Nicht-Wissen

ist der beste Freund der Propaganda

Ich schrieb bereits des öfteren über „Nicht-Wissen“, nicht-wissen-wollen, entstanden aus einer tief sitzenden Bequemlichkeit und Überforderung der meisten Menschen, die von den „Machern TM“ und deren fleißigen Helferlein aus Politik, Medien, Justiz und anderen Bereichen, für ihre erfolgreichen Desinformationskampagnen immer wieder genutzt wird.

Neben Überforderung und Bequemlichkeit ist ein weiteres menschliches Verhalten zu nennen, die irrige Einsicht, das einmal Gelernte sei von nun an der nicht mehr zu hinterfragende Bestandteil des weiteren Lebens, Handelns und Denkens.

Solches Denken ist, leider vor allem, in höher gebildeten Kreisen keine Seltenheit. Es ist eben auch dort ein Faktor der Bequemlichkeit.

Das alles ist ein Teil der anerzogenen und sich weiter vermehrenden Inkompetenz der angeblich „mündigen Bürger“. Die „Mündigkeit der Bürger“ wird aber immer nur vor Wahlen von den Profiteuren des Systems intoniert und lobgepriesen.

Die weit verbreitete Inkompetenz (niemals abwertend gemeint) ist der fruchtbare Acker von Meinungsmachern, von Propagandisten und professionellen Beeinflussern.

Ich schrieb in meinem letzten Beitrag, das ich mich ganz gewiss nicht am derzeitigen Trump-Bashing beteiligen werde. Ich suche und suchte nach Fakten.

Das Auftreten, manche Ansichten von Trump sind mir alles andere, als angenehm.

Aber er macht die Politik, die er angekündigt hatte. Und kämpft dabei gegen eine mächtige, tief in der US-Administration und in allen gesellschaftlich und politisch relevanten Ebenen tief verwurzelten Gruppe einflussreicher Leute um Clinton, Nuland, die Kagans, einem Soros.

Seine Politik ist konträr zu neoliberal, zu neokonservativ.

Ich fand heute Morgen einen, notwendig gewordenen Artikel von Thierry Meyssan, den ich hier verlinke und bitte darum, diesen Artikel zu lesen.

Er heißt: „Kriegspropaganda gegen Donald Trump“

* * * * *

Niemand muss sich unbesehen den Argumenten von Mr. Meyssan anschließen, ihnen gedankenlos folgen.

Der Artikel sollte aber dazu genutzt werden, sich selbst mit der derzeitigen Gemengelage in den USA, mit handelnden Personen zu beschäftigen.

Und er wird vermutlich etlichen, selbständig denkenden Menschen klar machen, das erst die eigene Unwissenheit über Details der US-amerikanischen Historie der letzten Jahrzehnte es den Beeinflussern ermöglichte, ihre Saat aktuell ausbringen zu können.

Den Text als Veranlassung sehen, sich zu diesem Themenkreis weitere Informationen zu beschaffen, die über neoliberal orientierte deutsche Medien hinaus gehen.

* * * * *

Amerika21 (oben in der Blogroll) kann dazu genutzt werden. Weitere Links sind dort auch zu finden.

Trump ist nicht „unser“ Feind, sondern der Feind der herrschenden neoliberalen Gruppen aus Wirtschaft und Politik, die derzeit Deutschland und die EU fest im Griff haben.

Ablenkende Thesen und Vermengungen, wie „Trump und Populismus“, Stärkung der „Rechten in Europa“ durch Trump sind größtenteils Unsinn.

Es sind Ablenkungsmanöver, um die Menschen hier „bei der Stange zu halten“, um die Menschen weiterhin davon abzuhalten, endlich damit zu beginnen, vom eigenen Verstand Gebrauch zu machen.

Sich nicht mehr ihre Meinung durch den Konsum von Bild über FAZ zu Spiegel, ARD und ZDF unwidersprochen bilden zu lassen.

* * * * *

Die NachDenkSeiten haben am 7.2.17 dazu eine weitere Anregung geliefert, den Artikel: „Die Auseinandersetzung mit der AfD….“

Dort hat man sich die Mühe gemacht, das 95-seitige AfD-Parteiprogramm zu lesen, zu analysieren, zu sezieren und zu kommentieren.

Das vorweg genommene Fazit darf ich hier zitieren:

Sagen wir es gleich vorweg: Die AfD muss man nach Lektüre ihres Programms zusammenfassend charakterisieren als eine Vereinigung kulturpessimistischer Demagogen mit sozialdarwinistischen Vorstellungen, die sich in den Dienst der Ideologie des Neoliberalismus stellt.

