Ohne Toleranz stirbt Demokratie

Gedanken über christlich-demokratisch-sozial

Die Karikatur habe ich auf der Website „detlev-mahnert.de“ gefunden und als passend für meinen Text befunden. Ich hoffe, Herr Mahnert hat nichts dagegen, wenn ich diese Karikatur hier ungefragt einstelle. Die, leider abgeschnittene Bildunterschrift lautet:

„Nicht wahr, mein Michelchen? Keine Experimente!“

Kennen sie den Spartensender „zdf info“? Dokumentationen und Informationen zu vielen gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen Themen. Dort hat man im August 2016 eine mehrteilige Dokumentation gesendet, die mit

Das Erbe der Nazis – Hitlers langer Schatten“

betitelt wurde.

Absolut sehenswert und informativ, besonders für die Gruppe der heute noch und wieder mehr werdenden „Geschichtsvergessenen“, aber gerade auch für jüngere Bürger. Der Link führt zur ZDF-Mediathek, zum Teil „1990 bis 2015“. Ich hoffe, der Link wird noch lange Zeit „funktionieren“, er wird es aber nur solange, wie das ZDF den/die Beiträge in ihrer Mediathek eingestellt lässt.

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1945 bis 2015, das sind, richtig, 70 Jahre nach

  • Ende des II. Weltkrieges

  • dem Aufbau zweier, ideologisch unterschiedlich ausgerichteter und handelnder deutscher Staaten, von denen ein Staat heute nicht mehr existiert. Der wurde ab Ende 1989 vom größeren, stärkeren Teil aufgekauft und gründlich, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, vollständig zerlegt.

  • dem Ende der nationalsozialistischen, totalitären, verbrecherischen Willkürherrschaft. Jene Gestalten, die Massenmorde an „unwertem Leben“ (so war damals der offizielle Sprachgebrauch) in industriell organisierten Mordfabriken (Konzentrationslagern) in fast ganz Europa über 12 Jahre betrieben haben

  • dem Tod von ca. 60 bis 70 Millionen Menschen in der Welt, 27 Millionen alleine in der damaligen Sowjetunion, also Russland und seinen damaligen sowjetischen Teilrepubliken.

  • dem Mord an 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, dazu noch die Morde an Zigeunern, Homosexuellen, Schwerverbrechern, körperlich und geistig Kranken, an Kommunisten, Sozialdemokraten, allgemein an Gegnern der Nazi-Ideologie

  • den „medizinischen“ Versuchen an lebenden Menschen, von Typen, die sich „Arzt, Mediziner“ nannten, die in den „wiederaufgebauten“ deutschen Staaten, viel zu oft und viel zu lange, nach 1945 weiter ungehindert praktizierten, manche für den Rest ihres Lebens unentdeckt.

Die Liste müsste fortgesetzt werden, den die seinerzeit begangen Verbrechen und deren monströse, ungeheuerliche Ausmaße werden nur allzu gerne vergessen, verdrängt, oder einfach nicht mehr wahrgenommen.

Oder sogar wieder, derzeit von bornierten und skrupellosen rechten, rechtsextremen Politgestalten verklärt, verdreht, sogar teilweise unterschwellig glorifiziert.

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Da kommen „wir alle“ historisch, geschichtlich gesehen, her. Das ist tatsächlich „unser aller“ Erbe, ein Nachlass, der gesellschaftlich und politisch nie wirklich aufgearbeitet und verarbeitet wurde.

Man“ wollte, will nichts mehr davon wissen. Historiker sagen, vermuten, belegen, das die normalen Bürger, die überwiegende Mehrzahl der deutschen Bevölkerung sehr schnell wieder „nach vorne schauen“ wollte, das Vergangene „ruhen lassen wollte“, nicht mehr erinnert werden wollte.

Von Schuld, gar Kollektivschuld, also einer geistigen, moralischen Sippenhaft nichts wissen wollte, dies überwiegend abgelehnt hatte und hat.

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Diese Haltung zur Vergangenheit wurde politisch gefördert, sie war sogar gewollt.

Denn viel zu viele Deutsche, die zwischen 1933 und 1945 in

  • allgemein öffentliche Ämter,

  • Ministerien,

  • die damalige Justiz kamen,

  • für die damaligen Kriegsanstrengungen von Albert Speers Ministerium für „Bewaffnug und Munition“ arbeiteten,

  • als Wehrwirtschaftsführer arbeiteten (WeWiFü waren im nationalsozialistischen Deutschen Reich Leiter rüstungswichtiger Betriebe.) (Die Links führen zu Wikipedia)

  • dem Nazistaat führend halfen, der Ideologie nicht nur unterstützend, durch ihre Taten beistanden, sondern tatsächlich Nationalsozialisten waren, die Ideologie verinnerlicht und an sie geglaubt haben und dadurch ihr Leben leben konnten

waren nach der, überwiegend völlig missglückten, unzureichend und oberflächlich durchgeführten „Entnazifizierung“ durch die Besatzungstruppen im Westen Deutschlands, in „Trizonesien“ viel zu schnell offiziell entlastet. Wurden als Mitläufer anstatt als Täter eingestuft.

Sie sammelten sich wieder, versammelten sich, organisierten sich in Parteien und strebten unaufhaltsam wieder den Tätigkeiten entgegen, die sie gelernt hatten, die sie ausführen konnten und wollten, in denen sie bereits Expertise erlangt hatten.

Und wollten sich für ihre „Vergangenheit“ nicht rechtfertigen, schon gar nicht büßen.

