Revolution! Nee, wa? – Och, nö!

An die Schnarchsäcke, Wegducker, Katzenbildgucker, Arbeitsbienchen, Häuslebauer, Schäuble-Fans, Tagesschau- und Handyglotzer.

Zum Beitragsbild: «Das neue Verhältnis zwischen Arbeiter und Unternehmer». Karikatur von 1896 auf die schlechten Arbeitsbedingungen in schweizerischen Unternehmungen aus Sicht der Arbeiterbewegung in der satirischen Zürcher Zeitschrift «Der neue Postillon»

Letzte Woche, eigentlich immer wieder das Gleiche, wie immer, wie jeden Tag.

Nachrichten“ – na ja.

Also, die systemrelevanten neoliberalen, kurz gefassten Propagandamitteilungen aus den Büros der durch Zwangsgebühren finanzierten TV-Sender und den neoliberalen Kampfblättern in Privatbesitz. Das deutsche Wort „Nachrichten“ gefällt mir immer weniger, es hat den Geschmack eines Befehls: „Nach dem soeben Gehörten/Vorgetragenen hat man sich zu richten!“ Wie wärs‘ mit „Neuigkeiten“? Dem Englischen „News“ angepasst.

Wäre neutraler, stimmt zwar auch nicht für Berichte aus Politik und neoliberaler Wirtschaft. Da wird immer nur der gleiche Eintopf neu aufgewärmt.

Z. B.: „Löhne runter“, „Wettbewerbsfähigkeit der dt. Wirtschaft stärken“, „TTIP is hope“, „Erbschaftssteuer pfui“, „Russland nix gutt“, „USA bester Freund aller Zeiten“, „NATO – Vorneverteidigung in Osteuropa“, „Rente ab 70 ist ein MUSS“, „Islam: alles Terroristen“, „Ausländer raus“, und ganz wichtig: „Flüchtlinge zurück wo sie herkamen, egal welcher Despot diese Menschen entgegen aller Konventionen und international gültigen Regeln in den Tod treibt. Nicht unsere Angelegenheit!“

All das muss auch jeden Tag mehrmals, in kleinen Abwandlungen, immer wieder in die Betonköpfe der Deutschen gehämmert werden. Kurz und knapp, sonst wird es sofort wieder vergessen. Knappe Lügen sind geeigneter als ausufernde Wahrheiten. Außerdem ist der Zeitplan der meisten Deutschen gut gefüllt, mit „ARBEIT“, schlecht bezahlt, „aber immer noch besser als Hartz IV“. Das glauben die meisten dieser geistigen Gartenzwerge tatsächlich immer noch und gerne. Klar, sie wählen auch tapfer CxU, Grüne, spd, AfD und FDP, das passt schon.

Daher muss die neoliberale „Pressearbeit“ sich kurz fassen. „Kurz und knackig“ ist oberstes Gebot bei jedweder Propaganda, wenn sie erfolgreich sein will. Den Strategien der Werbeindustrie ähnlich.

Und so sehe ich die deutschen Medien: Asoziales, egoistisches, arrogantes und intolerantes Verhalten propagierende Werbung. Eben Neoliberal!

Neuigkeiten vom Parteitag der LINKEN: Frau Wagenknecht wurde mit einer Torte angegriffen. Sonst nichts wirklich Neues von den demokratischen Sozialisten. Der nun schon jahrelang anhaltende Winterschlaf wird wohl fortgesetzt. Die schwachsinnige Attacke, die hoffentlich ausreichend juristische Würdigung finden wird, zeigte nur, das innerhalb der LINKEN zu viele, ganz offensichtlich Hirnverbrannte und politische Wirrrköpfe, dazu noch sehr viele ideologisch verbohrte Menschen, einem wirkungsvollen Aufbruch gegen den Neoliberalismus im Wege stehen. Als ich Riexinger sah, armwedelnd und am ganzen Körper wippend seine „Rede“ unterstreichen wollend, bekamen meine Zweifel an dieser Partei und ihrem Führungspersonal noch mehr Nahrung. Frau Kipping, Ramelow, Pau, Bartsch und einigen Protagonisten traue ich auch nicht mehr über den Weg. Das sind keine demokratischen Sozialisten, die stehen nicht für die Armen und Benachteiligten dieses Landes ein, diese Politiker sind Produkte des bundesdeutschen Parlamentarismus. Denen geht es um Regierungsbeteiligungen, nicht um die Lebensbedingungen der Bürger.

