Wir gegen den Rest

Leitspruch des spd-Parteivorstandes

Alternativ dazu auch gerne: „Ihr könnt uns alle mal, am besten kreuzweise, dann kommt ihr öfter durch die Mitte!“

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Zum Titelbild:

Na, ist das was?

Frischer Wind im Kabinett“ Merkel IV?

Befand zumindest die FAZ, ganz im Sinne der dort herrschenden Vorstellung von journalistischer Wertarbeit und deren Anzeigenkunden.

Für mich stellt die Auswahl dieser spd Minister und die bereits gesetzten CxU-Minister keinen frischen Wind dar, nicht mal einen lauen Furz im Paternoster, sondern nur eine Zusammenstellung völlig gewissenloser Egoisten, Karrieristen und Marionetten der Besitzenden.

Luftballons, die eigentlich platzen müssten, weil sie weit über ihr tatsächliches Können und ihre tatsächlichen Fähigkeiten hinaus aufgepumpt wurden.

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Mal ehrlich, wer hat den Livestream auf RT verfolgt, als das Dreamteam Scholz/Nahles die spd-Minister-KracherBlindgänger für die GroKO III am 09.03.2018 „vorstellten“?

Spulen Sie auf Minute 4:15 vor, dann betreten Scholz und Nahles die Bühne und „rocken“ das mit Presseleuten gefüllte Atrium der spd-Baracke Berlin.

Im Stil der Oscar- und Grammy-Preisverleihungsshows, allerdings ohne die dort üblichen Musikacts und Unterhaltungseinlagen hochbezahlter Künstler, versuchten Scholz und Nahles, das Ergebnis des internen Minister-Gekungels zu „präsentieren“.

Die beiden Chefclowns erwarteten wohl auch tatsächlich Beifall von den Anwesenden. Vor allem Nahles flocht immer wieder strategische Pausen in ihre „Moderation“ ein.

Ich schämte mich zunächst mal, aus einem dummen Reflex heraus, fremd, staunte sodann über die unverschämte Unverfrorenheit der beiden „Showmaster-Moderatoren-Klone“ und brach dann einfach nur noch in lautes Gelächter aus, ob der unprofessionellen und hölzernen Darbietung.

In atemloses Staunen versetzten mich schlussendlich die gestammelten, an den Haaren herbeigezogenen „Eigenschaften“ jedes einzelnen dieser ultimativen spd-Messiase im Ministerrang.

Von denen kann jeder einzelne über gefrorenes Wasser gehen, Sehende erblinden lassen und Wein in Pisse verwandeln. Die Heiligen vom Willy-Brandt-Haus.

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Heiko Maas, Dr. jur. (was sonst), vormals Netzwerk-DG-Schöpfer und VDS-Ablehner, dann VDS-Befürworter. Ist alles noch nicht lange her, aber ich bringe es trotzdem nochmal in Erinnerung.

Von dem Quoten-Saarländer (nicht ganz 1 Mio. Einwohner, BIP 35 Mrd. Euro weil in Frankreich Prostitution verboten ist, deshalb doch noch so viel, 14 Mrd. Euro Schulden, nach BA-Statistik 6,6% Arbeitslose, also real vermutlich 13% bis 14% Saarländer ohne Arbeit) Heiko Maas war ich ja nie überzeugt.

Irgendwie kam der mir immer als ein rund gelutschtes Karriere-Zäpfchen vor, mit viel Partei-Vitamin-B. Eine komplett fremdgesteuerte Marionette, von wem auch immer.

Jetzt ist er der neue Bundesaußenminister geworden, weil Siggi in Ungnade gefallen ist, aber trotzdem weich fällt, weil er noch ein Direktmandat für den Bundestag hält, genau wie die ebenfalls geschasste Frau Hendriks.

Hab ich mich beim Heiko vertan? Ihn gnadenlos unterschätzt?

Weil wegen, isser doch Triathlet, hatter doch „Standhaftigkeit“ und als Saarländer weisser alles über Europa. Hat Frau „Bätschi“ vom Kärtchen abgelesen und in Form einer Weissagung (eines Orakels) verkündet.

Ist dieses Männlein, früher mal als „das ewige Talent“, oder als „der Prinz Charles von der Saar“ medial verspottet (aber immerhin 2016 noch zum „GQ Best Dressed – Der bestangezogene Mann“ gekürt, auch gelernter Messdiener und er versteht unter Mietpreisbremse nicht immer Mietpreisbremse) etwa doch ein „Beißer“, ein „durchsetzungsfähiger Einzelkämpfer“, einer der im spd-Sumpf das Überleben und Aufsteigen gelernt und jetzt sogar erfolgreich anwendet hat?

