Fifty shades of

life

Es gibt Typen, Männer wie Frauen, die von Schatten nur so umjubelt sind.

Konzernvorstände und Aufsichtsräte.

Politiker.

Journalisten.

Und der Pöbel, das Volk, die Wähler, die Opfer.

Die, die alles „fressen“, mit den Schultern zucken, Kopf schütteln, kommentarlos abnicken, völlig ohne Verstand zustimmen, oder auch fatalistische Sätze formulieren wie: „Da kannste nix machen, is so. – Wat willsse denn machen, is so.“

* * * * *

Hochgradig „verschattete“ Typen wie John Cryan vermelden das 3. Jahr hintereinander Verluste der „Deutschen Bank“, pro Jahr im Milliardenbereich. Dazu hunderte, noch anstehende Prozesse „around the world“, meistens in den USA, Millionen Dollar/Euro an bereits erfolgten Strafzahlungen und weitere hunderte Millionen an zu erwartenden Strafen, Prozess- und Anwaltskosten.

Macht nix, das sind außerordentliche Aufwendungen, für die Rückstellungen gebildet wurden, die sind wiederum Gewinn senkend, somit Steuer senkend. Geschenke der „neoliberalen“ Politik, die seit Jahrzehnten immer wieder neu ausgepackt werden.

Bleibt aber immer noch was übrig, um diesmal doch noch 1 Milliarde Euro an Boni für Top-Investmentbanker der „Deutsch Bank“ auszuschütten. Sonst gehen diese Top-Arschkrampen woanders hin, zumal es 2016 nichts gegeben haben soll.

Das sollten diese Leute aber endlich tun, gehen, am besten alle zu BlackRock oder Vanguard, um diese Läden langsam aber sicher kaputt zu machen.

Obendrein ist jeder zweite Arbeitsplatz, so Mr. Cryan, bei den Deutsch-Bankern inzwischen obsolet geworden.

Ich bin mir sicher, das alles hat Methode, da steckt ein Plan hinter. Die Frage nach dem „cui bono“, dem „wem nutzt es“, sollte da ruhig mal gestellt werden.

Dazu kann ein Blick auf die Eigentümerverhältnisse helfen, wer hält wie viele Aktien, wer kann eine bestimmende Mehrheit für welche Interessen entwickeln?

Welchen Stellenwert, welche Bedeutung hat die Deutsche Bank noch im „Global Player“-Zirkus der großen Finanzverbrechersyndikate aus Wall Street und der City of London?

Welchen Zweck soll die „Deutsche Bank“, für wie lange noch, erfüllen?

Kann das weg?

Wenn ja, wann und wie kann das entsorgt werden?

Selbstverständlich ohne die Anteilseigner zu belasten, in die Pflicht zu nehmen, sondern die Verluste gerecht zu sozialisieren?

Ach was, zu anstrengend, daran Gedanken zu verschwenden, alles nur Verschwörungstheorien!!

* * * * *

VW und die Dieselabgase. Eine „never ending story“ der Peinlichkeiten.

Nein „peinlich“ ist nicht das richtige, treffende Wort.

Kriminell trifft es besser, wäre das korrekte Wort.

Eine Zusammenfassung der Vorgänge um die „wissenschaftlichen Studien“ mit Affen und Menschen, die vom EUGT, der „Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ in den USA beauftragt wurden, hat der Schweizer Blog „Infosperber“ am 29. Jan. 2018 zusammengestellt. Eine sehr lesenswerte Arbeit.

Die EUGT wurde von VW, Mercedes und BMW finanziert, im Herbst 2016 noch schnell aufgelöst.

Wie schon Extra3 in der Sendung vom 01.02.2018 (die komplette Sendung lohnt es ganz sicher anzuschauen) satirisch bemerkte, ist es bei VW Tradition, das der Vorstand und der Aufsichtsrat NIE irgend etwas weiß.

Carl Hahn wusste nichts von den Machenschaften bei VW do Brasil (es war ihm auch egal das hatte er bereits in einer Wortmeldung in einer Doku der ARD von 2017 deutlich gemacht), Piech wusste auch nie etwas, Winterkorn sowieso nicht (dafür kriegt er als Privatier von VW sogar 3.000 € am Tag) und Müller (soll bei 10 Mio. € Jahresgage liegen – bisschen viel für einen mittelmäßigen Clown) ist seit Amtsantritt in WOB auch komplett ahnungslos.

