen, immer weiter, immer tiefer gaben.

Immer öfter werden, dem Establishment unliebsame Seiten, von Suchmaschinen gar nicht mehr angezeigt.

Der Suchende stößt auf alles mögliche, seriöse alternative Medien sind dabei die Minderheit, stößt auf sich seriös gebende Scharlatane aller möglichen politischen Richtungen, teils sehr wortgewandt, mitunter auch beeindruckend überzeugend wirkend. Oder einfach „Spinner“, aber auch die haben nicht wenig Zulauf.

Blogger, die unübersehbar um „Spenden“ bitten, im Schatten der NachDenkSeiten oder german-foreign-policy segeln wollen, sind auch darunter.

Facebook sei kein Nachrichtenmedium, nur eine Meinungs-Plattform.

Genau wie die „Tagesschau“ und „heute“, nur das die meisten Zuschauer immer noch daran glauben, die dort von Akademikern geschaffenen und aufbereiteten „Nachrichten / News“ seien eben keine Meinungen der marktradikal ausgerichteten Politik, sondern Nachrichten, im Sinne von objektiv verfasster Berichterstattung.

Was kann man noch glauben, wo findet man seriöse, unabhängige und möglichst objektive Informationen zum politischen Geschehen?

Ich weiß es auch nicht, habe mir meine „alternativen“ Informationsquellen auch nur mühsam zusammen gesucht, bin mir auch nicht immer sicher, nur rein objektive Berichte zu erhalten.

Ich bin mir aber sicher, das ich immer noch zwischen Berichten und persönlichen Meinungen und Thesen unterscheiden kann.

Dieser Blog ist ganz sicher kein Nachrichtenkanal.

Ich kommentiere nur allgemein zugängliche Informationen, fasse Geschehnisse kommentierend (also subjektiv) zusammen, versuche auch, historische Geschehnisse, als erweiterte Information zu den „Vorfällen“ (die täglichen politischen Störfälle), einzustreuen.

Aber auch Berichte Dritter um historische Ereignisse sind letztendlich immer das Produkt subjektiv ausgerichteter Meinungen und Deutungen der Autoren und Historiker.

Ich werbe für eine soziale, die Menschen wieder verbindende Politik. Weil dies meine politische Überzeugung ist.

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Vermutlich sind sich viel mehr Menschen der Tatsache bewusst, das auf ihre Meinung, auf ihre Wünsche und Ansichten ganz gepflegt „geschissen“ wird.

Das sie belogen werden.

Aber sie haben den „Willen zum Wehren“ verlernt oder nie erlernen können.

Ob Blogs ein probates „Mittel der Gegenwehr“ sind? Ich weiß es nicht, allerdings ist „aufhören“ auch keine Option.

Die meisten Menschen „ziehen“ sich deshalb in ihr überschaubares Leben zurück, das von Familie, Freunden und Arbeit bestimmt wird.

Definieren ihren gesellschaftlichen Status weiterhin über ihr erzieltes Einkommen, ihre Konsummöglichkeiten, über den erkennbaren Neid in Form von geheuchelter Anerkennung innerhalb ihrer kleinen gesellschaftlichen Gruppe.

Schauen dabei verachtend auf die „so doch gar nicht existierende“ Armut anderer, ihnen Gottseidank unbekannter, Menschen herab.

Wenigstens verschwenden sie aber keinen Gedanken an arme Menschen, an menschliches Elend, weder im eigen Land noch sonst wo auf der Erde.

Nur manchmal, wenn sie irgend etwas besonders „triggert“, dann teilen sie ihrer direkten Umwelt mit: „Da müsste man doch mal was gegen machen…“.

Sie versuchen auch gar nicht, sich zu solidarisieren, sich mit anderen Leuten, denen das alles auch nicht mehr passt, zusammen zu tun. Solche Menschen auch nur zu finden.

Der Versuch, seinen Unmut über politische Geschehnisse und die dadurch herbei geführten gesellschaftlichen Zustände im Freundes- oder Familienkreis anzusprechen, wird oft schon durch einen kleinen Einwand einer anderen Person wirkungsvoll abgewürgt, weil der einen „schlauen“ Satz aus dem „Manager-Magazin“ zu wirtschaftlich alternativlosen Vorgaben anbringt.