Nee, glaub ich nicht.

Die künftigen Vorhaben der deutschen und EU-„Eliten“ (z. B. „deutsche Gestaltungsmacht“ und „EU-Armee“) erfordern Biegsamkeit und höggschte Flexibilität (im Sinne von kontorsionistischen Meisterleistungen als Front- und Backbender) im Außenministerium.

Bei Siggi hatte man (Achtung: VT!) in den „bestimmenden Kreisen“ vermutlich doch erhöhte Zweifel bekommen, trotz seiner Zugehörigkeit zur Atlantikbrücke und der unzähligen, grundgesetzwidrigen Waffenlieferungen in so ziemlich jedes Krisengebiet dieser Welt.

Heiko Maas ist da bestimmt „pflegeleichter“.

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Dr. rer. pol. (seit 2010 – also gerade noch rechtzeitig) Franziska Giffey, geb. Süllke wird Bundesministerin für…. Gedöns (also Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Die gebürtige (*1978) Frankfurterin/Oder erfüllt Consuela Schwesigs „Quoten-Forderung“ nach einem ostdeutschen Kabinettsmitglied. Gott sei es getrommelt und gepfiffen, hatten sie doch noch irgend jemand irgendwo gefunden.

Was zeichnet die Dame aus?

Sie ist jung, sie ist aus dem Osten, sie hat eine interessante Studienlaufbahn hinter sich.

Vor allem war sie seit 15. April 2015 Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Neukölln, Nachfolgerin des Talkshow-Dauerbesetzers Heinz Buschkowsky.

Sie befürwortet eine KiTa-Pflicht ab dem 3. Lebensjahr, um (festhalten) allen Kindern eine frühkindliche Förderung zukommen zu lassen und um sie besser auf die Schule vorbereiten zu können.

Was sie als Bezirksbürgermeisterin in Neukölln, für die Neuköllner Bürger geschafft hat, konnte ich auf Wikipedia nicht finden. Vermutlich, weil es nichts zu finden gibt.

Was sind das alles für Leute, was für krause Ideen und Forderungen tragen solche Popanze mit sich herum?

Sehen die nicht mehr, was da draußen vor sich geht? Hat die Frau in Neukölln die Augen und Ohren immer nur fest geschlossen gehabt?

KiTa-Pflicht, geht es noch?

Was sind das für Leute, die die Wirklichkeit nicht erkennen, die Tatsache einfach mal ignorieren, das es schon mal nicht genügend KiTas gibt (trotz gesetzlichem Anspruch), nicht genug Personal, von einer vernünftigen Ausbildung und Bezahlung der ErzieherInnen mal ganz zu schweigen.

Dazu noch „Pflicht“, um Kinder möglichst früh neoliberal indoktrinieren und formen zu können? Wie in den früheren sozialistischen Staaten, nur das die Kinder dort jeden Tag mit Marx-Zitaten zugeschissen wurden.

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Was sind Minister heute noch? Hoch bezahlte Watschengesichter für Presse und Pöbel (15.311 Euro/Monat plus steuerfreie Jahres-Pauschale) ?

Sachverstand, Können, Sachwissen unnötig und völlig überbewertet? Studium von irgend etwas und irgendwie / irgendwo abgeschlossen reicht aus?

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Hubertus Heil, ehemaliger, sogar zweimaliger spd-Generalsekretär, von 2005 bis 2009 und nochmal in 2017.

Ja richtig, außer Bundestagsabgeordneter seit 1998 und vormals Mitarbeiter (Taschenträger) anderer provinzieller spd-Kleinst-Granden ist da sonst nix.

spd-Generalsekretäre sind auch für die Bundestagswahlkämpfe verantwortlich und Herr Heil (gut, das er mit dem Familiennamen nicht AfD-Parteivorsitzender geworden ist – ich weiß, das ist mehr als platt, musste aber sein) hat es geschafft, bei beiden Bundestagswahlkämpfen 2009 und 2017, die beiden schlechtesten Wahlergebnisse der angeblichen Sozialdemokraten zu erzielen.

2009 waren es 23%, die konnte er im September 2017 nochmal auf 20,5% drücken, dann wurde er geräuschlos im Dezember 2017 durch das Seeheimer-Kreis-Mitglied Lars Klingbeil ersetzt.

Ach ja, sein Studium hat er an der Fern-Uni Hagen beendet

Und nun lässt man ihn wieder aus dem Kasten hopsen und Hubsi wird Bundesminister gegen Arbeit und für Asoziales.