Das war in der DDR oftmals nicht anders, obwohl anfänglich das dortige Regime Prozesse führen ließ, in denen auch die Todesstrafe verhängt wurde.

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Sie gehörten zu den Überlebenden eines fürchterlichen Krieges.

Sie überlebten deshalb, weil sie aufgrund ihrer Intelligenz, ihres Könnens, Wissens, ihrer familiären Verbindungen, ihrer bereitwilligen oder opportunistisch begründeten Ideologieanbetung „kriegswichtige“ Verwendung an der „Heimatfront“ fanden und nicht auf dem „Felde der Ehre“ sinnlos krepieren mussten, und nach Ende des Krieges in sowjetischer Kriegsgefangenschaft noch jahrelang weiter körperlich und seelisch zugrunde gerichtet wurden.

Nicht das es keine Leute gab, die sich sogar freiwillig meldeten, um ihr Leben für eine verbrecherische Weltanschauung wegzuwerfen. Viel zu viel Menschen gab es davon. Die gibt es immer. Weil „selbst Denken“ für viele zu anstrengend ist. Heute auch, eigentlich seitdem es Menschen gibt.

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Da waren sie also, die „Alten“, die Überlebenden, die noch Wohlgenährten und Gesunden, die im und durch das System überlebt hatten, die ihre alten Verbindungen wieder nutzen konnten, dies auch ausgiebig taten.

Da waren die Besatzungsmächte, im Westen die USA, GB und Frankreich, im Osten die Sowjetunion.

Da waren unterschiedliche Ansichten bei den Siegern, was man mit diesem militärisch besiegten, wirtschaftlich und infrastrukturell völlig zerstörten Landes, mitten in Europa und seinen Bewohnern, machen sollte.

Agrarstaat (nach Morgenthau) oder industrieller Wiederaufbau (nach Marshall)? Weitere wirtschaftliche Zerstörung, wie es vor allem Russen, aber auch Briten durchführten, durch Reparationen mittels Abbau industrieller Anlagen oder Neuinvestitionen per Marshallplan?

Da waren derNürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher“ (Wikipedia), der Versuch der militärischen Sieger, Bestrafung und Rache, auf einer allgemein verbindlichen völkerrechtlichen Rechtsgrundlage, an den Hauptkriegsverbrechern herbeizuführen.

In weiten Teilen auch gründlich misslungen, weil Leute wie Albert Speer nur zu 20 Jahren verurteilt wurden. Weil die meisten Beweise gegen Speer damals nicht vollumfänglich vorlagen. Göring sich durch Gift selbst dem Henker entzog. Hitler, Goebbels, Himmler und so viele andere Täter nicht abgeurteilt werden konnten. Und viele Deutsche die Prozesse damals, wie heute als Siegerjustiz abtaten.

Da war der plötzliche Umstand, das die USA einen neuen Feind ausmachten, die Sowjetunion, der einstige Waffenbruder, der mittels amerikanischer Hilfe den II. Weltkrieg erst weiter führen und siegreich beenden konnte. Der urplötzlich auch im Besitz der Atomwaffe war und dies bewies und somit den Vorstellungen der USA von einer allumfassenden „pax americana“ für den Planten Erde im Wege stand.

Die Welt plötzlich in „Ost“ und „West“, in „Gut“ und „Böse“, in „Demokratie, Frieden, Freiheit“ und „Kommunismus, kriegstreibend und unfrei“ geteilt wurde.

Es wurden, damals wie heute, die primitivsten Propagandawerkzeuge eingesetzt, die immer bei Menschen wirken, nämlich einfachste Phrasen, die nicht erklärt werden müssen, sondern aufgrund ihrer allgemeinen Bedeutung und dem Willen der Menschen, diese Schlagworte grundsätzlich positiv oder negativ zu besetzen.

Da war plötzlich die NATO da, dann der Warschauer Pakt.

Der kalte Krieg, der Krieg der Geheimdienste begann.

Der wirtschaftliche Krieg, Kapitalismus gegen Kommunismus (der nichts anderes als ein, in weiten Teilen gründlich misslungener Staatskapitalismus war.)

Die Welt wurde geteilt, wer „nicht für uns war, war automatisch gegen uns“.

Neutralität wurde missbraucht, neutrale Staaten wurden geheimdienstlich missbraucht, siehe Schweden, Schweiz, vor allem Österreich.

Lockerungen des sozialistischen, kommunistischen Weges, wie Menschen es in der damaligen DDR, der CSSR und Ungarn anstrebten, wurden mit Panzern des WP niedergewalzt.

Da waren die Stellvertreterkriege, die nach 1945 wie Pilze nach einem warmen Regen, aus dem Boden hervor schossen. Auf den Gebieten kleinerer Staaten tobten sich die 3 Großen, die USA gegen die UdSSR und die VR China ideologisch und militärisch aus.

Millionen Tote in Korea, Vietnam, Afrika, Lateinamerika, Afghanistan (was hat dieses Land und seine Bewohner eigentlich genau getan, das es seit der britischen Kolonialzeit unaufhörlich drangsaliert wurde und wird?)

Dann Nahost, bis heute nicht zur Ruhe gekommen, später Irak, wieder Afghanistan und Nordafrika, im Zeichen des neoliberalen Weltumbaus, waren die unvermeidlichen Folgen des Ost-West-Konfliktes.