Ich bin von diesem toten Gaul abgestiegen. Jetzt weiß ich allerdings überhaupt nicht mehr, wer, welche „politische Kraft“ diesem neoliberalen Raubbau und Irrsinn in Deutschland entgegentreten kann und wird. Mit diesem Personal wird die LINKE niemals die Menschen gewinnen.

Dann, wirksam durch die neoliberalen Medien aufgebauscht, der Gauland, der Jerome Boateng in sein widerliches „toitsches“, rassistisches und national-völkisches Visier nahm. Statt das die „Medien“ diese geistig minderbemittelten Auswürfe vollständig ignorieren, wird diesem völkischen Darsteller eine Aufmerksamkeit zuteil, die nur ein Ziel haben kann, rechtsradikale Positionen in den deutschen Hirnen weiter zu festigen.

Mir wäre Herr Boateng als Nachbar willkommen, auch syrische Flüchtlinge, auch ein HARTZ-IV-Sklave. Aber niemals würde ich Nachbarn wie Petry, Höcke, Storch und Gauland akzeptieren.

Was ignoriert der neoliberale deutsche Medienzirkus denn dafür geflissentlich? Den Kampf der französischen Bevölkerung und Gewerkschaften (dort gibt es tatsächlich so etwas noch, was den Namen GEWERKSCHAFT verdient und zurecht trägt) gegen das neoliberale Schröder/Fischer-spd/olivgrünen-Modell der staatlich geförderten Ausbeutung der Bürger.

Der „Sozialist“ Hollande will/muss (er glaubt zu müssen) dort, nach deutschem Vorbild, „den Schröder machen“ und arbeitet Marine Le Pen in die Hände. Weil die französische Wirtschaft auch machen will, was die deutschen Konkurrenten schon so lange machen dürfen.

Liebe Franzosen, wehrt euch, mit allem was ihr habt. Vielleicht kapieren dann auch die Menschen bei eurem großen östlichen Nachbarn, das man sich Demokratie und Gerechtigkeit nicht mehr über Wahlen zurück holen kann. Weil es für die meisten Deutschen keine Wahl mehr gibt, im Sinne von Auswahl gegen Neoliberal.

Bernie Sanders wird auch ignoriert, die linke britische Labour-Party unter Corbyns‘ Führung ebenso, wie Spaniens, Portugals, Griechenlands Linke.

Das funktioniert auch super in Deutschland. Wenige nutzen das Internet, um ausländische Pressemeldungen zu verfolgen. Was für ein überflüssiger Luxus an Meinungsbildung. Tagesschau, Bild, Fuxkbook, Twitter und Katzenbilder reichen dem deutschen Arbeitssklaven völlig. Und sich von ARD-DEGETO Schmonzetten (Geschäftsführerin dort: Schäubles Tochter – bitte keine Zusammenhänge vermuten, die gibt es nicht – die beste Person, die man finden kann soll den Job eben auch machen!) einlullen lassen. Das ZDF ist nur marginal besser.

Warum funktioniert diese neoliberale Propaganda so gut in Deutschland?

Weil die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes genau so ist, nämlich unsozial und egoistisch, fremdenfeindlich, national und völkisch. „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“. Biedermeier pur.

Weil die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes zu bequem ist, Demokratie zu leben, zu gestalten, mitzumachen, sich einzubringen, sachlich zu streiten.