Das Handelsblatt titelte zu dieser Personalie am 9.3.18: „Häufig wurde er übergangen, jetzt verwaltet er einen 140 Milliarden-Euro-Etat“.

Das kann man ruhig mal lesen, was sich da zwei Schreiber des Holtzbrinck-Verlages an verlogener Sülze aus der Runkelrübe gepresst haben.

Ein strammer Parteisoldat, dessen „unermüdlicher Einsatz für die spd“ ihm noch nie gebührend mit Spitzenämtern durch die Partei gedankt wurde.

Mir wurde nach dem ersten Absatz dieser journalistischen Fehlleistung bereits übel.

Kommentare zu Barley und den anderen „spd-MinisterInnen“ schenke ich mir mal an dieser Stelle.

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Aber die aus der CSU kommende neue Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, geb. 1978 in Bamberg, finde ich ganz, ganz toll.

Sie hat ein Studium zur Politikwissenschaftlerin an 2 Unis (München, dann Berlin) als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung im Jahre 2005 abgeschlossen. Ihr Mann ist Landrat des Landkreises Hof.

Die Zusammenfassung ihrer bisherigen beruflichen und politischen Tätigkeiten und Leistungen kann man gut und gerne auch mit „Nix“ umschreiben.

Das befähigt sie nun, das Amt einer Staatsministerin im Kanzleramt für Digitales demnächst auszufüllen.

Geht wohl um Glasfaserkabel, schnelles Internet und so.

Sie erklärt das auch in der heute-show vom 9.3.2018, ab Minute 4:24 und fragt dabei ernsthaft ob, aufgrund der vorhandenen digitalen Infrastruktur „autonom zu fahren“ möglich sei und ob man sogar die Möglichkeit haben könnte, „auch mal mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu können“.

Das sind original Äußerungen einer studierten deutschen Staatsministerin.

Sicher, sie kommt aus Bayern, da ist ganz Deutschland schon auch andere Sprachleistungen gewohnt. Aber man kann doch trotzdem mal versuchen, sich wenigstens im Fernsehen mal für ein paar Minuten zusammenzureißen.

Andererseits, was soll der Quatsch mit schnellem Internet, Gigabit-Anschlüssen und Glasfasergedöns überall in Deutschland, auch noch auf dem platten Land?

Internet Pornos muss man nicht „ruckelfrei“ gucken können, da ist das Geruckel schon Teil der „künstlerischen Performance“.

Die Bestellungen bei Amazon kommen doch auch so noch immer irgendwie durch und werden auch geliefert, oder nicht?

Banken und Finanzgangster haben Glasfaserkabel, die brauchen das auch wirklich, da kommt es auf Millisekunden an, das weiß jeder Börsenspekulant.

Aber Hein Blöd, Else Weißnich im Bayrischen Wald, meinetwegen auch in München, Hamburg oder Berlin, was sollen die damit?

Klar, die Kids brauchen hohe und schnelle Datenraten, sonst kann ein Höchstmaß an wirklichem Spiel-Genuss nicht garantiert werden.

Die Komplettverblödung der Gesellschaft durch alle möglichen Online-Spiele muss zwingend weiter und schneller voran getrieben werden. Weil es nicht nur ein Milliarden-Markt ist, sondern en passant bereits den jungen Pöbel ruhig hält.

Natürlich geht es nicht um den Bürger, um den geht es nur als Überwachungsopfer, als potenzieller „Gefährder“ und als hirnlosen Konsumenten.

Big Data“, also alle Daten sind ein wichtiger Bestandteil des „modernen“, marktradikalen Lebens.

Schneller Datentransport und schnelle, genaue Datenauswertung sind für viele Gruppen in dieser „Gesellschaft“, ob Versicherungskonzerne, Werbefritzen, Polizeiapparate, den Heimat-Horst, usw. unverzichtbar geworden.

Die einen verdienen damit noch mehr Geld, die anderen überwachen ihre Bürger effizienter können die terroristische Gefahrenabwehr verbessern, in jedem Fall sind die Überwachten und Ausgespähten (Bürger) letztendlich immer die Verarschten. Was in Bürgerkreisen aber nicht mal im Ansatz wahrgenommen wird.

Was sich George Orwell zwischen 1947 und 1948 ausdachte, als er seinen Roman „1984“ schrieb, ist bereits längst übertroffen worden und wird weiter ausgebaut. Interessiert aber niemanden. Wer ist Orwell, ist der auch im Dschungelcamp oder sucht der als Bauer eine Frau?