Zwei nicht kompatible Ideologien, die Vorherrschaft über die Welt durch Waffen erzwingen wollten. Dieser offizielle Sprachgebrauch ist mit „WAHNSINN“ zutreffender umschrieben.

Und da war dieses, in weiten Teilen kaputte Deutschland. In zwei Teile geteilt, der größere Westen und der kleinere Osten. Die wurden, aufgrund der politischen Gegebenheiten nach 1945 plötzlich wieder von ihren militärischen Bezwingern, gebraucht.

Die bauten ihren einstigen Gegner wieder auf, im Westen wurde der Kapitalismus anglo-amerikanischer Prägung als „Demokratie“ eingeführt und so etikettiert, im Osten waren kommunistische, sozialistische Ideologien, die auch „demokratisch“ genannt wurden, maßgebend.

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Plötzlich waren diese zwei deutschen Staaten wieder im zentralen Fokus der Welt angelangt. Diesmal als Hauptschauplatz des „kalten Krieges“.

Als politische, militärische, wirtschaftliche und gesellschaftlich konträr ausgerichtete Frontstaaten im Ost-West-Wahnsinn.

Plötzlich wollten die Besatzer sehr schnell aufbauen, jeder in seinem Sinne, zu seinem Vorteil.

Verwaltung, Wirtschaft sollte wieder funktionieren. Das, was kaputt war, sollte schleunigst wieder arbeitsfähig gemacht werden.

Das konnten und wollten die Sieger nicht selbst, mit eigenem Personal stemmen. Die Aufsicht verblieb bei den Alliierten, aber die kleinen, mittleren und größeren Räder dieses Getriebes wurden mit dem besetzt, was vorhanden war.

Eben auch mit jeder Menge Nazis.

Man ließ sich keine Zeit, um junge, nicht vorbelastete Menschen auszubilden, einzuweisen. Man nahm das vorhandene menschliche Potenzial, das man zuvor bekämpft und besiegt hatte.

Besiegt hatte man ein Volk, seine Armee, seine Wirtschaft, aber nicht die Ideologie der Nationalsozialisten. Die lebte in vielen Köpfen fort, bis heute.

Damals zog sich die Ideologie zunächst mal aus der Öffentlichkeit zurück, tauchte ab, tauchte unter.

Unter dem Mantel der Demokratie, von Frieden, Freiheit, Aufschwung, Arbeit für alle, Gerechtigkeit, sozialer Marktwirtschaft ließen die Allierten die „Alten“, die Wissenden wieder wirken.

Vorhandene Industrieanlagen wurden per Marshallplan wieder funktionsfähig gemacht, die Rollen der Besitzer im III. Reich, das Ausmaß der persönlichen Verstrickungen innerhalb des Systems war nicht mehr so wichtig.

Denn sie wurden gebraucht. Wichtig war, das sie sagten, sie seien nun Demokraten, eigentlich schon immer, aber damals…., die Umstände…., sie wissen schon….

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Mal ehrlich, ein klein wenig „Küchenpsychologie“ angewendet:

Was muss ein bekennender, strammer Nazi, der zwischen 1933 und 1945 für und mit den Nazis

  • durch seine Arbeit,

  • durch die Zuführung von Zwangsarbeitern aus KZ’s und von Kriegsgefangenen,

  • durch sein Vermögen,

  • seine Verbindungen (seine Vernetzung),

  • durch seine wirtschaftliche und ideologische Unterstützung,

  • durch die Parteizugehörigkeit

zu sehr viel Geld, persönlicher und teils auch politischer Macht und Ansehen kam, automatisch denken, wenn er/sie von den militärischen Siegern nach relativ wenig Zeit einer „Entnazifizierungswelle des deutschen Volkes“ fast mühelos durch dieses Netz schlüpfen konnte,

  • weil seine beruflichen Kenntnisse,

  • weil seine alten Verbindungen,

  • weil sein berufliches und politisches Wissen

  • weil seine teilweise zerstörten Industrieanlagen

wieder gebraucht wurden, mit dem Geld des einstigen Gegners wieder aufgebaut wurden?

Wenn die Sieger nicht mehr so genau hinschauten, nachfragten, nach Parteizugehörigkeit, politischem und öffentlichen Verhalten, wegen Zwangsarbeitern, wegen eigentlich allem?

Natürlich muss der automatisch denken:

„Falsch kann es nicht gewesen sein, was wir gemacht haben.

Die, die uns jetzt „wieder in den Arsch kriechen“, obwohl sie vorher Milliarden Dollar ausgegeben haben, selbst Millionen Soldaten in den Tod schickten, um uns zu besiegen, jetzt keine Fragen mehr stellen, sondern uns sogar Geld geben, damit wir doch wieder gegen die „Roten, die „Untermenschen aus dem Osten“, aber diesmal gemeinsam mit den „Befreiern“, kämpfen sollen.

Das hätten wir auch hingekriegt, wenn die uns gelassen hätten.

Wir hatten es damals den Amis, den Briten doch sogar angeboten, gemeinsam gegen die Bolschewiken zu kämpfen, die wollten damals ja nicht.“

Und genau so, in diesem Tenor, haben diese Leute damals gedacht und tun es noch heute, wenn sie noch leben sollten.

Und haben nicht wenige andere Leute, ihre eigenen Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Arbeiter, Angestellte, Geschäftspartner, beeinflusst.

Und hatten sich wieder flugs „politisch“ engagiert.