Dem Müller glaube ich das sogar, der muss bestimmt Zwilling sein, denn einer allein kann gar nicht so blöd-naiv tun oder sein.

Oder er ist genau wegen dieser „Fähigkeiten“ dahin gesetzt worden.

* * * * *

Bei VW waren also immer nur Einzelpersonen schräg drauf, die dem Vorstand auch nie gesagt hatten, wie schräg sie wirklich drauf waren. Und wenn der Vorstand nix weiß, wie soll dann der Aufsichtsrat etwas wissen? Geht doch gar nicht!

Im Kanzleramt ist das ja auch so, Frau Merkel erfährt auch immer alles erst aus der Zeitung, vermutlich auch, das sie in Brüssel oder Beijing war, wen sie dort traf und was sie dort für die Wirtschaft auftragsgemäß angerichtet hatte.

Bei VW müssen die „Schatten“ bereits zur „Verstrahlung“ mutiert sein.

Macht aber auch nichts, die Bundesregierung hilft, beugt und biegt Recht, Gesetz und hält die Justiz an der „kurzen Leine“, denn es bleibt ihr auch nichts anderes übrig. Die gemeinsamen „Flöhe“ müssen auch weiterhin unter der Decke bleiben.

Weil es noch genug verstrahlte Wähler gibt, denen das alles scheißegal ist.

* * * * *

Genauso scheißegal sind diesen Wählern die Vorgänge um die HSH-Nordbank, die Bremen-LB, um verwesende Milliardenkredite dieser Landesbanken, die vor Jahren norddeutschen Reedern hinterher geworfen wurden, um damit Schiffe zu bauen.

Schiffe, die keiner braucht.

Die gebaut wurden, weil viele Typen aus Politik, Landesbanken und Reeder-Kreisen im „Businessplan“ mit Mondscheinzahlen operierten.

Mit viel zu hohen Frachtraten, die irgendwann, Anfang der 2000er Jahre für eine kurze Zeit den Markt bestimmten, mit einem viel zu hohen, weltweit erwarteten (erträumten) Frachtaufkommen, das nie realisiert werden konnte und wird.

ZDF-zoom hatte am 01.02.2018 in 28 Minuten mit dem Bericht „Piraten in Nadelstreifen“ versucht aufzuzeigen, was passiert ist, warum es passierte und wie es weitergehen wird.

Die Kurzfassung, eigentlich aber auch nichts wirklich Neues:

  • Passiert sind: Milliardenverluste bei norddeutschen Landesbanken und Komplettverluste bei privaten Kleinanlegern, die so dumm waren, sich Schiffsfonds aufschwatzen zu lassen

  • Warum: Gier, Dummheit und das unerlässliche Komplettversagen der politisch verantwortlichen Bankenaufsichten (NRW-spd und West LB lassen grüßen) in Bremen, Hamburg und Schleswig Holstein

  • Weitergehen wird es so: Reeder (also Kreditnehmer) kommen davon, Landespolitiker schwafeln ungestraft weiter, Landesbanker entlassen Personal, erhalten zum Ausgleich noch ein paar Millionenboni, die maroden Landesbanken müssen abgewickelt werden (EU-Wettbewerbsrecht) und die Bürger werden die faulen Kredite per Steuerzahlungen übernehmen, damit „Investoren“ (aka „Heuschrecken“) die Filetstücke der Landesbanken schlussendlich übernehmen können.

Was mir im Beitrag noch fehlte, waren Informationen, wo diese Schiffe gebaut wurden, welche Anteilseigner (die Reeder selbst?, Vermögensverwalter?) sich damals am Bau gesund stießen.

Die Äußerungen (ab Min. 15:24) der grünen Finanzministerin Bremens, Karoline Linnert haben mir „ganz ausnehmend gut gefallen“. Mit solchen sachverständigen, stark verschatteten Politikern ist mir überhaupt nicht Angst und Bange um die Zukunft.