Ich denke, Frau Bär wird die „Aufgaben“ schon irgendwie wuppen, aber eines möchte ich selbst noch in Anspruch nehmen können, nämlich: „auch mal mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu können.“

Egal was sie meint und was das sein soll, es hört sich auf jeden Fall „krass geil“ an!

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Halten wir also an dieser Stelle fest, auch die spd lässt sich nicht lumpen und schickt neben CDU und CSU nur ihre „Allerbesten“ an die ministerielle Front.

Michel, du kannst endlich aufatmen, da hast Du Deine neue Regierung.

Das es etwas gedauert hatte, das bist nur Du selbst schuld, was hast Du Dir auch für einen Scheiß zusammen gewählt.

Das tut man nicht, deshalb war Mutti auch ein wenig böse mit euch allen. Und hat bis in die Puppen sondieren lassen.

Merk Dir das, Michel! Fürs nächste Mal!

Halten wir auch fest:

  • Demokratie hatten wir in Deutschland noch nie, wenn sie allerdings glauben Demokratie erschöpft sich im Wählen/Ankreuzen von Personen und Parteien, ja dann kann ich ihnen auch nicht mehr helfen.

  • Der totale Überwachungsstaat kommt wieder, besser und effizienter als Hitler, Goebbels, Göring und Himmler sich das je hätten erträumen können. Und diesmal durch „demokratische Volksparteien“.

  • Den marktradikalen Wirtschaftsfaschismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

Da haben die AfD-Wut-Wähler eigentlich sogar Recht. Bei der Gemengelage kann man problemlos auch Faschisten wählen.

Besser und anders, als das, was CxU, spd, FDP und Grüne seit 1998 bereits gemacht haben, wird es durch die AfD auch nicht gemacht werden können.

Gibt ja auch nichts anderes zum wählen und weil niemand was anderes anbietet, wird eben immer der gleiche Scheiß gewählt.

Oder es wird gar nicht gewählt und das ist den etablierten Parteien sogar am liebsten. Egal wie niedrig die Wahlbeteiligung ausfällt, Nichtwähler müssen nicht berücksichtigt werden.

Das die „spd“ schon lange nicht mehr „sozialdemokratische Politik“ machen will und kann, ist den Wählern egal, sie haben es vermutlich nicht mal mitbekommen, das der politische Inhalt der „spd-Tüte“ komplett geändert wurde.

Steht aber immer noch „spd“ drauf, dann muss da auch immer noch „sozialdemokratisch“ drin sein.

Ganz bestimmt, sons wär dat ja Betruch, oder nich?

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Ich denke, sie kennen Joe Kaeser.

Der Mann heißt eigentlich Josef, aber als Siemens-Vorstandsvorsitzender und international tätiger Konzernvorturner lässt er sich, nach dem Vorbild des Josef Ackermann, eben gerne Joe nennen.

Hat wohl auch mit seiner Herkunft aus Niederbayern zu tun, die er glaubt, irgendwie kompensieren zu müssen.

Sie kennen ihn nicht unbedingt persönlich, aber sie haben mal irgendwann von ihm gehört, gelesen, ihn im Fernsehen mit Frau Merkel im Regierungsflugzeug nach China reisen sehen, ihn mit Herrn Trump in Davos speisen sehen.

Oder auch gehört, was er zu den 6.900 weltweit zu entlassenden Siemens-Sklaven aus der Siemens-Sparte „Power and Gas“ (dt.: „Kraftwerkssparte“) sagte, bzw. wie er verbal diese „Maßnahme“ verteidigen und begründen wollte. Trotz des bis dahin höchsten Gewinns von 6,2 Mrd. Euro wollen die Eigentümer von Siemens die unrentabel gewordene Sparte drastisch verkleinern.

Die Standorte Görlitz und Leipzig sollen dabei ganz geschlossen werden.

Kaeser verschwieg dabei die hohen staatlichen Subventionen, die sein Laden für die Standorte in Ostdeutschland im Vorfeld kassiert hatte und griff vor allem ganz tief in die Managerkiste für sprachliche Vernebelung und Verschleierung.

Darin sind „Top-Manager“ auch hervorragend geschult, sonst könnten sie ihre Arbeit nicht lange machen.

Kaeser ist nur der teuerste Angestellte auf Zeit von Siemens, wie fast alle anderen Vorstände und Vorstandsvorsitzenden von börsennotierten Konzernen oder anderen Kapitalgesellschaften.