Denn dort, in Parteien, knüpft man

  • die besten Verbindungen,

  • werden die besten, genehmsten und profitabelsten Seilschaften geschaffen,

  • ein Hort von Stabilität für sich und seine Vorhaben aufgebaut,

  • Menschen mit ähnlichen Anliegen und ähnlicher Denkweise gefunden.

In Parteien wird

  • Politische Einflussnahme erreicht,

  • werden die Dinge dahin geschubst, wo sie einem selbst größtmöglichen Nutzen bringen.

Ganz schlicht: Dort kann man beeinflussen und lenken, wenn man etwas erreichen will. Und solche Menschen wollen immer „etwas“ erreichen, in ihrem Sinne führen und lenken.

Aber meist im Hintergrund die „Fäden ziehen“, das „Drehbuch schreiben“.

Die Kasper, die sich in der Öffentlichkeit als Politiker produzieren wollen, genau instruieren, was sie sagen müssen und vor allem, was sie zu tun haben.

Mehr sind Parteien nie gewesen, Instrumente zur Machtausübung einzelner Menschen, die Zweckbündnisse mit anderen Menschen eingehen, um eine Gesellschaft in ihrem Sinne zu führen, zu lenken, zu beeinflussen

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Politische Parteien wurden bereits ab Herbst 1945 wieder zugelassen, wieder „gebraucht“.

Kommunisten wurden eher nicht gebraucht, jedoch zugelassen, Sozialdemokraten waren akzeptiert.

Zwar immer wieder misstrauisch beäugt und kontrolliert, obwohl gerade diese politischen Gruppen federführend gegen den Nationalsozialismus gekämpft hatten, aktiven Widerstand organisiert und geleistet hatten, dazu viele Opfer in ihren Reihen immer wieder öffentlich hätten beklagen können und an wichtigen Kontroll- und Schaltstellen der neuen Macht hätten verhindern können, das zu viele alte Nazis wieder in öffentliche Ämter gelangten.

Sozial kam bei den Amerikanern bereits damals nicht gut an. Deren Verständnis von Freiheit hatte bereits damals schon nichts mehr mit dem zu tun, weshalb vor etlichen Hundert Jahren sich Menschen aus aller Welt, vor allem aus Europa in die „neue Welt“ aufgemacht hatten, um ein freies, selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Eine Verfassung erarbeiteten, die schon lange nicht nicht mehr, von den meisten US-Amerikanern, Schwarzen, Latinos, Asiaten und Weißen, gelebt werden kann.

Die die Ureinwohner, die Indian Natives zu keiner Zeit vor dem Massengenozid schützte, die auch den Sklavenhandel und die Sklavenhaltung als wirtschaftliche Notwendigkeit, bis zum Bürgerkrieg, goutierte.

Die mit all diesen monströsen Verbrechen gut und selbstgerecht schlafen konnte und kann.

In Westdeutschland musste schnell ein neues, starkes, nicht zu starkes Bollwerk gegen die „rote“ Bedrohung installiert werden.

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Und das waren die Nazis doch gewesen. Schließlich hatten die doch am 22. Juni 1941 den Krieg gegen die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa) angefangen.

Wenn man dann noch, als USA, nach der schlichten Wild-West-Prämisse handelt: „Wer nicht gegen uns ist, muss automatisch für uns sein“, dann wird der heutige Betrachter das damalige Handeln der USA besser begreifen.

Deren Absichten, recht schnell wieder ein funktionierendes, wirtschaftliches starkes Westdeutschland in das neu geschaffene „westliche Bündnis“ zu integrieren, vor allem einen militärischen Puffer mitten in Europa zu installieren, besser einordnen können.

Solange es „demokratisch“ war. Irgendwie.

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So wurden aus strammen Nazis flugs „Demokraten“, die wirklich nur mit Abscheu und Widerwillen zwischen ’33 und ’45 ihre Arbeit tun mussten. Das wurde den Besatzern erzählt und gerne geglaubt, solange wie die Besatzer nicht hundertprozentige Beweise für das Gegenteil hatten, bzw. nicht mehr über ein gewisses Ausmaß von Taten hinweg schauen konnten.

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Bereits 1945 entstanden die Wurzeln der heutigen CDU. Link führt zu Wikipedia

Zitat Wikipedia: >>1945 traten Katholiken der Deutschen Zentrumspartei und evangelische Christen in einer konfessionsübergreifenden politischen Bewegung zusammen, aus der die CDU hervorging<< Zitatende

Ab Herbst 1945 ließen die Westalliierten in ihren Besatzungszonen eine politische Betätigung durch deutsche Parteien, meist auf kommunaler Ebene, wieder zu.

Es gibt Behauptungen von Historikern und Journalisten, in wieweit diese Behauptungen der Wahrheit entsprechen, weiß ich nicht, die CDU/CSU sei auch mit Hilfe von alten Nazivermögen gegründet worden sein, soll sogar heute noch Gelder (Hanns-Seidel-Stiftung) aus dieser Quelle verwalten und einsetzen, berichtete Spiegel-Online noch 2012, hier der Link.

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C = Z wie Zentrum, katholisch, bürgerlich, mit den protestantischen Christen zusammen wurde aus dem alten Zentrum das C für Christlich. Was immer diese Leute damals darunter verstanden haben und heute darunter verstehen wollen.

D = Demokratisch. Einfach zu verstehen, einfach zu erklären, schwieriger zu leben, zu machen, sehr schwierig zu gestalten, durchzuführen.