Zunächst eine kurze formale Analyse: Es macht keinen Spaß, sich durch 95 Seiten Parteiprogramm zu lesen. Insofern kann man nur froh sein über mehr als ein Dutzend Seiten, die lediglich Kapitelüberschriften tragen, und noch einmal so viele, die auch innerhalb der sehr großzügig bemessenen weißen Seitenränder kaum zur Hälfte gefüllt sind. Dieser optische Eindruck von aufgeblähter Leere bestätigt sich an einigen Stellen dann auch inhaltlich.

Ich hoffe darum, das die vielen, irre geführten Wähler aus den sozial schwach gemachten Schichten, die sich aktuell von dieser skurrilen, zunehmend größer werdenden Gruppe von Nazi-Demagogen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhoffen (Glaube statt Wissen), bald erkennen werden, wem sie da „auf den Leim gehen“.

Das es diesen Leuten nie um die Menschen gegangen ist, sondern um sich selbst und ihre abstoßenden, inhumanen Vorstellungen.

* * * * *

Im Zusammenhang mit dem derzeitigen Trump-Bashing, fällt mir auch die „heute-show“ auf.

Sicher ist das eine Satiresendung, gerne „grob gezimmert“, anders als das Format „Die Anstalt“.

Nur, ich weiß derzeit nicht, wie ich mit deren Beiträgen zu Trump umgehen soll.

Ist es einfach nur grobe Satire, im Stil der heute-show, die sie auch anderen Politikern zukommen lässt, oder ist es doch schon mainstream-gefälliges Anbiedern pro EU/Deutschland?

Ich bin mir nicht sicher, die dort, seit längerer Zeit durchgeführte Art der Trump-Beiträge driftet meiner Meinung nach zu sehr in neoliberale Fahrwasser ab.

Und kann von schlichteren Gemütern schnell, sehr gründlich falsch verstanden werden und so zu einem weiteren Baustein in der neoliberalen Propaganda werden.

Vielleicht sehe ich das aber zu kritisch, zu ängstlich.

* * * * *

Bis bald…

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5 Comments

  1. Trump wird kein »Erlöser« der Menschheit. Ebenso wenig wie die AfD oder andere Parteien. Er veranschaulicht nur die Widersprüche zwischen national- und global-orientierten Teilen der »Eliten«. Er will zurück zu alten Konzepten mit alten Rezepten. Und weil ja früher alles viel besser war (satirisch), hat er eine große Anhängerschaft, welche nicht versteht, warum früher alles besser zu sein schien. Ich will es jetzt nicht weiter vertiefen, weil es für mich nicht zielführend ist.

    »Dieser optische Eindruck von aufgeblähter Leere bestätigt sich an einigen Stellen dann auch inhaltlich.«
    Diese »aufgeblähte Leere« kann man in allen Parteiprogrammen entdecken. Sie sind gespickt mit hohlen Parolen, wissend, dass die meisten Menschen sie nicht hinterfragen.

    Was mich nachdenklich macht ist: Was ist sozial schwach? Was ist dann sozial stark? Was sollte ich unter sozial verstehen? Und: Glaube statt Wissen – was ist Wissen? Wissen ist nicht definiert. Genauso wie Wahrheit und Gerechtigkeit. Für diese Worte gibt es viele (subjektive) Erklärungen, aber keine Definition. Subjektiv wie Meinung oder Glauben. Politik ist eine Sammlung von Glaubensbekenntnissen/Glaubenssystemen. Politik (Ökonomie) ist keine empirische Wissenschaft.

    »Das es diesen Leuten nie um die Menschen gegangen ist, sondern um sich selbst und ihre abstoßenden, inhumanen Vorstellungen.«
    Darum geht es keiner Partei. Schon ein Arbeitsvertrag ist inhuman.

    »Nur, ich weiß derzeit nicht, wie ich mit deren Beiträgen zu Trump umgehen soll.«
    Einfach ausblenden und/oder die Kiste nicht einschalten.

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  2. Trump ist auch für mich kein Erlöser, Heilsbringer. Ich stehe ihm kritisch gegenüber, sehe seine Umsetzungen von Politik ähnlich wie Du. „Zurück in die Vergangenheit, die Eure Zukunft werden soll“.
    Der Mann denkt vermutlich wirklich so, sieht sich selbst als Pragmatiker. Damit müsssen die Menschen auf dem Globus leben und zurecht kommen, sich wieder anpassen oder opponieren.

    Für viele, zu viele Menschen ist er aber tatsächlich der Messias, weil sie hoffen, durch ihn wieder zu Arbeit und Einkommen zu gelangen. Denn sie kennen kein anderes System als: Arbeit = Einkommen = Leben = Zukunft für ein „gutes (subjektiv) Leben.

    Sie erlebten den Neoliberalismus und wurden dadurch zu „gesellschaftlichen Verlierern = monetär ( gleichgesetzt mit sozial, was nicht richtig ist) Schwachen, Ausgegrenzten“.