Seine Bosse sind die Anteilseigner und Aufsichtsräte. Dabei muss er nur auf solche Anteilseigner hören, die durch ihre vielen Anteile die Unternehmenspolitik bestimmen können und auch Aufsichtsratposten besetzen.

Kaeser selbst ist gelernter Controller, das heißt ein überqualifizierter Buchhalter, denen seit den 90er Jahren in fast allen Konzernen eine viel zu wichtige und bestimmende Rolle zugestanden wurde.

Controller können nur gut rechnen, stellen Gewinne gegen Verluste und suchen nach Kosten, die sie eliminieren, drücken können.

Weil Gewinn und Verlust im Vierteljahresturnus bei börsennotierten Unternehmen veröffentlicht werden müssen, GuV das alleinige Bewertungskriterium für eine Firma und deren Leitung darstellt, wurden Controller zu einem bestimmenden Faktor in Konzernen. Und nicht nur dort.

Z. B. greifen sie deshalb schon bestimmend in die Entwicklung neuer Produkte ein, alles nur unter dem Gesichtspunkt der Kostenreduzierung und Gewinnsteigerung.

So kommen Bananenprodukte auf den Markt, sie „reifen beim Kunden“. Und lösen dann jede Menge Verärgerung bei den Kunden aus.

Auch dadurch wurden zum Beispiel vor Jahren schon die „Handysparte“ und die „PC/Laptop-Sparte“ bei Siemens durch absolute Scheiß-Produkte kaputt gemacht und wieder verramscht, nachdem sie vorher für viel Geld erworben wurden.

Wie passt das alles zusammen, trotz hoher Gewinne im Mrd.-Euro-Bereich fast 7.000 Stellen kaputt machen?

Eigentlich ist es sehr einfach.

Siemens ist eine AG, nur noch seinen Anteilseignern zu möglichst hohen jährlichen Gewinnausschüttungen, Rendite-Zahlungen verpflichtet.

Niemandem sonst verpflichtet, schon gar nicht der Allgemeinheit oder den eigenen Arbeitnehmern.

Das ist rein neoliberale, also marktradikale Doktrin und wird seit wenigstens den 1980er Jahren durchgeführt, zunächst in den USA, dann in GB und ist heute die weltbeherrschende Seuche des komplett deregulierten Kapitalismus.

Ich habe schon einige Male, in anderen Texten auf die institutionellen Vermögensverwalter, die Asset-Management-Konzerne, wie BlackRock oder Vanguard hingewiesen.

Da BlackRock mit Abstand der größte Konzern in dieser Finanzsparte ist und Vanguard zu den Größten der „Zunft“ gehören, nenne ich diese beiden immer stellvertretend für die gesamte Branche.

Ich habe versucht, in wenigen Worten zu erklären, was diese Leute machen und wie sie es machen.

Denn die müssen ihren Fondteilnehmern jedes Jahr sehr hohe Renditen beschaffen.

Deshalb müssen sie auf die Unternehmenspolitik jedes einzelnen Konzerns, bei denen sie Anteile mit dem Geld ihrer Kunden erworben haben, aktiv und steuernd Einfluss nehmen.

Wenn Siemens also heuer hohe Milliardengewinne ausschütten kann, sollen solche Geldregen in den nächsten Jahren nicht durch verlustträchtige Unternehmenssparten gefährdet werden.

BlackRock ist bei Siemens so dick drin, das sie den Herrn Kaeser, durch die von BlackRock besetzten Aufsichtsratsposten, anweisen können, was er zu tun und zu lassen hat, wenn er weiterhin seinen „Job“ bei Siemens machen will.

Denn bei den großen Asset-Managern lenkt man inzwischen große Teile der produzierenden Weltwirtschaft und auch große Teile der weltweit operierenden Finanzbetrüger, nur durch die aufgekauften „shares“, die größtenteils mit dem Kapital der eigenen Anleger/Fondteilnehmer getätigt wurden.

Keiner dieser Vermögensverwalter will und kann es sich leisten, mal ein „schlechtes Jahr“ oder sogar mehrere „schlechte Jahre“ seinen Kunden ankündigen zu müssen.

Denn es gibt wenigstens 400 große Asset-Manager, die weltweit um große, kapitalkräftige institutionelle und private Anleger buhlen.

Die aber keineswegs in den Konzernen, wo sie Anteile halten, als Konkurrenten auftreten, denn da geht es um Renditen, die jeder benötigt, um seine eigenen Anleger zufrieden zu stellen.

Siehe den „Verkauf“ von Monsanto an die Bayer AG. Damals hatten Blackrock und Vanguard an sich selbst verkauft und etwa 66 Mrd. Euro durch die Welt verschoben. Die werden schon wissen, warum sie das gemacht haben.