U“ = Union. Nach meinem, ganz persönlichen und völlig unmaßgeblichen Empfinden steht das „U“ nicht nur für den Zusammenschluss ehemaliger konfessionell geprägter politischer Parteien des Mittelstandes und Großbürgertums aus der Weimarer Republik, die seit der „Machtergreifung“ 1933 verboten waren, sondern das U = Union ist das verschleiernde Synonym für die Tatsache, das diese Partei auch und ganz besonders ein politisches Sammelbecken für grundsätzlich kapitalistische Weltanschauungen, für nationale, völkische und rechtsgerichtete Politik, war und ist.

Ein neuer politischer Hafen für viele, damals immer noch insgeheim bekennende Nationalsozialisten war, deren Fähigkeiten, Kenntnisse und Verbindungen dieser Partei nützlich waren und das hat sich seitdem, wie ein roter Faden durch das politische Wirken gezogen.

Und durch viele ihrer Protagonisten (z. B. Kiesinger, Globke, Filbinger und viele mehr) hat sich dieser politische Kurs erhalten, bis heute immer weiter verfestigt und durchgesetzt.

Die CDU/CSU, vertreten durch sehr viele ihrer Mitglieder trug damals ganz besonders viel zur politischen und gesellschaftlichen Verdrängung des „Erbes der Nazis“ bei. Und tut es heute noch.

Allein aus der Tatsache heraus, das viele Nazis sich damals wieder politisch, zu ihrem eigenen Nutzen, in dieser Partei in ihrem Sinne betätigen und aktiv werden konnten.

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Die für die CDU in den ersten Jahren der Nachkriegszeit bestimmende politische Antriebskraft wurde Konrad Adenauer (Wikipedia). Der katholische Rheinländer und Jurist war bereits als Zentrumspolitiker im Kaiserreich und während der Weimarer Republik politisch und in öffentlichen Ämtern tätig. Bereits 1945 trat er der CDU bei, wurde nach internen Grabenkämpfen in der CDU, Präsident des parlamentarischen Rates, ein eigentlich machtloses Amt, aber er nutzte diese Position geschickt in der Öffentlichkeit, wurde so in ganz Westdeutschland politisch bekannt.

Zitat Wikipedia

: >>Der Bundestag wählte ihn am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit (einschließlich seiner eigenen) zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, in ein Amt, das er bis zu seinem Rücktritt am 15. Oktober 1963 innehatte<< Zitatende

Adenauer war Verfechter der sozialen Marktwirtschaft, im Gegensatz zu vielen seiner Parteifreunde und der SPD, die damals eine Planwirtschaft bevorzugen wollten.

Adenauer warf bereits im Februar 1946 der Kirche eine große Mitschuld an den Verbrechen der NS-Zeit vor, als er an einen katholischen Geistlichen schrieb:

Zitat Wikipedia:

>>Nach meiner Meinung trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den Vorgängen in den Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht viel mehr zu machen war. Die Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf die nationalsozialistische Agitation eingegangen. Es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit Begeisterung gleichschalten lassen. Darin liegt seine Schuld<< Zitatende

Adenauer wusste um die Altnazis in der CDU/CSU, in der Wirtschaft und der Gesellschaft der neuen Republik, er selbst stützte zwischen 1953 und 1963 seinen Chef des Bundeskanzleramtes, den Staatssekretär Hans Globke, Jurist, Mitverfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze.

Trotz gegenteiliger und massiver Proteste aus der Öffentlichkeit und den Medien, allen voran dem ehemaligen „Sturmgeschütz der Demokratie, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und seinem Herausgeber Rudolf Augstein.

Einer, der sich auch gerne an Franz-Josef Strauß rieb. Ein Mann dem Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit ein wichtiges Anliegen waren. Und der „Rechts“ bekämpfte, wo immer er konnte. Ein wirklicher, streitbarer Journalist, ungeachtet seines privaten Lebens.

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Der Alte“ kannte die Deutschen, kannte die tief verwurzelte Obrigkeitshörigkeit dieses Volkes, kannte dessen Anfälligkeit für starke Worte, für Anführer, Führer und Verführer.

Da lagen wohl auch viele Gründe für einen Wahlslogan der CDU aus dieser Zeit: „Keine Experimente“.

Er wollte und musste Demokratie herstellen, er musste gleichzeitig „Bündnisfähigkeit“ der jungen Republik herstellen, er musste für Arbeit und eine funktionierende Wirtschaft sorgen, durch Gesetze, durch politisches Handeln, war mit einem Ludwig Erhardt ständig „Überkreuz“, obwohl er ihn als Wirtschaftsminister in seine Kabinette berief. Der ihn ab 1963 bis 1966 als Bundeskanzler beerbte.

Nein, ich bin kein Adenauer-Fan, kein uneingeschränkter Bewunderer des „Alten“, auch er war nur ein Produkt seiner eigenen Sozialisation, seines katholisch geprägten Lebens, seiner juristischen Ausbildung und seinem Willen zur Macht, zu politischer Einflussnahme.

Die Fairness sollte es aber gebieten, die damaligen Zu- und Umstände von Politik und Gesellschaft in Deutschland zu betrachten und in eine Beurteilung, eine Meinung einfließen zu lassen.

Da ist das Wirken der Besatzungsmächte, deren Forderungen und Vorstellungen, die weltpolitische Lage, die Deutschland (Ost und West) wieder eine zentrale Rolle aufbürdete, statt in Ruhe einen demokratischen Prozess, der vermutlich sehr lange gedauert hätte, durchführen zu lassen.

Zeit war etwas, was der Alte nicht hatte, Zeit machte die Bürger nicht satt und hielt sie ruhig und konnte sie für Demokratie begeistern.