Die Bremen LB ist bereits, auf Druck der EZB (wieso die EZB?), von der Nord LB übernommen worden. Vielleicht weil man in Frankfurt und Berlin (Home of „Schäuble-Gang“) von Frau Linnerts Kompetenzen doch nicht restlos überzeugt war?

Die geistig regen Wähler denken sich vermutlich, das nicht nur die Bundesregierung das Recht auf Bevorteilung der Besitzenden hat, sondern auch Landesregierungen ruhig ihre kriminelle Inkompetenz so teuer wie möglich ausleben sollen.

* * * * *

Ich jedenfalls bin bereit, bei den nächsten Wahlen alle Kandidaten und Parteien anzukreuzen. Die sollen ihr Potenzial alle voll entfalten dürfen.

Die geben ihr Bestes, die tun alles für Deutschland.

Und seien wir mal fair, nur für einen Augenblick, die können auch nichts dafür, wenn gerade SIE nicht zu diesem Teil Deutschlands gehören, für die die Politiker ihr Bestes geben.

Das sind ihre ganz persönlichen Versäumnisse und Unzulänglichkeiten, aber das wissen sie ja bereits.

Denn sonst würde ja niemand mehr CxU, AfD, FDP, spd, Grüne oder PdL wählen.

Sondern sich für eine neue, sozial orientierte politische Kraft einsetzen.

Ja gut, das war nur ein weiterer, zu nichts führender und blöder Versuch, vergessen wir das.

* * * * *

Wenden wir uns statt dessen dem Sexismus zu, dazu gehören Gedichte von Eugen Gomringer an Berliner Universitätsfassaden und seit ein paar Wochen auch, ganz neu, Dieter Wedel.

Gott sei es getrommelt und gepfiffen, ZEIT online hat fleißige und aufrecht empörte Journalistinnen, die für die Leser des „Kultur“-Abteils der ZEIT aufwendig und gnadenlos recherchieren, am 3. Januar unter dem Titel: „Dieter Wedel – Im Zwielicht“.

Jana Simon und Annabel Wahba brachten die ZEIT-Leser auf den neuesten Stand.

From Hollywood to german filmindustry.

Am 23. Januar, dann die Erfolgsmeldung, diesmal unter „Gesellschaft“ angesiedelt, ohne Nennung des Autors / der Autorin: „Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dieter Wedel“, mit gleich 449 Kommentaren.

Dazwischen, am 11. Januar, wiederum unter „Kultur“ zu finden, etliche Zeilen von Sabine Rückert: „Verdacht und Berichterstattung“. Für mich eine durchsichtig und schlecht gemachte vorauseilende Absolution des bereits ausgeübten Journalismus, den die ZEIT-Kulturjournalistinnen bis dahin bereit gestellt hatten.

Die Münchner Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf, aufgrund von was?

Wegen Zeitungsberichten, die sich auf Ereignisse aus den 1990er Jahren beziehen, somit vermutlich bereits verjährt sind. Verjährung soll auch „Rechtssicherheit“ herstellen.

Was die Leser damit anfangen wollen, überlasse ich jedem selbst.

Der Sohn von Senta Berger, Simon Verhoeven postet auf Facebook, das ist für die BILD Grund genug, sich auch dranzuhängen. Denn dort weiß man, wie bei keiner anderen deutschen Postille: „untenrum geht immer“.

Und nur darum geht es Chefredaktionen und Verlegern: Clicks, Auflagen, öffentliche Aufreger, Ablenkung des Publikums.

Den Journalistinnen geht es um die Publikation ihrer Meinung, auch um ein paar Euro Zeilenentgelt.

Vielen Lesern geht es um die Befriedigung ihrer voyeuristischen Veranlagung, natürlich auch um die Ausübung „aufrecht empfundener Empörung“.

Von da ist es nicht weit zur „aufrecht empfundenen gerechten Zuteilung des Strafmaßes“, Tendenz: „Schwanz ab“.

* * * * *

Diese „Berichte“, solchen öffentlich zelebrierten „Vorverurteilungs- und Hinrichtungs-Journalismus“ braucht kein wirklicher Mensch.