Kaeser, wie jeder Vorstand einer jeden AG, die sich zum Spielball dieser Asset-Management-Konzerne macht, bleibt also gar nichts anderes übrig, als im Sinne seiner Herren zu handeln.

Diese Tatsache entschuldigt weder ihn, noch all die anderen Arschkrampen, denn die wissen alle sehr genau, auf was sie sich in solchen Positionen einlassen. Und dafür bekommen sie ja auch jede Menge Geld, Boni und geldwerte Vorteile.

Dieter Zetsche von Mercedes hat sich zwar bereits beklagt, das die jährlich 10 Mio. Euro als Vorstandsvorsitzender viel zu wenig seien, aber wir müssen ja nicht immer auf jeden unterbelichteten Soziopathen hören.

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Im Zusammenhang mit Kaeser, also dem Joe, wollte ich noch etwas anderes zu sprechen kommen, nämlich auf Äußerungen, die er in einem Video gemacht hatte, die in direktem Zusammenhang mit den geplanten Entlassungen stehen.

Ich finde dieses Video seltsamerweise im Netz nicht mehr, nur ein Video in dem der Niederbayer Kaeser in einem grauenhaften Englisch (der war mehrere Jahre in den USA für Siemens tätig – keine Ahnung, wie der da durch kam) über „Digitalisation“ schwafelt.

Wurscht, zunächst ist mir eine Passage in Erinnerung geblieben, in der er allgemein den Goldwerten Hinweis an eigentlich alle Menschen fallen ließ, sich doch durch Börseninvestments für die Risiken der Zukunft abzusichern. Er faselte von Kapitalbildung durch Börsengeschäfte.

Im gleichen Atemzug bezweifelte er, das es so etwas wie eine ungleiche Verteilung von Vermögen gäbe. Was im Publikum Gelächter auslöste. Ob man ihn auslachte oder nur beifällig höhnisch lachte, kann ich nicht beurteilen. Zu all dem sage ich jetzt mal nichts mehr.

Zum anderen ließ er aber eine Aussage vom Stapel, die tatsächlich und unumstößlich richtig ist:

Er sagte sinngemäß folgendes, das nämlich die jetzt geplanten Entlassungen von 6.900 Menschen nur ein sehr kleiner Teil, der Anfang von noch viel umfassenderen, weltweit passierenden „Arbeitnehmerfreistellungen“ sein werden, wesentlich hervorgerufen durch die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt und durch andere politische, wirtschaftspolitische, geostrategische Umwälzungen, die nicht so viel mit reiner Digitalisierung zu tun haben.

Ich sage ausdrücklich nicht, das ich diese Entwicklung für richtig oder begrüßenswert halte. Das tue ich nämlich nicht. Ich versuche, dagegen anzuschreiben, weil mir mehr nicht mehr bleibt.

Aber der Joe hat mit seiner Einschätzung recht, er liegt mit dieser Aussage richtig.

Warum tut er das?

Weil…

  • die politischen, gesetzlichen, juristischen und zum großen Teil gesellschaftlich vorhandenen Parameter diesen Handeln ermöglichen und ausdrücklich erlauben

  • der neoliberale, marktradikale Wirtschaftsfaschismus eine mehr oder weniger unabhängig agierende Politik, als lenkendes, steuerndes und gesellschaftlich ausgleichendes Instrument ersetzt, abgelöst hat

Weil rund 90% der Weltbevölkerung, die „Klasse der Armen und Ärmeren“, die „Klasse der Lohnabhängigen“, die „Schafe“, die „Nicht-Macher“

  • es nicht auf die Reihe kriegen, sich zu erheben, zu wehren,

  • nicht in der Lage sind, auch nur ansatzweise zu erkennen, was mit ihnen gemacht wird,

  • nicht in der Lage sind, sich zu organisieren,

  • nicht in der Lage sind, funktionierende politische, soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gegenmodelle zu entwickeln,

  • nicht einmal gewillt sind, darüber nachzudenken, geschweige denn darüber nachzulesen

Deutschland ist statistisch gesehen, eines der reichsten Länder dieser Welt. Das hat alles mit den, von den Besitzenden gewollten Veränderungen zu tun, die durch die Agenda 2010 politisch umgesetzt wurden.

Von diesem Reichtum profitieren nur etwa 8 Millionen Bürger, also etwa 10%, in Deutschland. Der Rest wird mit wenigen, trockenen Krümeln abgespeist oder direkt in Hartz IV gepresst.