Weil die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes der Meinung ist und felsenfest glaubt: Politik ist keine Sache aller, sondern die Sache der gewählten Politiker. Wirtschaft und Juristen nutzen diese falsche Einsicht und fördern in allen, ihnen nützlichen Parteien Jungpolitiker von „klein auf“ (Spahn, Pofalla und Nahles sind keine schlechten Beispiele). Nebenbei hetzen die zahllosen, gut finanzierten Interessenvertretungen ihre Lobbyisten in die Parlamente, um so auch ganz sicher ihren Willen zu bekommen. Was die Bevölkerung kaum stört.

Weil die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes absolut auseinander dividiert wurde und keinerlei SOLIDARITÄT untereinander kennt, nie kannte und nie leben wollte. Keinen Zusammenhalt in sozialen Fragen, nur ein GEGENEINANDER („Leben ist Kampf“) kennt und will.

Die derzeit 20 Millionen Rentner nehmen jede „Rentenerhöhung“ an, wählen dafür treudoof weiter die neoliberalen Totengräber CxU, spd, FDP, ja auch Grüne und natürlich AfD. Es interessiert sie nicht, was mit den nachfolgenden Generationen wird. Beim kleinsten Zipperlein geht’s zum Arzt, dort sind sie den Pharmakonzernen sehr lieb. Sie durften damals arbeiten, genossen ein Arbeitsrecht, welches sie schützte, damals waren starke Gewerkschaften die Garanten für gerechte Löhne, für Auskommen, die damals den heutigen Rentnern mehrheitlich ein würdevolles Leben garantierte. Das sind die Nutznießer der damaligen sozialen Marktwirtschaft. Die sich einreden ließen, wie fleißig sie waren, die das „Wirtschaftswunder“ ganz alleine stemmten und die deshalb auch heute noch, zu einem nicht geringen Teil, auf diejenigen herunter gucken, die nicht mehr arbeiten dürfen, weil es der Wirtschaft erlaubt wurde, Arbeit zu verknappen und so billig zu machen, das man eine Familie von einem 8 Stunden-Tag nicht mehr ernähren kann. Keine Solidarität, mit niemandem, außer mit sich selbst.

Der größte Teil derer, der noch Arbeit habt, ist sozial völlig vereist und merkt nicht, wie sehr er/sie verarscht wird, von der Wirtschaft, den neoliberal ausgerichteten Parteien, vom „schlanken“ Staat, von der Justiz. Igelt sich immer mehr ein, wählt jetzt gerne auch mal „Alternativen“, weil es „drauf steht“, weil „man es denen da oben“ jetzt aber mal zeigen will. Dabei vergessen diese Zeitgenossen gerne, das es genau sie selbst waren, die es „denen da oben“ über die Jahrzehnte hinweg ermöglicht haben, Politik gegen die Bevölkerung zu machen.

Schüler und Studenten werden zu funktionierenden Werkzeugen dressiert. Auch die werden Solidarität nicht für sich und die Gesellschaft entdecken. Wie auch, gibt es nicht als Video auf YouTube, nicht bei FB, Twitter, in keinem Ballerspiel. Auch nicht beim Privatfernsehen.

Denn Solidarität mit schlechter gestellten Mitbürgern, mit Flüchtlingen, mit Fremden aus anderen Nationen und anderen Lebensvorstellungen bedeutet, die eigene Bequemlichkeit aufzugeben, mit Neugier und einem freien, offenen Verstand auf andere zugehen zu wollen und zu können. Lernen zu wollen, verstehen zu wollen, dann gemeinsam zu handeln. Gemeinsam etwas Besseres erschaffen.

Dann lieber bayrischen Politrowdies beim Schwafeln über die „Deutsche Leidkultur“ Beifall zollen.

Abschotten und nur zum Urlaub mit dem Billigflieger für 2 Wochen Komasaufen auf Malle oder zum Dauerficken in Kenia, Brasilien, Thailand den eigenen Kral verlassen.

Revolution!