Weil dann auch niemand anderer mehr, meist aus kompletter Ahnungslosigkeit heraus, Einwände erheben kann und will.

* * *

Ich weiß nicht mehr, ob ich die meisten Menschen grundsätzlich als „asoziale Wesen“ einordnen soll, nicht fähig, Empathie zu empfinden, die über einen kleinen, überschaubaren Kreis von irgendwie nahestehenden Menschen hinaus geht.

Im kleinen Kreis irgendwie schon sozial, für die Masse der Menschen, die Gesellschaft, für andere Völker reicht es nicht mehr. Zu groß, zu abstrakt, nicht mehr überschaubar.

Wir kommen allein auf die Welt, wir gehen allein von dieser Welt. Dazwischen kämpfen wir für unser Leben, meist alleine, gelegentlich gehen wir Zweckgemeinschaften ein.

* * *

Ist es möglich, das die meisten Menschen nur politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen benötigen, um zu leben, zu existieren? Egal, wie die aussehen, konzipiert sind, wem sie letztendlich Vorteile einbringen?

Hauptsache, ein geistiges Korsett aus Gesetzen, Vorschriften und „das tun alle so“?

Auch Zivilisation genannt. Die nach meinem Dafürhalten auch dafür sorgte, das Menschen zu Spezialisten umfunktioniert wurden. Und für alles, was sie nicht mehr selbst können, andere Spezialisten bezahlen müssen.

Versuchen sie mal, ein Leben ohne Zivilisation alleine, oder in einer kleinen Gruppe von unabhängigen Leuten zu führen.

Orte zu finden, an denen das noch möglich ist, werden immer weniger.

Und eines müssen sie in Kauf nehmen, an solchen Orten steht der Mensch nicht mehr automatisch am Ende der Nahrungskette.

Benötigen die meisten Menschen einfach nur „Rahmenbedingungen“, die sie sich gar nicht selbst geben oder selbst mitgestalten wollen, sondern die sie einfach übernehmen, weil sie von anderen („von denen da oben“) so gewollt sind?

Sie haben auch die marktradikalen Rahmenbedingungen anerkannt, mögen damit vielleicht nicht immer einverstanden sein, weil es irgend etwas geben mag, das sie persönlich negativ betrifft.

Aber sie arrangieren sich mit den Rahmenbedingungen und versuchen dann ihr Leben, im Rahmen der eigenen, meist bescheidenen Möglichkeiten, möglichst unauffällig zu leben und einzurichten.

Sie passen sich an und bemerken nicht, wie sehr sie sich dabei „verbiegen“, sich haben verbiegen lassen. Durch die Akzeptanz der Rahmenbedingungen.

Sich zu engagieren, zu wehren kommt ihnen nicht in den Sinn, sind allzu schnell bereit eine Aussichtslosigkeit erkennen zu wollen, die vornehmlich nur ihre Bequemlichkeit stützt und ihre Angst vor der eigenen Courage unterstützt.

* * *

Würden die Deutschen in einem starken Sozialstaat leben, mit wirklich gerechter Steuerpolitik, in einem politischen System, das das Wohlergehen jedes einzelnen Bürgers fördern und unterstützen will, anstatt Profite, den DAX und wirtschaftliche Erfolge, würden die meisten Deutschen vermutlich viel entspannter mit sozialen Themen umgehen, sie begrüßen und unterstützen.

Weil sich die meisten Menschen, bei den meisten gesellschaftlichen Themen, vom Herdentrieb leiten und steuern lassen, trotz der vorhandenen Einzelkämpfermentalität, mit der sie ihre eigene Existenz aufbauen und schützen.

Ist das ein Widerspruch? Vermutlich nicht, aber ich bin kein Soziologe oder Psychologe.

Ich beobachte nur, lese, lerne dazu und versuche zu verstehen.