Das ist Sache der Justiz und der Beteiligten, ohne publizistische Vorverurteilungen, ohne öffentliche Anschuldigungen und bitte endlich auch mal ohne „Kommentare“ auf Onlineportalen.

Genauso, wie nur die Justiz sich um VW, Deutsche Bank, Bundeswehrkriegseinsätze und so viele andere politisch und wirtschaftlich motivierte Straftaten kümmern sollte, es aber aus politischen Gründen nicht darf und somit, weil weisungsgebunden, unterlässt.

Da hält sich die „öffentliche Empörung“ über Untätigkeit der Justiz in sehr engen Grenzen.

Es ist halt für die politischen Vertreter des Marktradikalismus einfacher und folgenloser, Untersuchungen gegen Einzelpersonen durchführen zu lassen, als gegen Konzerne und damit verbundenem eigenem, illegalen Tun.

Und Einzelpersonen können sich nicht so gut wehren.

Konzerne können das, mit juristischen Abteilungen, mit „wissenschaftlichen“ Studien, mit Unterstützung von Politikern aus allen marktradikalen Parteien, gestützt durch medial unkritische Hofberichterstattung.

Das ist die „Freiheit“, die die wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Eliten den Bürgern unablässig einhämmern.

Die Bürger, als Einzelpersonen glauben, das die Freiheit der Wirtschaft, der Konzerne auch von ihnen gentzt werden kann, den Bürgern zur Verfügung steht.

Ein Trugschluss, der in Deutschland die CxU und ihre jeweiligen „Koalitionspartner“ immer weiter Zugang „zu den Trögen“ gewährleistet.

* * * * *

Vergewaltigung, egal wie und wo sie zustande kommt, ist eine Straftat.

Keine Frage, das ist selbstverständlich.

Erpressung ist ebenfalls strafbar.

Machtmissbrauch durch Leute (m/w), die Sex gegen Jobs, Auftritte, Gefälligkeiten, Karriere etc. einfordern, somit im Grunde eine Erpressung durchführen, ist leider nicht zu verhindern, da sie meist nicht öffentlich stattfinden.

Es sind Auswüchse, die keine Gesellschaft je in den Griff bekam und jemals in den Griff bekommen wird.

Weil die Opfer meist schweigen, aus Scham, oder, oder, oder….

Das sich die Justiz und Polizei bei Sexualstraftaten viel zu selten wirklich neutral verhalten hat, eher bereit war, Täter nachsichtiger und lascher zu behandeln, als die meist weiblichen Opfer/Klägerinnen, ist leider auch eine Tatsache, die der Glaubwürdigkeit der Behörden sehr geschadet hat und sie weiterhin begleiten wird.

Und mit ein Grund für das Schweigen von Opfern darstellt

Aber, wenigstens für mich, bleiben Straftaten eine Sache zwischen Justiz, Klägern und Angeklagten.

Egal, wie unbefriedigend diese Konstellation von Fall zu Fall auch ausfallen mag.

* * * * *

Ein viel zu großer Teil der unaufhörlich durchs Dorf getriebenen öffentlichen „Sexísmus-Debatten-Orgien“ (Debatte ist das falsche Wort, aber ich lasse es mal stehen) sind meiner Meinung nach nur deshalb existent, weil sie

  • von politischen und anderen Sauereien erfolgreich ablenken,

  • fast jeder irgend etwas dazu sagen will, ob sinnvoll oder nicht,

  • der o.a. Voyeurismus befriedigt wird, die aufrechte Empörung gelebt werden kann,

  • Auflagen- und Clickzahlen-Steigerungen bringen.

Mir fehlt das „vernünftige Augenmaß“, mir geht die Hysterie und die maßlose Aggressivität und Arroganz etlicher ProtagonistInnen viel zu weit.

Ungezügelter, öffentlich ausgetragener Hass, egal ob auf Frauen, auf Männer, auf Religionsangehörige, Volksgruppen, auf was-weiß-ich, ist einer „guten Sache“ niemals dienlich.