Aber Arbeit, Wiederaufbau, beginnender Wohlstand ließen so etwas wie Normalität an der politischen und gesellschaftlichen Oberfläche der Bundesrepublik entstehen, bis weit in die 1960er Jahre.

Verdrängung war bequem für die Deutschen, für jene die die Nazizeit irgendwie überlebt hatten, die die Trümmer weggeräumt hatten und den Wiederaufbau durch ihre Hände und Intelligenz in Angriff genommen hatten,

Die neu entstandene Arbeit und der vielbeschworene Fleiß der Deutschen, das „Wirtschaftswunder“ (was zu keiner Zeit ein Wunder war) verhinderten eine Aufarbeitung, ein Auseinandersetzen mit der Vergangenheit, verhinderten die dringend notwendig gewordenen Gespräche zwischen den älteren Generationen und den heranwachsenden Nachkriegsgenerationen, die Fragen stellen wollten, wissen wollten und keine Antworten erhielten.

Und so eine tiefe gesellschaftliche und politische Kluft in der Bundesrepublik entstehen ließ.

Aus der die APO, der StaMoKap, der SDS entstand, die Studentenbewegungen der 60er auf die Straße gehen ließ, später die Grünen entstehen ließ.

Auch die RAF entstehen ließ. Und die Geschichte der BRD direkt und indirekt auch der DDR, nachhaltig beeinflusste.

Und dazu noch ein ganz aktueller Link auf die Rationalgalerie, zum Text vom 15.08.2016, „Kapitalismus rettet Flüchtlinge – Ein schädliches Placebo aus dem Kanzleramt“.

Da wird nicht nur ein Stück neoliberale Gegenwartsgeschichte bissig kommentiert, sondern auch ein paar Tatsachen über heutige (und damalige)Leistungsträger“ beschrieben.

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Seit ich politisch geworden bin und das war recht früh, habe ich Politiker der CDU/CSU immer abgelehnt.

Der Titel dieses Textes lautet: „Ohne Toleranz stirbt Demokratie“. Toleranz habe ich noch bei keinem CDU/CSU Politiker, ob männlich oder weiblich, feststellen können.

Das liegt vermutlich daran, das Toleranz für mich ein ziemlich weit gefasster Begriff ist.

Toleranz ist, Zitat

>>Achtung und Duldung gegenüber anderen Auffassungen, Meinungen und Einstellungen.<< Zitatende

Wikipedia sagt dazu: Zitat:

>>Toleranz, auch Duldsamkeit,[1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2]

Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[3]

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt.[4]

Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt,[5] ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.[5]

Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt.[5] Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die gutheißende, zustimmende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten.<< Zitatende

So verstehe und lebe ich den Sinn dieses Wortes. Für mich kann es eine funktionierende Demokratie ohne Toleranz nicht geben!

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Christlich

Als mich meine Eltern zwangen, dem Kommunionsunterricht zu folgen, hörte ich viel über Nachsicht, Menschenliebe und Toleranz der (katholischen) Christenheit. Über Jesus Christus, der für uns gestorben sei. Über einen barmherzigen Gott, der uns erlösen wird, der über uns wacht, aber eben auch Glaubensprüfungen bereit hält. Dazu äußere ich mich hier mal nicht.

Später, als historisch interessierter Jugendlicher, las ich über

  • Kreuzzüge gegen ungläubige Araber, die immer mal wieder Jerusalem besetzt hielten und der Christenheit vorenthalten wollten (so die „Christen“),

  • über das Papsttum und deren allzu weltliches Gebaren,

  • über die Morde an Ungläubigen, an Heiden, überall auf dem Planeten, die sich partout nicht zum einzigen und wahren Gott bekehren lassen wollten,

  • über die Inquisition, ein echt gelungenes Beispiel für richtige Intoleranz

  • über die Jesuiten, die Soldaten Gottes, (ich lernte aber, unser Gott sei grundsätzlich friedlich)

  • über dubiose Bankgeschäfte zwischen der Bank des Vatikans und der italienischen Mafia,

  • über Kardinäle und Bischöfe, denen persönlicher Reichtum und kirchliche und weltliche Macht wichtiger waren, als „Seelsorge“,

  • über die Vereinnahmung der Kirchen in Deutschland durch die Nazis, weil die den Kirchen die Kirchensteuer beschert hatte

  • über die Verstrickungen des Vatikans nach 1945, als gewisse kirchliche Kreise die „Rattenlinie“ als Fluchtweg für Nazis nach Südamerika organisierten, incl. neuer, falscher Ausweispapiere,

  • über das bereits sehr frühe Zusammengehen von kirchlichen Vertretern und dem Adel, zum Nachteil, zur Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen,

  • über Kindesmissbrauch durch „Seelsorger“, der mit Hilfe der Politik totgeschwiegen wird, den Kirchenvertreter nicht aufklären und bekämpfen wollen. Vermutlich handelt es sich für die traumatisierten und alleine gelassenen Opfer um jene Prüfungen, die Gott dann und wann bereit hält,

  • über das Zölibat, das von Kirchenfürsten eingeführt wurde, um die Vermögen der katholischen Kirche zu schützen, weil die erlauchte Geistlichkeit zu viele Kinder in die Welt setzten, die erbberechtigt waren,

  • über die Glaubenskongregation, die eifersüchtig darüber wacht, das die phantasievollen Geschichten des alten und neuen Testaments von den Gläubigen (= Glaubenden, weil nicht Wissenden) unter keinen Umständen in Frage gestellt werden dürfen

Ganz allgemein kamen mir recht schnell erhebliche Zweifel an dem Bild der Kirche, das mir der Kommunions- und der Religionsunterricht vermitteln musste und die gegenteiligen historischen Tatsachen.