Nein, nicht die, wo wir bestens bewaffnet aus dem Hunsrück hervorbrechen und unaufhaltsam gegen Berlin marschieren, zur nochmaligen Befreiung des deutschen Volkes und am Ende neoliberalen Wirtschaftsfaschismus gegen eine soziale und demokratische Regierung austauschen.

Auch keine Revolution an der Wahlurne, das wäre nur möglich, wenn die LINKE in den vergangen 18 Jahren gezeigt hätte, das sie demokratischen Sozialismus einführen will und nicht, um des Mitregierens willens, sich immer in Richtung ihrer größeren und kleineren Koalitionspartner verbiegt. Da sehe ich die Deutschen eher auf dem Weg zu einer neuen braunen „Bewegung“. Was aber keine Revolution wäre, sondern nur die konsequente Besinnung auf die „alten Traditionen“. Nicht wenige nennen das auch wieder gerne „deutsche Tugenden“.

Ich fände es begrüßenswert, wenn eine Revolution in den Köpfen der Bürger stattfinden würde. Ein Umdenken, weg von „Ich und meins“, hin zu „Wir alle und unser alles“, hin zu einer geistig verinnerlichten und tatsächlich gelebten und ausgeführten Solidarität, zu einer real existierenden Hilfsbereitschaft, ohne wirtschaftliche Verwertungsinteressen und Eigennutz.

Das die Erkenntnis: „Jeder hat das Recht darauf, sein Leben so zu gestalten, wie er es will und kann – OHNE Leitkulturgeschwafel und staatliche Drangsal, wie Integrationskurs“ wichtiger ist als Fremdenhass und Ablehnung alles Fremden. Integration würde hervorragend durch gerecht bezahlte, ordentliche Arbeit herbei geführt. Von ganz alleine. Aber Arbeit hat sich der Deutsche auch wegnehmen lassen. Nicht durch Ausländer. Durch CxU, spd, Grüne, FDP und die Wirtschaftsverbände.

Wir alle haben nur dieses eine Leben und eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Viele von uns haben den Großteil ihres Lebens damit verbracht, ihre Ressourcen und Energien gegen „die Anderen“ zu richten. Das Ergebnis ist diese durch und durch verkommene, asoziale und egoistische neoliberale Gesellschaft.

Wir“ wird mehrheitlich nur als völkischer, nationaler und rassistischer Kampfbegriff verstanden. Und diese gesellschaftliche Ausrichtung dient nur ganz wenigen Gestalten in dieser nicht vorhandenen Gemeinschaft.

Sich zu ändern, die Gedanken auf „wir, uns alle“ zu fokussieren, erkennen, das jeder der 7,4 Milliarden Menschen auf der Erde genau das selbe Recht auf ein würdiges Leben hat, wie die Besitzer deutscher Reisepässe.

Bei uns, im eigenen Kral könnten wir damit anfangen. Nicht immer wieder dieselben arroganten Typen wählen und dann schimpfen. Geht auf die Straße und zeigt den neoliberalen Dienern, wer der Souverän ist. Kauft nicht immer diesen billigen Industriefraß, kauft direkt beim Bauern, bezahlt faire Preise, zeigt euch solidarisch.

Tretet die Fatzken von BDI, Bertelsmann, vom DGB, von den Arbeitgeberverbänden in die Kronjuwelen. Durch Streiks. Organisiert euch neu, aber das habt ihr ja verlernt, bzw. nie richtig gekonnt. Deshalb ist es den Funktionären im DGB und seinen Einzelgewerkschaften auch weiterhin möglich, im Verein mit allen neoliberalen Kräften gegen eure Interessen zu arbeiten. Und ihr bezahlt diesen Haufen auch noch.

Weselsky habt ihr durch die neoliberale Medien niederschreiben lassen. Weil ihr zu spät zur Arbeit gekommen seid. Euch kann man nicht helfen. Da wäre Solidarität angebracht gewesen, weil es euch allen geholfen hätte. Der Mann hätte den DGB führen müssen und neu aufstellen können.

Revolution?

Nee, heute nicht, muss morgen früh raus, zur Arbeit.

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