In den Reihen der „noch nicht direkt Betroffenen“, also diejenigen, die noch nicht zu den Arbeits- und Wohnungslosen, den Armutsrentnern und Armutskindern, den mittellosen Kranken, den Aufstockern, den prekär Beschäftigten zählen, werden diese unmöglichen, asozialen, menschenverachtenden Zustände nicht wahrgenommen, zumindest ignoriert.

Asozial eingestellte, geistig minderbemittelte Hohlköpfe (relativ inkompetente Menschen) posten antrainierte „Meinungen“ von BILD und SPON in jedem asozialen Netzwerk und faseln dabei von „Freiheit zur Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung“.

Diese Leute fallen unter die psychologischen Ergebnisse, die als Dunning-Kruger-Effekt nicht vielen Menschen bekannt sind.

Kurz zusammengefasst, der Eingangssatz bei Wikipedia:

Als Dunning-Kruger-Effekt wird die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen bezeichnet, das eigene Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen.

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Es gibt tatsächlich eine Freiheit, die aber nur wenige Leute nutzen können, weil nur sie die gesetzlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die natürlich theoretisch für alle gleich gelten, nutzen können und weil sie bereits über Kapital, Besitz und gesellschaftliche und politische Beziehungen verfügen, die die 90%, der vielen Anderen, eben nicht haben.

Darüber nicht verfügen und deshalb folgerichtig vom Spiel um den „großen Erfolg“ von Anfang ausgeschlossen sind.

Sie können mit starten, aber sie können nicht mitlaufen, einfach weil sie „keine Beine“ haben. Zumindest nicht die Beine, die man braucht, um in diesem Spiel auch nur annähernd „erfolgreich zu sein“.

Diese „Beine“ sind Wissen, Besitz, Geld, gesellschaftliche Verbindungen und Egoismus.

Wenigstens 90% der Menschen haben eben „keine, zumindest aber viel zu kurze Beine.

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Leges sine moribus vanae

Gesetze ohne Moral sind nutzlos“

Der Wahlspruch der University of Pennsylvania, Philadelphia (Penn Quakers, gegr. 1740).

Dieser alte lateinische Spruch schlägt in die gleiche, oben angesprochende “Kerbe”.

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An dieser Stelle müssten wir beide, Sie und ich, eigentlich auch mal über das derzeitige „Geldsystem“ sprechen, über Schulden und Zinsen, Zinseszinsen, über „Nullzinspolitik“, über FED, EZB, Börsen, Banken, Geldschöpfung, Geldentstehung, Geldkreisläufe, Kapitalgesellschaften, Finanzpolitik, Austeritätspolitik, Gewinne, Renditen und wie das alles mit der Entstehung von „wenigen Superreichen und sehr vielen Armen“ zusammenhängt.

Das das „moderne Geldsystem“ ruhigen Gewissens als Volksbetrug, als Völkerbetrug angesehen werden kann.

Das einzig und allein der Glaube aller Menschen an Geld als „Wert“, als allein gültiges Zahlungsmittel, dieses System am Leben erhält.

Das sich die meisten Menschen, aus Unwissenheit und Ignoranz heraus, durch das Festhalten an diesen Glauben, selbst versklaven.

Ein System, das nur wenigen Leuten zu ungeheurem Vermögen und Besitz verhilft, damit zu Macht.

Denn die Macht des Geldes und des Besitzes generiert die Möglichkeit zur Einfußnahme auf andere Menschen.

Zusammengefasst in diesem Schüttelreim: „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“.

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Selbstverständlich bin ich mir über die Aussichtslosigkeit meiner Texte bewusst, „etwas“, also Veränderungen im Verhalten der meisten „Schafe“ herbeiführen zu können, irgend etwas zum Besseren in dieser Konsumwelt bewegen zu können.

Die „Revolution der Arbeiter- und Bauernklasse“, der prekär Beschäftigten, der Hartz-Sklaven, der Armen und Obdachlosen, wird nicht stattfinden.

Die „Revolution der Intelligenzia“, des links-intellektuellen Bürgertums wird ebenfalls nicht stattfinden.

An eine Wiederbelebung einer starken Sozialdemokratie in Europa, oder gar in Deutschland, die „for the many, not for the few“ politisch ehrlich arbeiten wird, glaube ich nicht mehr.

Es gibt einfach zu wenig Menschen, die empathisch, sozial und gesamtgesellschaftlich ausgleichend, ausgerichtet sind.

Mir bleibt nur die geschriebene Warnung. Da bin ich in bester Gesellschaft, Brecht, Tucholsky und Kästner haben das damals auch getan.