In mir änderte sich die Einstellung zur „Organisation Kirche“, zu deren Zweck und Zielen, zu deren Personal, insbesondere ab dem Rang Bischof.

Ich hörte irgendwann einmal den Satz: „Warum geht ein Katholik zur Messe? Weil er dort Geschäftspartner findet!“

Ich bin kein „Pfaffenfresser“, habe im Laufe meines Lebens einige Priester, Mönche kennengelernt, die sich bis zur Erschöpfung für ihre arme, benachteiligte, vergessene Gemeinde einsetzten. Kleidung, Nahrung, Beschäftigung organisierten, nicht selten mit ihren Bischöfen „Überkreuz“ lagen, ihre geistlichen Ansprachen auf ein Minimum reduzierten, weil sie wussten, das das Elend ihrer Gemeinde dadurch nicht gelindert werden konnte.

Wenn eine Partei aber ein unübersehbares „Christlich“ in ihrem Namen trägt, dieses Adjektiv vehement mit Worten, aber ohne sichtbare Taten, zu verteidigen sucht, dann müssen es sich die Vorstände und Mitglieder gefallen lassen, das man dieses „christlich“ nicht unkommentiert stehen lässt, sogar Kritik übt, nachfragt ob der Bedeutung und wie diese Partei selbst „christlich“ definiert, sehen und verstehen will.

Wenn dort „Nächstenliebe, Toleranz“ angeführt wird, dann halte ich das für eine Lüge.

Denn das ist mit HARTZ IV, Austeritätspolitik, Kriegsführung, Billigstlöhne für Flüchtlinge, ungenügenden staatlichen Integrationshilfen, Bundeswehreinsätzen im Inneren, andauernden Verschärfung von Sicherheitsgesetzen, Burkhaverboten u.s.v. mehr, nicht vereinbar.

Es ist genauso wenig mit sozialdemokratisch oder Grün vereinbar.

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Demokratisch

Wenn „demokratisch“ im Sprachgebrauch der CDU/CSU bedeutet, das Wahlen abgehalten werden, dann ist das sicherlich ein sprachliches Feigenblatt, sehr klein, sehr fragil, sehr transparent.

Das ist aber auch schon alles, was diese beiden Parteien an Transparenz (Durchsichtigkeit) der Öffentlichkeit, den Bürgern, dem Souverän zugestehen.

Denn „politische Praxis“ ist, das politische Entscheidungen zwischen Wirtschaft, Banken und anderen Lobbyverbänden und hauptberuflichen Lobby-Abgeordneten dieser Parteien nicht öffentlich beschlossen und vereinbart werden. Worüber in Parlamenten abgestimmt wird, ist vorher bereits, in kleinen Zirkeln „bekaspert“ worden.

Demokratische Entcheidungsprozesse verstehe ich anders, das genaue Gegenteil der schon seit langer Zeit üblichen Praxis vom Parteieintritt eines Menschen, der sich persönliche Vorteile aus dieser Art von Arbeit verspricht.

Der/Die sich in der Hierarchie zunächst hoch kämpft (ohne „Ellenbogeneinsatz“, ohne Rücksichtslosigkeit und einem oder mehrerer „Paten“ wird da nichts gehen), der sich möglichst frühzeitig die Unterstützung von Interessenverbänden aus der Wirtschaft sichert, den Aufstieg planen und bezahlen lässt, um dann, eines Tages nach Übernahme eines öffentlichen politischen Amtes seine „Schulden“ an die Gönner und Förderer zurück zahlt.

Was in spd, FDP, Grünen und bei den AfD’lern auch nicht anders praktiziert wurde und weiterhin wird.

Aber, außer den „Genossen“ hat nur noch die CDU ein „demokratisch“ in ihrem Namen. Die „NPD“ zähle ich nicht als Partei.

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Sozial

Auch so ein schönes Wort, zu oft schon durch Politiker*Innen gründlich missbraucht. Im Namen des bayrischen Ablegers der CDU, also der CSU wird „Sozial“ geführt.

Warum da in Bayern, weiß ich nicht, kann es mir, beim besten Willen nicht erklären, weil ich die Politik, die Aussagen aller C-Politiker mit sozial nicht in Verbindung bringen kann. Aussagen bayrischer Politiker schon gar nicht!

Vermutlich handelt es sich um die Aussage, das wer in der Partei ist, sich domestizieren lässt und durch strammes Wohlverhalten und Kritiklosigkeit auffällt, sozial abgesichert sein wird, durch das Netzwerk der C-Partei(en).

Auch die CDU hält sich für „sozial“. So steht es in diversen Grundsatzprogrammen.

Da bin ich anderer Meinung und verweise auf meine obigen Einlassungen zu „christlich“. Die Politik und die Äußerungen und Taten der handelnden C-Politiker in Bund, Ländern und Gemeinden sind völlig konträr zu meinem Verständnis von „sozial“

Das Wort ist schnell ausgesprochen, vielleicht auch schnell erklärt, aber niemals schnell umzusetzen. Seine Umsetzung würde nämlich bedeuten, das jeder Mensch und Bürger die Möglichkeit hat, ein sozial ausgewogenes Leben in Sicherheit und persönlicher Freiheit leben zu können, und zwar nach seinen Möglichkeiten, seinen Fähigkeiten und seinem Glauben.