* * *

Wenn die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sozial ausgerichtet wären, wenn Regierung, Parlament, Staat, Parteien und Politiker für ein ausgeglichenes Machtverhältnis zwischen Reich und Arm sorgen würde, eine Parität der Machtverhältnisse in der Gesellschaft herstellen wollen würden, dann würde es keinen Horst Seehofer als InnenBau-Minister (Umbau, Ausbau oder Abbau, vermutlich eher Abriss) und Heimatmuseumsdirektor geben.

Den Höckes, von Storchs, dem Gaulandser, dem Meuthen würden bedeutend weniger Leute Beifall geben.

Ein Spahn könnte sich seine marktradikalen Sozialphilosophien in die Haare schmieren, dieser neue Nero der CDU, wäre nie dahin gekommen, wo ihn die Pharmalobby bis jetzt überall hingestellt hat.

Denn es gäbe keine Lobbyisten, die die Politik einseitig beeinflussen und gestalten können

Ein Scholz und vor ihm ein Schäuble hätten nie die Möglichkeit bekommen, Investmentgangster in ihr Ministerium zu holen, mit einer gnadenlosen Austeritätspolitik die meisten EU-Mitglieder zu überziehen und deren Bevölkerungen zu verarmen.

Ein Maas wäre als Außenminister nie bis in die israelische Knesset gekommen, um dort die Politik der rechtsgerichteten, alle Menschenrechte ignorierenden Regierung verbal zu unterstützen.

Niemand hätte 6 russische Diplomaten ausgewiesen, weil eine auf Vernunft aufgebaute deutsche Regierung der britischen Intrige gegen Russland eine klare Absage erteilt hätte.

Eine sozial aufgestellte und handelnde Regierung würde nicht die EU beherrschen wollen, um deutsche Exporte um jeden Preis zu gewährleisten, sondern hätte die Transformation der EU von einer rein wirtschaftlich ausgerichteten Profitmaximierungs-Veranstaltung in eine europäische Sozialunion angestoßen.

Und würde nicht Russland und China als wirtschaftlichen und machtpolitischen Feind bekämpfen wollen, dafür sich auch wieder den USA, zum erneuten „Zweckbündnis“ andienen, weil die angestrebte EU-Großmacht gar nicht zu verwirklichen ist.

Sondern würde vernünftige, faire, ausgeglichene und ausgleichende Politik betreiben.

Das wäre die „hohe Kunst der Diplomatie“, die ein Fischer, ein Steinmeier, ein Gabriel, ein Maas nicht verwirklichen konnten und können, weil bei denen viel zu viel „Gestaltungsmacht“ das Denkvermögen verkleistert.

Sehr viele Konjunktive, hätte, könnte, würde, sollte, wäre.

Sicher bin ich mir nicht, vielleicht doch nur „heiße Luft“, über die ich mir hier wieder Gedanken mache und damit meine Leser belästige.

* * * * *

Es wird vermutlich nur noch eine Chance zur friedlichen, sozialen „Revolution“, für soziale gesellschaftliche Veränderungen geben.

Die Gründung einer sozialen politischen Bewegung, die es erst einmal schaffen muss, die Mehrheit der Wähler von „Sozial“ zu überzeugen.

Das sollte auch schnell geschehen, je eher desto besser.

Die allermeisten Bürger werden dabei, wie immer, zuschauen und abwarten, ihr Leben, im Rahmen der übrig gelassenen Möglichkeiten, gestalten und leben.

Es kommt also darauf an, diese Bürger zu überzeugen, denn aktiv mitmachen werden die wenigsten wollen.

Sie haben Adenauer gewählt, sie haben Brandt und Schmidt gewählt, sie haben 16 Jahre Kohl zugelassen, sie haben zweimal eine marktradikale Koalition aus politisch nicht mehr „links“ stehender spd und Grünen zugelassen, dadurch einen einigermaßen ausgleichenden Sozialstaat, zu ihrem Nachteil, komplett einreißen lassen.

Sie haben danach 12 Jahre lang CxU, spd und FDP dabei zugesehen, wie man Bürgerrechte schleift, Massenarmut herbeiführt, Banken „rettet“ und Kriege führt.

Sie haben es im September 2017, allerdings mit deutlich gesunkener Zustimmung, wieder ermöglicht, das eine GroKO aus CxU und spd den Weg der vorher schon eingeschlagenen marktradikalen Großmachtgelüste, deren „Weiter so“, fortsetzen kann.