    Sie waren damals erst recht und sind auch jetzt weiterhin wehrlos, hoffen aber, das Trump für sie arbeitet.

    Was ich nicht mitmache und versuche zu erklären ist, das der europäische Neoliberalismus Trumps Politik und seine Person versucht, bei den Europäern vollständig zu diskreditieren, wohlwissend, das die europäischen Eliten selbst zu den Verlierern zählen werden, wenn der Mann mit Russland und China andere (ob alte oder neue) Wege des wirtschaftlichen Handelns und politischer Verständigung einschlägt. Vielleicht auch zum Wohle der arbeitslosen US-Amerikaner.

    Und das wollen die neoliberalen Gewinnler in Europa nicht. Sie wollen alles so belassen, wie es war, um weiter ihre Profite zu sichern. Sie brauchten die neoliberalen militärisch starken USA seit Reagan, den Schirm der NATO usw. und versuchen nun mit „Hau-drauf-Propaganda“ die Menschen zu beschwören, ihre Fesseln nur ja freiwillig zu behalten, weil Trump UNSER Feind sei.

    Das alles kann nur passieren, wenn Menschen weiterhin nur glauben, statt zu wissen (Kenntnisse erlangen) was Trump bereits machte, was er fortsetzte (z. B. Mauerbau, der auch im Interesse der mex. Regierung liegt, sicher nicht im Interesse der lateinamerikanischen Menschen, durch Obama bereits ugesetzt), die Auflösung von Obamacare, einem Krankenversicherngssystem, das eben wohl doch nicht den Armen und monetär (sozial) Schwachen half, sondern eher den privaten Anbietern, weil es so angelegt war.

    Diese bewusst einseitigen, propagandistischen und inhaltlich falschen Medienversuche will ich aufzeigen.

    Niemand muss mir folgen, beipflichten, ich hoffe nur auf ein Nachdenken über das Geschriebene.

    Wissen ist sicher ein Wort das subjektiv wahrgenoomen und erklärt werden kann und wird.
    Wissen ist für mich, wenn ich weiss, wie z. B. der menschliche Körper funktioniert, als Arzt kann ich Kranken mit diesem Wissen helfen.

    Viele Arten von Kenntnissen, Informationen (ob falsch oder richtig = wieder subjektiv) kann ich als Wissen bezeichnen. Und hinterfragen, seine Richtigkeit bezweifeln.

    Fast alles kann in Frage gestellt werden. Die einzige Wahrheit, die wirkliche Gerechtigkeit, das einzig wahre Wissen, ganz sicher in politischen, sozialen, wirtschaftlichen, psychologischen und vielen anderen Bereichen, als unumstössliche einzig verbindliche „objektive Wahrheit“ gibt es nicht.

    Jeder muss sich durch Sammlung von Kenntnissen und Informationen daraus selbst etwas im Leben und für sein Leben zimmern, wird dabei auch meist in den Glauben abdriften.

    Diejenigen, die es vorziehen, nicht zu sammeln, werden zwangsläufig glauben müssen und werden meist behaupten, sie wissen, denn sie wissen nicht, das sie nur glauben.

    Ich werde die Welt nicht retten, niemand wird und kann das. Was ich versuche, ist Vernunft und vernünftiges Tun, welches durch humanes Denken und Handeln getrieben sein sollte, vorzustellen.

    Durch die Erklärung von dem, was vor sich geht, warum es vor sich geht. Das ist subjektiv.

    Und durch die Vorstellung von Überlegungen, wie menschliches Miteinander zukünftig humaner gestaltet werden kann. Das ist erst recht subjektiv.

    Im besten Fall erreiche ich die Weckung von Neugier und den Drang, sich mit diesen Themen selbst zu beschäftigen. Die Ergebnisse werden wieder subjektiv ausfallen.

    Im schlechtesten Fall erreiche ich nichts. Aber ich hab’s zumindest versucht. Wenn auch erst sehr spät…

    Liebe Grüße

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    1. Ich denke, ich habe Dich verstanden und natürlich respektiere ich Deine Meinung und Dein Bemühen. Du musst die Welt nicht retten. Es reicht gut aus, wenn man sie ein wenig verändert. Das tust Du mit Deinen Möglichkeiten.
      Immer daran denken:
      »Die großen Dinge der Welt beginnen stets im Kleinen.«
      (Lao-Tse)

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  3. Lieber Carlo,
    Deine Kommentare habe ich stets als weitere Informationsquelle verstanden, als Hinweise und Denkanstösse. Sie haben geholfen, meinen Horizont etwas zu erweitern.

    Sie gingen immer weit über das oft verbreitete „mag ich / mag ich nicht“, also Zustimmung oder Ablehnung hinaus, was eben so in vielen Blogs im Kommentarbereich zu finden ist.

    Und ich würde sie ungerne missen. Dessen möchte ich dich versichern.

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