Sozial bedeutet auch, das man Menschen, die aus irgendwelchen Gründen heraus nicht in der Lage sind, ein solches Leben aus eigener Kraft zu gestalten, durch staatliche Sozialarbeit wirkungsvoll hilft.

Und diese Hilfe ganz besonders nicht durch Vorschriften und Gesetze, nicht durch „Gesetz-und-Ordnung“, „Befehl-und-Gehorsam“ nach HARTZ-IV-Manier zwangsweise herbei geführt wird, sondern durch gelebte Menschlichkeit, Toleranz und Empathiefähigkeit.

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Bliebe noch Union

Begriffsklärung: Union bedeutet „Einheit, Vereinigung“

Da komme ich dem Wesen dieser Partei, ihrem Zweck und ihrer politischen Ausrichtung schon viel näher.

Einheit steht konträr zu Vielfalt. Steht konträr zu politischer, sozialer, gesellschaftlicher Vielfalt, zu unterschiedlichen Meinungen, Lebensweisen und persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten.

Leute wie Schäuble, de Maizière, von der Leyen, Altmaier, Merkel, Frank Henkel, Jens Spahn, Markus Ulbig, Frank-Jürgen Weise (Vorstand der Bundesagentur für Arbeit), Joachim Herrmann, Seehofer, Scheuer, Söder, Aigner, Dobrindt und so viele andere, zum Teil mit Skandalen behaftete, aus dem öffentlichen Fokus bereits verschwundene, Politiker*Innen dieser beiden Parteien (die CSU ist sogar ein eingetragener Verein; e.V.) können weder christlich noch sozial eingestellt sein.

Tolerant schon gar nicht. Dazu muss ich nur zuhören, wenn diese Leute sprechen

Sehe ich mir die derzeitige, als Diskussion bemäntelte „Burkha-Hatz“ eines Henkel und anderer seiner „Parteifreunde“ an, dann weiß ich was UNDEMOKRATISCHES Verhalten und INTOLERANZ ist.

Aber: „sie sind sich EINIG“.

Diese Leute scheinen „Freiheit“ nur für sich, für deren eigenes Verständnis von Demokratie und Freiheit in Anspruch zu nehmen, diese Begriffe völlig anders zu interpretieren. Was eigentlich nicht möglich ist.

Nationales und völkisches, zum Teil rechtsextremes Bierzeltgeschwurbel ist der gängige Sprachgebrauch (z. B. in der CSU, im sprachlichen Umgang mit Flüchtlingen), um aktuell Terrain bei den abgewanderten AfD-Wählern zurück zu gewinnen.

Aber auch ohne AfD waren zu allen Zeiten viele Politiker der C-Parteien für rechten Populismus immer gut.

Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen, Religionen und Kulturen tendiert dort gegen Null. Deutsche Leitkultur, was für eine hirnrissige Wortschöpfung, wird eingefordert.

Dem Michel scheint es zu gefallen. Fast durchgängig ist die CDU seit 1949 stärkste Partei im Bundesparlament.

In Bayern erfreut sich die CSU ungebrochen hoher Beliebtheit. Wer sich mit dem Großkapital ins Bett legt, wacht ohne Flöhe, dafür mit Geld und Ämtern auf. Den Wähler stört das anscheinend kaum. Der „mündige“ Wähler ist vermutlich zur Ansicht gelangt, das muss so sein

Vermutlich war das 1989 der Grund für spd und Grüne, einen vollständigen politischen Schwenk, weg von sozial, hin zum Geld, zu vollziehen und sich wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitisch nicht mehr von den C-Parteien unterscheidbar zu machen.

EINHEIT eben.

Vielfalt und Toleranz gegenüber Vielfalt macht Mühe und Ärger, führt in Deutschland eher nicht in Ämter und zu hohen Pensionen.

Keine Experimente“, keine Offenheit, keine gedankliche und monetäre Großzügigkeit gegenüber den eigenen sozial Benachteiligen, gegenüber Flüchtlingen, gegenüber Armut und Hunger, sei es im eigenen Kral oder irgendwo auf diesem Planeten.

Dafür stehen C-Politiker, genauso wie mittlerweile die anderen auch. Außer der AfD, die sind neben neoliberal und Kapital-affin noch rechtsextremer.

Egoismus, Gier, Unfähigkeit zu Empathie, dafür weiterhin Ellenbogenmentalität (Durchsetzungsfähigkeit) bei Politikern und den meisten Bürgern, werden die bereits wieder sehr niedrig gewordene Toleranzfähigkeit in Deutschland abtöten.

Ohne Toleranz wird die Demokratie eingehen.

Intoleranz bedeutet Diktatur, die ist bereits Wirklichkeit geworden, nämlich die Diktatur des Geldes, der Zwang zu Zins- und Dividendenzahlungen auf stetig anwachsende Vermögen einiger weniger Leute.

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Keine Experimente“ hat uns da hin gebracht.

Intoleranz hat uns da hin gebracht.

Der Wille, uns führen zu lassen, hat uns da hin gebracht.

Der Glaube, die Hoffnung, „die da oben“ werden es schon richtig machen.

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Und jetzt?

Weitermachen, wie bisher?

Vermutlich ja, denn niemand hat den Mut für neue Wege, für Veränderungen gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher Art.

Die, die wählen nicht und schon gar nicht die, die sich wählen lassen.

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