Und obwohl diese wirklichen Geistesgrößen viel besser und virtuoser mit dem geschriebenen und gesprochenen Wort umgehen konnten, hat man auf sie auch nicht gehört.

Das ist für mich „halbe Geistes-Portion“ kein Trost, aber aufhören ist definitiv keine Option.

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Wir müssten auch genauso dringend mal über die VR China sprechen, über deren angebliche „zwei Systeme“ und die gegenwärtigen, neuesten politischen Entwicklungen.

Dazu habe ich auf „Weltnetz-TV“ zwei Videos, zusammen 2 Stunden lang, gefunden.

Der „Sozialismus chinesischer Prägung“ #1 Interview mit Wolfram Elsner

Im Interview werden viele Themen berührt. Es ist aufgeteilt in die Teile I und II und folgendermaßen gegliedert:

Teil I

1. Aufenthalt in Peking, Tianjin und Changchun (ab Beginn)

2. die neue Binnenmarktorientierung (ab Min. 5:30)

3. Technische Innovationen im chinesischen Alltag (ab Min. 7:41)

4. High Tech, big data, Erkennungssysteme, Verhaltentssteuerung … (ab Min. 21:45)

5. Einkommensrückverteilung. Der Gini-Koeffizient (ab Min. 41:56)

Der „Sozialismus chinesischer Prägung“ #2 Interview mit Wolfram Elsner

Teil II

6. E-Mobilität, Verkehrspolitik, „agile Industriepolitik“ (ab Beginn).

7. Umweltpolitik, saubere Luft in Peking (ab Min. 13.00)

8. „Bäume, Bäume, Bäume“, Aufforstung und Naturschutzgebiete (ab Min. 18.41)

9. Geopolitik, Seidenstraße, Verhältnis zu den USA (ab Min. 26.04)

10. Vorläufiger Versuch einer Gesamteinschätzung oder „den Tiger reiten (ab Min. 45.40)

Ich mache es mir an dieser Stelle einfach und kopiere hier das erklärende Statement von „Weltnetz TV“, unter dem Video zu finden, zur Person von Herrn Prof. Dr. Elsner ein:

Prof. Dr. Wolfram Elsner ist Ökonom mit den Schwerpunkten Evolutionäre und Institutionelle Ökonomik und einer der wenigen linken Ökonomen mit intensiven Beziehungen zu dortigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern. Er war im September 2017 zu einem Studienaufenthalt an den Universitäten in Peking, Tianjin und Changchun und war eingeladen, bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung des neuen Center for Socialist Political Economy an der renommierten Jilin Universität zu sprechen.

Einige Anmerkungen zu diesen beiden Links:

  • Es gibt noch viel mehr, ebenso interessante, aber auch divergierende Informationen über China und seine gegenwärtigen Entwicklungen. Allerdings nicht aus der deutschen, westlichen, marktradikalen Systempresse.

  • Das „System China“ und die Chinesen selbst sind mir persönlich alles andere als angenehm.

  • Prof. Elsner sieht „die Welt“ als Makroökonom, er schaut also auf das „große Ganze“, bewertet und kommentiert aus dieser beruflichen Sicht die Vorgänge in China.

  • Er wird sicher viele persönliche Kontakte zu Chinesen haben, die sich aber vermutlich auch „meist nur“ auf chinesische Wissenschaftler beschränken werden, also Leute, die im System leben und arbeiten müssen und die staatlich angeordnete Angewohnheit haben, die negativen Ergebnisse der „von Oben herab bestimmenden KP“ auszublenden.

  • Persönlich habe ich mir die Beiträge kritisch angehört, war und bin nicht mit allem einverstanden, was Prof. Elsner berichtet und positiv bewertet.

  • Ich habe jedoch Dinge, wirtschaftliche und politische Entscheidungen der KPCh entdecken können, die für die Bevölkerungen der anderen Weltteile von insgesamt großem Nutzen wären.

Jetzt wünsche ich mir nur noch, das von meinem „Link-Angebot“ reger Gebrauch gemacht wird und die Leser weiterführende Erkenntnisse gewinnen mögen.

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Tja, wieder viel zu lang, zu ausschweifend, zu „was weiß ich“!

Trotzdem, bis die Tage….

2 Kommentare

    1. Ich habe „alternative Fakten“ genannt.

      Mein Account wurde durch Putins Internet Trolle gehackt.

      Ein russischer Giftgasanschlag…

      Scheiß Mathe, hab ich noch nie gemocht!

Kommentare sind geschlossen.