Diesmal mit „jungen“ Ministern, die bereits in ihrer Jugend politisch schon so verkalkt waren, das sie gar nicht mehr viel älter werden müssen, um komplett spießbürgerlich-reaktionär und kleinkariert zu werden.

Nein, „Experimente“ mag dieses deutsche Volk ganz sicher nicht.

* * *

Es mag auch keine Ausländer, keine Flüchtlinge, Menschen die Schutz vor Krieg und Tod suchen, oder Menschen, die ihre Familien ernähren müssen, weil in ihrer Heimat nicht genug Arbeit zu finden ist, wo jede Arbeit generell beschissen bezahlt wird. Wenn überhaupt.

Ich habe nachgeschaut, in all den Bundesparlamenten, dem Bundesrat saßen zu keiner Zeit Flüchtlinge und haben

  • Hartz IV beschlossen,

  • die staatliche Rentenversicherung vernichtet,

  • Leih- und Zeitarbeit ermöglicht,

  • die Arbeitswelt „flexibilisiert“,

  • Gesetze zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung erlassen,

  • Turbo-Abi“ eingeführt und wieder fallen gelassen,

  • die Krankenkassen den Pharmakonzernen und den Apothekern zur Profitmaximierung überlassen,

  • kein Kriegsflüchtling, kein Schwarzafrikaner hat die „Mietpreisbremse“, geschaffen, kein Flüchtling gentrifiziert ganze Stadtteile und baut Mietshäuser zu Luxuswohnungen um,

  • die Privatisierung von Schulen und Autobahnen ermöglicht,

  • keine großen Skrupel auch die Wasserversorgung zu privatisieren

Auch in Brüssel war kein einziger Syrer oder Sudanese an der Schaffung der EU-weiten Arbeitnehmerfreizügigkeit, zum Wohle der Konzerne, beteiligt.

Kein einziger von denen, auch kein Afghane hat den EURO und die EZB so gestaltet, das er zu einer monetären Atomwaffe des billigen Giralgeldes wurde.

* * *

Diese ganze Scheiße haben sich deutsche Wahlberechtigte, Nichtwähler und Wähler alle 4 Jahre, ganz ohne Flüchtlinge und Ausländer, selbst eingebrockt, viel zu oft durch wählen ohne zu denken.

Weil sie sich eine wirklich soziale Partei nicht selbst schaffen wollten.

So was ist Sache der Politiker, wir wählen nur.“

Weil man auch weiterhin nicht denken, sondern glauben will, wählt man die AfD, weil bei der AfD weiß man ganz genau, wer das alles schuld ist.

Nämlich genau die, die in Deutschland nun wirklich keine Politik machen können.

Aber Fakten haben noch nie jemanden beeindrucken können, der einfache Lösungen präferiert und lautstarken Schreihälsen glaubt.

* * *

Die andere Möglichkeit der „politischen Veränderung“ sehe ich auf mehrere Jahrzehnte hinaus, in Deutschland für nicht durchführbar. Dazu sind Deutsche zu angepasst, zu ängstlich, zu sehr auf Konsum und Bequemlichkeit bedacht.

Ehe der jetzt noch existierende Mittelstand später, wenn er nicht mehr zum Mittelstand gehören wird, aufsteht und sich die gesellschaftliche Veränderung auf der Straße erkämpfen will, wird er zunächst versuchen, den Weg zu gehen, den er gelernt hat:

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“.

Hilft nix, dann muss ich eben den Gürtel etwas enger schnallen“.

Jeder ist seines Glückes Schmied.“

Da muss ich halt etwas flexibler werden“.

Genau so hatten sie Euch das auch immer beigebracht, damals der weltliche Adel, die Kirchenoberen, die Senatoren und Kaufleute, heute die Politiker, die Reichen und Besitzenden.

Schauen wir mal, vom Sofa aus, was draus wird…

* * * * *

Bis dahin…

Ach ja, „Buenos Eires“, niederstes Mittel-hoch-spanisch vom Rio de la Plata für „Entspannte Ostertage“.