Drastische Aktionen und Forderungen, über das Ziel weit hinaus schießende Vorhaben, gerade auch unter Studenten zu finden, vor allem in den USA, aber auch mittlerweile hier anzutreffen, bestätigen zwar zunächst die eigene Filterblase, führen wiederum oft nur zu Gegenaggressionen und neuen gesellschaftlichen Verwerfungen.

Oftmals geben sich die Protagonisten der Lächerlichkeit preis, werden selbst zum Ziel von Hohn und Spott, schaden dem vermutlich im Kern berechtigten Anliegen, nämlich der Sensibilisierung der Gesellschaft.

Viel zu oft lassen sich, eigentlich passiv veranlagte Leute allzu schnell vor den Karren von allen möglichen, besessenen HasspredigerInnen spannen.

Es geht dabei meist um aggressiv vorgetragene Meinungen, die schnell von möglichst vielen Menschen übernommen werden sollen.

Es geht viel zu oft nur noch darum, Recht zu haben und Recht zu bekommen.

Weil man der irrigen Auffassung ist, das die Meinungsfreiheit auch „Recht haben“ und „Recht bekommen“ beinhaltet und garantiert.

Und wütend-trotzig reagiert, wenn man merken muss, das es auch „Gegenwind“ gibt.

Und es geht auch oft um politische Instrumentalisierung, siehe die „#metoo“-Hetzjagd, die von Trump nahestehenden Kreisen ziemlich schnell gekapert wurde und mittlerweile gegen die Democrats genutzt wird, weil Weinstein den Democrats und jüdischen Finanzierungszirkeln der DP sehr nahe steht.

* * * * *

Das Internet ist nun einmal das Medium der vielen, schnellen und kurzen Auftritte, des unüberlegten Kommentierens, der schnellen „Likes“ und „Dislikes“ und der wohl überlegten, professionell geplanten Massenbeeinflussung.

Mit einer Halbwertzeit von wenigen Tagen, wenn es „gut“ läuft (oder schlecht, kommt auf den Betrachter an).

Mir hat das Internet über „die Menschen“ mittlerweile fast jede Illusion genommen.

Die Augen geöffnet, es lässt mich mehr und mehr vermuten, das „normales Verhalten“ eher anormal ist, eher eine Minderheit betrifft, was aber höchstwahrscheinlich auch falsch sein kann, denn die meisten „normalen“ Menschen scheuen eher doch noch den Auftritt im Internet, auch in anonymisierter Form.

Oft vergleiche ich das Internet mit jeder x-beliebigen menschlichen Ansiedlung, einer Großstadt, mit der reichen Oberstadt, den „Schmuddelkindern“ aus der Unterstadt, bürgerlich geprägten Vierteln, „no-go-areas“, verbalen Wellnesstempeln und Müllhalden, verbalen und optischen Spielplätzen und Bordellen.

Das heutige Internet ist der perfekte Platz, um individuelle Eitelkeiten zur Schau stellen zu können, um die persönlichen „Filterblasen“ vorstellen und ausleben zu können.

Dort kann man Geld verdienen. Wenn man weiß, wie, mit dem „richtigen Angebot“. Blogs, wie meiner, sind sicher nicht das „richtige Angebot“.

Im „Netz“ kann man pöbeln, beleidigen, den persönlichen Hass ausleben, die eigene geistige Schmalspur öffentlich zeigen.

Dort kann man bestens die ganz große Massenbeeinflussung, Massenpropaganda einsetzen.

Ein großer und weiterhin stetig wachsender Teil des Internet kommt mir wie eine riesige Mülldeponie vor.

Daran sind vor allem Google, Facebook, Twitter, Microsoft und Apple beteiligt.

Und diejenigen, die die „Angebote“ gerne und ausgiebig missbrauchen wollen oder nicht anders können, als sich als Vollpfosten darzustellen.

Weil man noch nicht die Möglichkeit von RTL II, Pro7, Sat 1, Sport 1 eingeräumt bekam, sich im Trash-TV zu produzieren.

* * * * *

Müll soll das nächste Stichwort sein. Auch in der oben verlinkten Extra3–Sendung ab Minute 35:08 angesprochen.

Ich hatte mich diesem Thema, vor allem dem „Dualen System“, bereits mit einem meiner ersten Texte, im Februar 2016, betitelt mit „Recycling?“, versucht zu nähern.

Was Extra3 am 1.2.18 satirisch aufbereitete, hatte ich damals bereits versucht zu beschreiben.

Und das „duale System“ erheblich in Zweifel gezogen.

Nun ja, wer hat als verantwortliche Umweltministerin, noch in den 1990er Jahren, daran basteln lassen?

Richtig, Dr. Angela Merkel, Kohls Mädchen, als sie noch beim Altmeister auf den Schoß klettern durfte.

Extra3 griff eine aktuelle Nachricht auf, die vermeldete, das China unseren Plastikmüll nicht mehr will. Ca. 760.000 Tonnen schipperten deutsche Müllunternehmer bisher jährlich in die „Volksrepublik“.

Was Extra3 daraus machte ist sicher erheiternd, aber leider auch eine weitere reale Bedrohung für den Planeten.

* * * * *

Müll, Hausmüll, Industriemüll, Atommüll, Chemiemüll.

Die rückstandsfreie Beseitigung kostet Geld, sehr viel Geld. Die Bürger werden bei der „Gebührenfindung“ erst gar nicht gefragt.

Was nach Abholung mit dem Müll passiert, soll den Bürger nicht interessieren und interessiert die meisten Bürger auch nicht. Schließlich haben sie Gebühren entrichtet, und es gibt Spezialisten, die für die Entsorgung bezahlt werden.

Diese generelle Einstellung ist gerade in Deutschland weit verbreitet, aber auch in anderen Ländern anzutreffen.

Der Bürger bezahlt die „Nebenkosten des menschlichen Lebens“, es gibt Gesetze, Vorschriften und Regeln, es gibt Spezialisten die sich kümmern müssen, dafür ausgebildet sind und bezahlt werden.

Dann wird das schon alles „gut gehen“.

Nein, es geht nicht gut, vor allem wegen der Profitinteressen privater Abfallverwertungsbetriebe. Generell, wegen Profitinteressen aller möglichen privater Betriebe geht nicht nur bei der Müllbeseitigung und -verwertung das meiste nicht gut.

Das hat auch die Ndrangheta, die aus Kalabrien stammende Mafiaorganisation erkannt.

Dieser Link zu Wikipedia gibt ein wenig Aufschluss über die vermutlich mächtigste organisierte Kriminellenvereinigung der heutigen Zeit. 2013 wurde deren „Umsatz“ bereits auf 54 Milliarden Euro geschätzt.

Die sind sogar in Russland aktiv, das will etwas heißen, denn russische Mafiaorganisationen galten noch nie als zimperlich und greifen dazu seit den 1990er Jahren vermehrt auf sehr gut ausgebildete ehemalige KGB-Spezialisten zurück, die ihren Job verloren hatten.

Aber die ‚Ndrangheta ist wohl nur notwendige Kooperationen mit russischen Höchst-Kriminellen eingegangen.

Die diversen Mafiaorganisationen dieser Welt hatten mindestens genauso früh die Vorteile einer „Globalisierung“ erkannt, wie die konsequent nicht von der Justiz verfolgten Wirtschaftskonzerne, vor allem die Finanzkonzerne.

Beide Gruppen profitieren von den Eigenheiten und Unterschieden der vielen existierenden Nationalstaaten, von der überall herrschenden Bereitschaft zu Korruption und der Ohnmacht von Landespolizeikräften, die spätestens an ihren Landesgrenzen ausgebremst werden und dann auf internationale Polizeikooperation angewiesen sind.

Fragen sie mal, was mittlerweile italienische Anti-Mafia-Kräfte von deutschen Gesetzen und Justiz- und Polizeikräften halten. Sie werden staunen.

Was italienische Staatsanwälte und extra eingerichtete Polizeieinheiten bereits gegen die Mafiafamilien Italiens erreichen konnten ist beachtlich und trotzdem zu wenig.

Trotz verschärfter Gesetze und vereinfachter Ermittlungsmöglichkeiten bleiben die Erfolge immer noch weit unter den Zielen in Italien. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen viel zu lasche, unzureichende Gesetze und Strafverfolgungsmöglichkeiten in Europa, vor allem in Deutschland. Die Mafiaorganisationen weichen einfach aus.

Die italienische Politik tut ihr übriges, korrupte Politiker, Abgeordnete, Regierungs- und Verwaltungsmitglieder bremsen eine effizientere Verfolgung von Mafiaverbrechen aus.

Ermittler konnten mittlerweile inoffizielle Verbindungen des italienischen Inlandsgeheimdienstes AISI (Agenzia Informazioni e Sicurezza Interna) zu der ‚Ndrangheta herstellen, mittels aufgefundener Regierungsdokumente, die die illegale Giftmüllverklappung betreffen

Denn besonders die ‚Ndrangheta hat die Möglichkeiten erkannt, die die kostenintensive offizielle Müllvernichtung bietet. Und daraus bereits politisches Kapital geschlagen, ihre politischen Verbindungen intensiviert und ausgeweitet.

Besonders jegliche Art von Giftmüll, Industriemüll, aber auch Atommüll wird von ihr kostengünstig entsorgt, ob in Kalabrien oder rund um Kalabrien im Mittelmeer durch versenkte Schiffe, die dann auch noch als Havarieschaden bei den Schiffsversicherern geltend gemacht werden.

Häfen und Warenterminals Kalabriens sind fest in der Hand der Mafia, vermutlich sind einige Personen der offiziellen Betreiberfirmen selbst Mitglieder der ‚Ndrangheta und anderer Organisationen.

Deutscher „Sondermüll“ wird nicht nur nach Bulgarien und Rumänien exportiert, sondern auch nach Süditalien. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Selbstverständlich läuft bei deutschen und anderen Chemiefabriken und Herstellern, bei denen toxische Abfälle anfallen, alles streng nach Vorschrift. Die können das beweisen, mit Papieren und Stempeln und weichspülenden Juristen.

Nur, irgendwo ist da ein Loch, ein Loch, das Staatsanwaltschaften und Polizei nicht finden, das den Konzernen und Firmen, bei denen alles in Ordnung ist, doch eine Gewinn steigernde Möglichkeit bietet, ihren Dreck viel billiger loszuwerden.

Dieses Loch ist die ‚Ndrangheta, deren Firmengeflecht, von denen die Müllhersteller der Welt nichts wissen und selbstverständlich NIEMALS mit solchen Leuten Geschäfte machen würden.

Sie haben ja ihre „Dokumente“ mit amtlichen Stempeln, die das alles „beweisen“.

Da kann dann auch kein „begründeter Anfangsverdacht“ aufkommen, der die Strafverfolgungsbehörden im Dreck stochern lassen würde und zwar genau da, wo der Müll entsteht.

Geben sie >>‘Ndrangheta Doku<< als Suchworte ein, finden sie unter anderem diese arte-doku auf YT. Seit November 2017 konnte der Kanalbetreiber 129 Aufrufe verzeichnen. Das zeigt das große Interesse der Menschen an solchen brisanten Themen und es zeigt wozu Menschen das Internet lieber nutzen möchten.

Ich empfehle diesen Link, die Doku „Das Gift der Mafia“, obwohl mehr als 2 Stunden lang.

Es ist erschütternd, was sich unter unseren geschlossenen Augen seit Dekaden abspielt.

Es ist fast unglaublich, was mittlerweile möglich ist.

* * * * * *

Nein, es ist kein „italienisches“ Problem, es ist UNSER ALLER Problem.

Es zeigt die immer weiter wachsende Bereitschaft von skrupellosen Menschen und Gruppen, die normale Menschen eigentlich nicht miteinander in Verbindung bringen, die „Globalisierung“, vor allem im kriminellen Bereich, immer gewinnbringender nutzen zu wollen und nutzen zu können.

Es zeigt das generelle Desinteresse der Menschen auf. Und dieses Desinteresse ist, neben der Habgier, vermutlich das Hauptproblem unserer „Zivilisation“.

Es zeigt, das dieses Desinteresse an allen möglichen Schweinereien, die die neoliberale, marktradikale Politik erst ermöglicht hat, auch die Grundlage für Verbrechen aller Art ist.

Bis dann….